Jena auf eigene Faust: Haeckel, Schiller und Sterne

Vom Schnapphans am Rathaus über Haeckels Villa Medusa und Schillers Gartenhaus bis unter die Kuppel des Planetariums: ein Spaziergang durch Jenas Geistesgeschichte.

11 Stationen 3,4 km ~47 Min. Gehzeit
Route der Tour durch Jena
Stopp 1 von 11
260 m·3 min
Markt
Vom Markt nach Südosten Richtung Romantikerhaus
Willkommen in Jena! Ich bin Alex, und in dieser Universitätsstadt schrieb Schiller seine großen Dramen nicht im Hörsaal, sondern in einem Gartenhaus.
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Was dich auf dem Rundgang erwartet

Elf Stopps auf 3,4 km: Du startest am Markt und endest an der Stadtkirche St. Michael, nur ein paar Schritte davon entfernt. Die reine Gehzeit liegt bei 47 Min., mit den lohnenden Innenbesuchen bist du rund fünfeinhalb Stunden unterwegs. Fünf Stopps sind frei, fünf kosten Eintritt, das Romantikerhaus ist derzeit geschlossen.

Route, Karte und GPS-Navigation im Browser sind kostenlos und führen dich von Stopp zu Stopp. Wer mag, nimmt den AI Tour Guide dazu, der dir die Geschichten der Orte im Gespräch erzählt.

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Blick auf Jena

Die Route

Karte zum Jena Stadtrundgang: elf Stopps zwischen Markt und St. Michael

11 Stopps 3,4 km 47 Min. Gehzeit
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Die 11 Stationen auf dieser Route

  1. Markt in Jena, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    1Markt
  2. Romantikerhaus in Jena, Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    2Romantikerhaus
  3. Phyletisches Museum in Jena, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    3Phyletisches Museum
  4. Ernst-Haeckel-Haus in Jena, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    4Ernst-Haeckel-Haus
  5. Schillers Gartenhaus in Jena, Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    5Schillers Gartenhaus
  6. JenTower in Jena, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    6JenTower
  7. Friedrich-Schiller-Universität Jena, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    7Friedrich-Schiller-Universität Jena
  8. Johannistor in Jena, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    8Johannistor
  9. Botanischer Garten Jena, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    9Botanischer Garten Jena
  10. Planetarium Jena, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    10Planetarium Jena
  11. St. Michael in Jena, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    11St. Michael
  12. Das ist die ganze Route.

    Geh sie mit dem AI Tour Guide, der dich durch jede dieser Straßen führt.

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    Geschafft

Dein Jena Rundgang, Station für Station: vom Rathaus bis zu den Sternen

  1. 1

    Markt

    Markt in Jena, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Du stehst auf einem Platz, dessen Umriss sich in all den Jahrhunderten nie verändert hat: rund 5.000 m² groß und ringsum von Häusern geschlossen. Schon zwischen 1175 und 1180 bekam der Marktort Jena das Münzrecht, und um diesen Platz herum ist die Stadt gewachsen.

    Schau zuerst auf das Rathaus an der Südwestseite, mit seinem barocken Fachwerkturm und den spitz zulaufenden Walmdächern. 1368 wird es zum ersten Mal urkundlich erwähnt, und es gehört zu den ältesten erhaltenen Rathausgebäuden Deutschlands. Die Hallenkonstruktion im unteren Stockwerk zeigt noch, wie man im 14. Jahrhundert gebaut hat. Die astronomische Kunstuhr stammt aus dem 15. Jahrhundert, und über ihrem Zifferblatt sitzt der Schnapphans, eines der „Sieben Wunder“ Jenas.

    In der Mitte des Platzes steht das Hanfried-Denkmal. Es erinnert an Johann Friedrich I. von Sachsen, den früheren Landesherrn, der die Protestanten im Schmalkaldischen Krieg anführte und die Hohe Schule zu Jena anstieß, aus der die heutige Friedrich-Schiller-Universität wurde. An der Nordseite fällt dir ein neugotisches Haus mit Durchgang zum Markt auf: Paul Göhre ließ es 1907 errichten, heute ist darin das Stadtmuseum Göhre.

