Schloss Friedenstein
Du beginnst an dem Bau, der Gotha bis heute beherrscht. Schloss Friedenstein ist ein frühbarockes Schloss aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, zu seiner Zeit eines der größten in Deutschland und eines der ersten Barockschlösser überhaupt. Bauherr war Ernst I., erster Herzog des neu geschaffenen Herzogtums Sachsen-Gotha, genannt Ernst der Fromme. 1640 wählte er Gotha als Residenz, damals die größte Stadt seines Landes. 1641/42 legte man zuerst den Park an, 1643 begann der Bau des Schlosses.
Der Platz hat eine unruhige Vorgeschichte. Hier stand die Burg Grimmenstein, 1316 erstmals erwähnt und im 16. Jahrhundert zur Festung für das Zeitalter des Schießpulvers ausgebaut. Nach der verlorenen Schlacht bei Mühlberg 1547 verlor Kurfürst Johann Friedrich I. die Kurwürde, kaiserliche Truppen sprengten die Befestigungen. Die Burg wurde wieder aufgebaut, doch als Johann Friedrich II. die Kurwürde mit Waffengewalt zurückholen wollte, wurde die Festung 1567 fast vollständig geschleift.
Später war Friedenstein auch eine Residenz der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha, eng verbunden mit dem britischen Königshaus durch die Ehe von Königin Victoria und Prinz Albert. Die letzten beiden regierenden Herzöge waren zugleich britische Prinzen. Im Schloss liegt außerdem das Ekhof-Theater, eines der ältesten noch bespielten Theater Deutschlands, mit der originalen barocken Maschinerie für den Kulissenwechsel.
Heute beherbergt der Komplex mehrere Museen. Wer sich für Fürstengeschichte und Barock interessiert, sollte hineingehen und rund zwei Stunden einplanen; wer beide Häuser der Runde sehen will, nimmt gleich das Kombiticket mit dem Herzoglichen Museum. Danach geht es 550 Meter, etwa sieben Minuten, zur Orangerie Gotha, die von Anfang an als Teil dieser Residenz gedacht war.