    Viermal in der Woche ist der Platz Schauplatz des Wochenmarkts mit regionalen Lebensmitteln, dazu kommen über das Jahr der Töpfermarkt, der Frühlingsmarkt und der Weihnachtsmarkt. Zum Romantikerhaus sind es 260 m, gut 3 Minuten; an Markttagen gehst du zuerst an den Ständen vorbei.

    Öffnungszeiten
    24/7
    Preis
    Kostenlos
  2. 2

    Romantikerhaus

    Romantikerhaus in Jena, Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Romantikerhaus ist derzeit geschlossen: Seit dem 5. Oktober 2026 wird die Dauerausstellung grundlegend neu gestaltet, die Wiedereröffnung ist für Anfang 2029 geplant. Der Halt lohnt sich trotzdem, denn schon das Haus selbst erzählt viel über Jena um 1800.

    Gebaut wurde es um 1670, damals am Rand der Stadt nahe der südöstlichen Stadtmauer; heute steht es mitten in der Innenstadt, unweit des Roten Turms. Untersuchungen der Dachbalken haben gezeigt, dass das Kiefern-, Fichten- und Tannenholz in den Wintern 1667/68 und 1668/69 geschlagen wurde. Ab 1795 wohnte hier der Philosoph Johann Gottlieb Fichte, samt eigenem Hörsaal im Haus, bis er 1799 ging.

    Der Name führt dich allerdings auf eine falsche Fährte. Das historische Romantikerhaus stand in der Leutragasse 5, dort lebten die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel mit Caroline Schlegel und Dorothea Veit. Das Gebäude wurde 1945 bei der Bombardierung Jenas zerstört, und die Leutragasse selbst verschwand später, als der JenTower und der heutige Eichplatz entstanden. Fichtes Wohnhaus ist damit ein echtes Zeugnis jener Jahre, nur eben nicht das Haus der Schlegels.

    Zum Phyletischen Museum sind es 700 m, die längste Etappe des Rundgangs mit rund 10 Minuten.

    Öffnungszeiten
    Di–So 10:00–17:00, Mo geschlossen
    Preis
    5.00 EUR voll, 3.00 EUR ermäßigt
  3. 3

    Phyletisches Museum

    Phyletisches Museum in Jena, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Schon von außen siehst du, dass hier jemand mehr wollte als ein Naturkundemuseum: Der Jugendstilbau entstand nach Ideen und Skizzen von Ernst Haeckel, die Pläne zeichnete der Architekt Karl Dittmar. Heute ist das Gebäude ein Kulturdenkmal.

    Den Grundstein legte man am 28. August 1907, an Goethes Geburtstag. Bezahlt hatte den Bau die Carl-Zeiss-Stiftung, und am 30. Juli 1908 schenkte Haeckel das Haus der Universität zu ihrem 350-jährigen Bestehen. Eine Ausstellung gab es darin zunächst nicht; die erste eröffnete 1912 Ludwig Plate, der Haeckel 1909 als Direktor gefolgt war. Von Anfang an sollte das Museum die Entwicklung des Lebens zeigen und Kunst und Natur zusammenbringen.

    Drinnen führt dich der Evolutionssaal von Taubenrassen über Buntbarsche bis zur Entwicklung der Amphibien, weitere Säle erzählen die Stammesgeschichte der vielzelligen Tiere bis zum Menschen. Hinter den Vitrinen liegen über 500.000 Sammlungsstücke, mit denen das Institut bis heute forscht; manche stammen noch aus der Zeit, als Goethe die anatomisch-zoologische Sammlung leitete.

    Wenn dich Evolution auch nur ein wenig interessiert, geh hinein: Der Eintritt kostet etwas, und eine Stunde reicht gut. Danach sind es nur 130 m, rund 2 Minuten, zu Haeckels eigenem Wohnhaus.

    Öffnungszeiten
    Di–Fr 09:00–13:00 und 14:00–17:00, Sa–So und Feiertage 10:00–16:00, Mo geschlossen
    Preis
    4.50 EUR voll, 3.50 EUR ermäßigt, Familie Ticket 10.00 EUR
  4. 4

    Ernst-Haeckel-Haus

    Ernst-Haeckel-Haus in Jena, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die Villa trägt den Spitznamen Villa Medusa, und der hat einen Grund. Haeckel ließ sie sich in den Jahren 1882 und 1883 im italienischen Stil bauen, nahe dem damals neu errichteten Zoologischen Institut. Als Meeresbiologe hatte er die Formen des Lebens im Meer in prachtvoll illustrierten Büchern gezeigt, allen voran in den „Kunstformen der Natur“.

    Diese Begeisterung trug er bis in sein eigenes Haus: Lampen und bemalte Deckenornamente nehmen die Formen von Quallen auf, einige davon sind erhalten. Im Speisezimmer diente seine eigene Zeichnung einer Qualle aus den Gewässern vor Sri Lanka als Deckenschmuck. Haeckel lebte und arbeitete hier mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1919, er wurde 85 Jahre alt.

    Dass seine Sammlungen und sein Archiv erhalten bleiben sollten, war schon zu Lebzeiten beschlossen. 1920 wurde das Ernst-Haeckel-Haus als Archiv und Museum gegründet; es gehört zu den ältesten Instituten für Wissenschaftsgeschichte in Deutschland, älter ist nur das Karl-Sudhoff-Institut in Leipzig.

    Von innen kannst du das Haus nur selten sehen, der Eintritt ist dann aber kostenlos. Wenn es in deinen Tag passt, lohnt sich das für jeden, der die Medusen-Decken einmal sehen will; sonst genügt der Blick von außen. Weiter geht es 260 m, etwa 4 Minuten, zu Schillers Gartenhaus.

    Öffnungszeiten
    Do 14:00–18:00 (während der Vorlesungszeiten)
    Preis
    Eintritt kostenlos
  5. 5

    Schillers Gartenhaus

    Schillers Gartenhaus in Jena, Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Im März 1797 kaufte Friedrich Schiller dieses Haus, das um die Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut worden war, für 1050 Taler, finanziert über ein Darlehen. Damals lag es kurz vor den Toren der Stadt, mit Blick auf den Bach Leutra und auf Wald- und Gartenstücke. Seine Familie und Freunde, vor allem Goethe, hatten ihm dazu geraten, weil seine Gesundheit angeschlagen war. Schiller selbst schrieb, er müsse ein eigenes Haus mit Garten haben, um sich an die freie Luft zu gewöhnen, „die mir so nöthig ist“.

    In den Sommern 1797, 1798 und 1799 wohnte er hier mit seiner Frau Charlotte, den Söhnen Carl und Ernst und drei Dienstboten. Einige Umbauten erledigte er selbst. Im Erdgeschoss entstanden eine Veranda und ein Kinderzimmer, aus dem die beiden Jungen direkt in den Garten schauen konnten. Hier schrieb Schiller an Teilen des Wallenstein und der Maria Stuart und an zahlreichen Balladen.

    Das Gartenhaus ist die einzige Wohnstätte aus seiner Jenaer Zeit, die du besichtigen kannst, und diese Zeit war mit zehn Jahren ab 1789 die längste, die er an einem Ort verbrachte. 1799 zog die Familie nach Weimar, das Gartenhaus gab er erst 1801 auf. Heute gehört es der Universität, die darin ein Museum betreibt.

    Für Literaturfreunde ist der Besuch ein Muss und dazu günstig; plane eine Dreiviertelstunde ein. Zum JenTower gehst du 350 m, rund 5 Minuten.

    Öffnungszeiten
    1. Apr. – 31. Okt.: Di–So 11:00–17:00; 1. Nov. – 31. März: Di–Sa 11:00–17:00; an Feiertagen geschlossen
    Preis
    3.50 EUR voll, 2.00 EUR ermäßigt
  6. 6

    JenTower

    JenTower in Jena, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der runde Turm prägt Jenas Silhouette, und er hat fast so viele Namen wie Stockwerke: Uniturm, weil die Universität ihn bis 1995 nutzte, Intershop Tower nach dem späteren Hauptmieter, seit Ende 2004 offiziell JenTower. Im Volksmund heißt er auch Keksrolle, Phallus Jenensis oder einfach der Turm.

    Entworfen hat ihn Hermann Henselmann, einer der bekanntesten Architekten der DDR. Die Idee eines einzelnen Turms als „Stadtkrone“ ging auf Bruno Taut zurück. Gebaut wurde ab Juni 1969 im Gleitschalverfahren, der Grundstein folgte am 30. April 1970, und am 2. Oktober 1972 stand der Stahlbetonzylinder mit 33 m Durchmesser und ursprünglich 127 m Höhe auf einer 3,20 m dicken Fundamentplatte. Für ihn verschwand auch die Leutragasse, in der einst das Haus der Schlegels stand.

    Schau dich auch am Fuß des Turms um: Direkt gegenüber steht der Bau 15, 1915 nach Plänen von Friedrich Pützer 43 m hoch errichtet und damit das erste deutsche Hochhaus. Fast wäre neben dem Turm noch ein Erholungszentrum für die Zeiss-Arbeiter entstanden, das das historische Collegium Jenense verdrängt hätte; Proteste der Jenaer, allen voran des Mikrobiologen Hans Knöll, und die knappen Kassen von VEB Zeiss verhinderten es.

    Die Aussichtsplattform kostet Eintritt. Wenn du Jena einmal von oben sehen willst, ist das die halbe Stunde wert. Zur Friedrich-Schiller-Universität sind es dann nur 160 m, etwa 3 Minuten.

    Öffnungszeiten
    Täglich 10:00–22:00
    Preis
    Aussichtsplattform: 6,00 EUR pro Person
  7. 7

    Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Friedrich-Schiller-Universität Jena, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Hier, am Fürstengraben 1, schließt sich der Kreis zum Hanfried auf dem Markt. Johann Friedrich von Sachsen fasste 1547 den Plan einer Universität in Jena, während er Gefangener Kaiser Karls V. war. Seine drei Söhne setzten ihn um, und mit einem Privileg Kaiser Ferdinands I. wurde die Universität am 2. Februar 1558 gegründet. Getragen von den sächsischen Herzogtümern hieß sie „Salana“, nach der Saale. Sie zählt zu den zehn ältesten Universitäten Deutschlands.

    Ihre große Zeit erlebte sie unter Herzog Carl August, Goethes Förderer. Reinhold, Fichte, Hegel, Schelling, Friedrich Schlegel und Schiller lehrten hier, und Jena wurde zum Zentrum des deutschen Idealismus und der Frühromantik. Nach Schiller, der damals in Jena unterrichtete, ist die Universität heute benannt. Sechs Nobelpreisträger sind mit ihr verbunden, zuletzt 2000 der Physiker Herbert Kroemer, ein Jenaer Absolvent.

    Das Hauptgebäude ist während der Universitätszeiten zugänglich, montags bis freitags tagsüber, und kostet nichts. Ein kurzer Blick hinein lohnt sich, wenn du ohnehin werktags unterwegs bist. Weiter geht es 230 m, rund 3 Minuten, zum Johannistor.

    Öffnungszeiten
    Hauptgebäude (Fürstengraben 1) während der Universitätszeiten zugänglich, Mo–Fr tagsüber
    Preis
    Kostenlos
  8. 8

    Johannistor

    Johannistor in Jena, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Von der alten Stadtbefestigung ist nur dieses Tor noch weitgehend erhalten. Über einen rekonstruierten Wehrgang ist es mit dem Pulverturm verbunden. Erstmals erwähnt wurde der Torturm 1304; im 15. Jahrhundert baute man ihn spätgotisch um und setzte einen Erker an, der auf steinernen Konsolen aus der Fassade ragt. Die Jenaer nennen ihn den Käsekorb.

    Der Turm ist 31,70 m hoch und wiegt laut Gutachten 2.181 Tonnen. Oben sitzt ein steinernes Kegeldach mit einer Giebelblume, die stets eine Wetterfahne trug. Achte auch auf die Reste eines steinernen Baldachins: Darunter stand einst eine Heiligenfigur. Im Mittelalter hielt hier die Stadtwache Ausschau, auch nach Bränden. Hinein kam man nur vom Wehrgang aus, durch eine schmale Pforte 7,75 m über dem Boden.

    Bis zum Abriss der Häuser an der Südseite der Johannisstraße im Juni 1969 war das Tor der einzige westliche Zugang zur Altstadt. Das äußere Vortor hatte man schon Anfang des 19. Jahrhunderts wegen des wachsenden Verkehrs entfernt. Draußen lag die Johannisvorstadt, eine von einst vier Vorstädten.

    Von außen ist das Tor jederzeit frei zugänglich, ins Turminnere kommst du nur mit einer Führung. Zum Botanischen Garten am Fürstengraben 26 sind es 400 m, etwa 6 Minuten.

    Öffnungszeiten
    24/7
    Preis
    Kostenlos (Außenansicht; Turminneres nur im Rahmen von Führungen zugänglich)
  9. 9

    Botanischer Garten Jena

    Botanischer Garten Jena, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der Botanische Garten ist der zweitälteste Deutschlands und wird von der Universität betreut. 1586 als Heilpflanzengarten angelegt, nur sechs Jahre nach dem Leipziger, wurde er 1630 von Professor Werner Rolfinck neu geordnet und deutlich erweitert; Rolfinck hatte zuvor in Padua studiert. 1674 kam das erste beheizte Gewächshaus dazu, und mit ihm die ersten tropischen Pflanzen.

    Ab 1776 war Goethe mit dem Garten verbunden. Er half beim Aufbau des botanischen Instituts und kam über Jahrzehnte immer wieder hierher, um Pflanzen zu studieren und Gedichte zu schreiben. 1795 erschien der erste gedruckte Pflanzenkatalog.

    Dann kam der Einschnitt: In der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 wurde der Garten schwer beschädigt. 1819 gab es nur noch etwa 50 Topfpflanzen in einem Gewächshaus und rund 200 Pflanzen im Freien. Mit einem neuen Gewächshaus 1820 entstanden Orangerie, Palmenhaus und Kalthaus, und nach einer gründlichen Umgestaltung Ende der 1870er Jahre wuchsen hier wieder 2020 Arten aus 85 Familien.

    Heute umfasst der Garten 4,5 Hektar und kostet Eintritt. Gönn dir eine Stunde, gerade nach dem dichten Programm davor. Danach gehst du 510 m, rund 7 Minuten, zum Planetarium.

    Öffnungszeiten
    1. Apr. – 31. Okt.: täglich 10:00–19:00 (letzter Einlass 18:30); 1. Nov. – 31. März: täglich 10:00–18:00 (letzter Einlass 17:30)
    Preis
    5.00 EUR voll, 3.00 EUR ermäßigt, Familie Ticket 13.00 EUR
  10. 10

    Planetarium Jena

    Planetarium Jena, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Unter dieser Kuppel läuft das älteste noch betriebene Großraum-Projektionsplanetarium der Welt. Fixsterne und Planeten werden auf die Innenseite einer weißen Kuppel projiziert, und der Bau zählt zu den Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland.

    Die Idee kam aus München: Oskar von Miller, der Gründer des Deutschen Museums, wollte 1912 einen begehbaren Himmelsglobus mit mechanischen Planetenbahnen und wandte sich 1913 an Carl Zeiss in Jena. Das erwies sich als zu aufwendig, also entwarf Walther Bauersfeld Anfang 1919 einen Projektor, der den Himmel mit Licht an eine Kuppel wirft. Ab Ende Juli 1924 sahen rund 80.000 Menschen die ersten Vorführungen in einer provisorischen Kuppel auf dem Dach der Zeiss-Werke; die Presse feierte das „Wunder von Jena“.

    Ende 1924 begann im damaligen Prinzessinnengarten der Bau des 25-Meter-Planetariums nach Entwürfen der Architekten Schreiter & Schlag. Am 18. Juli 1926 öffnete es, als viertes Großplanetarium weltweit nach Wuppertal-Barmen, Leipzig und Düsseldorf. 1984/85 wurde es baulich und technisch erweitert, und 2024 kamen über 170.000 Besuche zusammen.

    Eine Vorstellung kostet Eintritt. Wenn du nicht hineingehst, lohnt sich der Halt trotzdem für den Bau. Zum Abschluss sind es 400 m, etwa 6 Minuten, nach St. Michael.

    Öffnungszeiten
    Kasse: Di–Do 09:30–14:30 und 18:00–20:00, Fr 09:30–13:00 und 18:00–20:00, Sa 11:00–20:15, So 11:00–18:00, Mo geschlossen (außer Feiertagen/Schulferien); Kasse öffnet 30 Min. vor jeder Vorstellung
    Preis
    Bildungs-/Familienvorstellungen: 15,00 EUR Vollpreis, 13,50 EUR ermäßigt, Familienkarte (3 Pers.) 36,00 EUR; Musikvorstellungen: 16,00 EUR Vollpreis, 14,50 EUR ermäßigt, Familienkarte 39,00 EUR
  11. 11

    St. Michael

    St. Michael in Jena, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Seit über 750 Jahren ist St. Michael der Mittelpunkt des kirchlichen Lebens in Jena, und noch heute ist sie die Hauptpredigtkirche des Kirchenkreises. Unter dem Platz liegt eine lange Geschichte: Funde zeigen einen Sakralbau aus dem 11. oder frühen 12. Jahrhundert auf einem Friedhof, der schon im 7. oder 8. Jahrhundert angelegt war. Reste davon siehst du in der Krypta unter dem Chor.

    Die heutige Hallenkirche entstand ab 1380, erst nachdem das Rathaus am Markt fertig war. Bis 1450 wuchsen Chor und erste Langhausjoche, dann ruhte der Bau etwa 30 Jahre. 1474 begann die zweite Phase mit Langhaus und Turm, abgeschlossen 1557, ein Jahr vor der Gründung der Universität. Den Turm bezahlte der Rat der Stadt, und erst seit 1933 gehört er auch rechtlich der Kirche. Eine schöne Randnotiz: Die städtische Sparkasse stiftete 1880/81 die Heizung und 1886/87 die Beleuchtung.

    Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wie die ganze Innenstadt schwer zerstört. Bis 1956 rekonstruierte man den Innenraum mit Achteckpfeilern und Sterngewölbe unter Leitung des Jenaer Architekten Hans Schlag, ein Name, der dir schon am Planetarium begegnet ist. Turm und Langhaus bekamen schlichte Dächer.

    Der Eintritt ist frei. Nimm dir zum Abschluss ein paar ruhige Minuten unter dem Gewölbe. Der Markt mit dem Hanfried liegt gleich nebenan, und die GPS-Navigation bringt dich auf Wunsch dorthin zurück.

    Öffnungszeiten
    Di–Sa 10:00–17:00, So–Mo 12:00–17:00
    Preis
    Eintritt kostenlos
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Jena Route geladen
MarktRomantikerhausPhyletisches MuseumErnst-Haeckel-Haus+7
Alle 11 Stopps sind schon auf der Karte.
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AI Tour Guide

Die Route kennst du jetzt. Geh sie mit einem Guide im Ohr.

Drück auf Start, wo immer du bist, auch hunderte Kilometer von Jena entfernt, und der Guide fängt sofort an, seine Geschichten zu erzählen. In der Stadt wählst du jeden der 11 Stopps als Startpunkt: Der Guide führt dich hin und redet dann die ganze Route mit dir, fragt nach, hört zu, merkt sich deine Antworten und passt die Tour daran an.

11Stopps 3,4km 47 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Drei Arten, Jena zu Fuß zu erkunden

Die Route teilt sich fast von selbst in zwei Hälften: Haeckel und Schiller im ersten Teil, Turm, Garten und Planetarium im zweiten. Wer wenig Zeit hat, geht alles nur von außen.

Alles von außen

Stopps: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11

Für alle, die Jena an einem halben Vormittag kennenlernen wollen. Du gehst die ganze Strecke mit 47 Min. reiner Gehzeit und schaust dir die Fassaden, Plätze und das Johannistor an. Eintritt zahlst du höchstens für die Plattform des JenTower, und St. Michael kannst du ohnehin kostenlos betreten.

Haeckel und Schiller

Stopps: 1, 2, 3, 4, 5

Für Naturkunde und Literatur: vom Markt über das Romantikerhaus zu den beiden Haeckel-Orten und zu Schillers Gartenhaus, 19 Min. reine Gehzeit. Eintritt kosten das Phyletische Museum und das Gartenhaus; am Donnerstagnachmittag in der Vorlesungszeit kommt das Ernst-Haeckel-Haus kostenlos dazu.

Turm, Garten und Sterne

Stopps: 6, 7, 8, 9, 10, 11

Für einen Nachmittag mit Aussicht und Grün: vom JenTower über die Universität und das Johannistor in den Botanischen Garten, weiter zum Planetarium und zum Schluss nach St. Michael, 25 Min. reine Gehzeit. Eintritt kosten die Aussichtsplattform, der Garten und eine Planetariumsvorstellung.

Wie lange dauert der Jena Rundgang mit Museen, Turm und Garten?

Zu Fuß ist Jena kompakt: Die längste Etappe, vom Romantikerhaus zum Phyletischen Museum, dauert 10 Minuten, die kürzeste vom Phyletischen Museum zum Ernst-Haeckel-Haus nur 2. Die Zeit verbringst du an den Orten selbst. Plane für das Phyletische Museum etwa eine Stunde ein, für Schillers Gartenhaus eine Dreiviertelstunde, für die Plattform des JenTower eine halbe Stunde und für den Botanischen Garten noch einmal eine Stunde. Mit kurzen Halten an den übrigen Stopps kommst du so auf die rund fünfeinhalb Stunden, ohne Mittagspause und ohne Planetariumsvorstellung.

Die Variante „Haeckel und Schiller“ füllt gut zweieinhalb Stunden, „Turm, Garten und Sterne“ knapp drei Stunden plus Vorstellung. Wer alles nur von außen ansieht, ist in rund zwei Stunden durch.

Bevor du am Markt in Jena losgehst

  • Start und Ziel: Empfohlen ist der Start am Markt, einsteigen kannst du aber an jedem Stopp. Du endest an St. Michael, rund 50 m vom Markt entfernt; die GPS-Navigation bringt dich auf Wunsch zum Start zurück.
  • Der passende Tag: Am besten unter der Woche. Nicht alle Stopps haben an jedem Tag geöffnet, und das Hauptgebäude der Universität und das Ernst-Haeckel-Haus kannst du nur zu bestimmten Zeiten von innen sehen.
  • Die passende Uhrzeit: Starte unter der Woche am Vormittag. Dann hast du im Phyletischen Museum genug Zeit und erreichst den Botanischen Garten am frühen Nachmittag ohne Eile.
  • Eintritte: Fünf Stopps kosten Eintritt, den größten Posten macht eine Planetariumsvorstellung aus. Markt, Universität, Johannistor von außen, St. Michael und das Ernst-Haeckel-Haus kosten nichts.
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Jena
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Drück auf Start und ein AI Tour Guide übernimmt ab hier: Er leitet die Route durch Jena, erzählt die Geschichten und macht aus deinem Spaziergang ein echtes, lebendiges Gespräch. Keine App, kein Download, läuft im Browser.

11Stopps 3,4km 47 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Zwischen Villa Medusa und Sternenkuppel: der AI Tour Guide im Gespräch

Auf diesem Rundgang hängen viele Fäden zusammen: Hanfried und die Universität, Fichte und die verlorene Leutragasse, Haeckel, Goethe und die Pflanzen im Botanischen Garten. Der AI Tour Guide begrüßt dich am Markt, erzählt an jedem Ort die Geschichten dazu, fragt, was dich packt, und merkt es sich, sodass das Gespräch mit dir mitwächst. Du kannst ihn jederzeit unterbrechen, etwa mit der Frage, was in Haeckels „Kunstformen der Natur“ eigentlich zu sehen ist oder wie Bauersfelds Projektor die Sterne an die Kuppel bringt. Zum Start bekommst du 100 Gratis-Credits; danach nimmst du diese Tour all-inclusive für 19,99 € ohne Zeitlimit oder zahlst 5 € pro Stunde.

Ein echtes Gespräch Ein AI Tour Guide begrüßt dich, leitet die ganze Route und erzählt dir die Geschichten und Fakten, während du gehst, fragt dich, was du sehen willst, und hält ein echtes Gespräch am Laufen. Keine Aufnahme, die du auf Play drückst.
Karten-Navigation Folge der Route auf der Karte und geh in deinem eigenen Tempo. Du entscheidest, wo du startest und wann es zur nächsten Station geht.
Frag einfach Neugierig auf ein Gebäude am Weg? Frag deinen AI Tour Guide direkt vor Ort und das Gespräch geht weiter.
13 Sprachen Jederzeit die Sprache wechseln, keine separate Tour nötig.
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Häufige Fragen zum Rundgang durch Jena

Lohnt sich der Rundgang mit Kindern, und gibt es Familientickets?

Ja, vor allem das Phyletische Museum, der Botanische Garten und das Planetarium. Alle drei bieten Familientickets an, und ermäßigt kommst du überall günstiger hinein, auch in Schillers Gartenhaus.

Was kann ich in Jena am Abend noch machen?

Die Aussichtsplattform des JenTower kannst du auch am Abend besuchen, und die Kasse des Planetariums öffnet abends noch einmal; ein Abend unter der Kuppel ist also gut mit dem Rundgang kombinierbar.

Kann ich den Rundgang am Sonntag machen?

Ja, aber plane etwas Spielraum ein: Nicht alle Stopps haben an jedem Tag geöffnet, und in St. Michael finden sonntags Gottesdienste statt. Die Bauten von außen kannst du dir trotzdem alle ansehen.

Ist der Rundgang wirklich kostenlos?

Ja. Die ganze Tour ist kostenlos: Route, interaktive Karte und GPS-Navigation kosten dich nichts. Optional und kostenpflichtig ist nur der AI Tour Guide, der dich per Stimme durch die Tour führt und mit dir ins Gespräch kommt. Du testest ihn mit 100 kostenlosen Credits, danach zahlst du 5 € pro Stunde oder 19,99 € für diese ganze Tour, ohne Zeitlimit. Nicht enthalten ist der Eintritt bei 5 der 11 Stopps: Romantikerhaus, Phyletisches Museum, Schillers Gartenhaus, Botanischer Garten Jena und Planetarium Jena verlangen eigenen Eintritt.

Muss ich eine App herunterladen?

Nein. Alles läuft im Browser deines Smartphones. Öffne die Route und lauf los, ohne Download und ohne Anmeldung.

Muss ich den Rundgang vorab buchen?

Keine Buchung nötig. Dieser selbstgeführte Rundgang ist jederzeit verfügbar. Öffne einfach die Route im Browser und lauf los. Der AI Tour Guide funktioniert sofort, ohne App, ohne Reservierung.

In welchen Sprachen ist der AI Tour Guide verfügbar?

Der AI Tour Guide spricht 13 Sprachen. Du machst die Tour in deiner eigenen Sprache und kannst jederzeit wechseln.

Kann ich Stationen überspringen oder die Route ändern?

Klar. Es ist deine Tour. Überspring Stationen, bleib länger an Orten, die dir gefallen, oder starte an einem beliebigen Punkt der Route. Du bestimmst das Tempo.
Bildnachweise
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