Gänseliesel-Brunnen Göttingen
Klein ist sie, und trotzdem ist die Gänseliesel das bekannteste Wahrzeichen Göttingens. Seit 1901 steht das Mädchen mit seinen Gänsen auf dem Brunnen vor dem mittelalterlichen Rathaus, mitten auf dem Markt. Schau dir die Figur genau an: keine Heilige, kein Fürst, kein Gelehrter, sondern ein einfaches Mädchen vom Land.
Dass gerade sie hier steht, haben die Göttinger durchgesetzt. Schon im 18. Jahrhundert gab es an dieser Stelle einen Brunnen, der Anfang des 19. Jahrhunderts wegen Verfalls teilweise abgetragen wurde. 1898 beschloss der Rat einen neuen, und Bildhauer aus ganz Deutschland reichten Entwürfe ein. Die Jury setzte einen neugotischen Tugendbrunnen der Bildhauer Mehs und Jehs auf Platz eins, die Gänseliesel von Architekt Heinrich Stöckhardt, ausgeführt von Paul Nisse, nur auf Platz zwei. Dann wurden die drei besten Entwürfe öffentlich gezeigt, und die Bürger wollten eindeutig das schlichte Mädchen. Vielleicht, weil es für die einfachen Leute stand, in einer Stadt voller Statuen berühmter Professoren. Nach langer Diskussion wurde sie aufgestellt, ganz ohne Feier.
Kurz darauf begann, was den Brunnen berühmt gemacht hat: Studenten der Georgia Augusta kletterten hinauf und küssten die Figur. Heute gehört das fest zur Promotionsfeier, wer an der Universität Göttingen den Doktor macht, klettert auf den Brunnen und gibt der Gänseliesel einen Kuss. Mit der Stadtgeschichte hat die Figur übrigens nichts zu tun, und was du siehst, ist eine Kopie: Das Original steht im Städtischen Museum, an dem dich die Runde später vorbeiführt.
Nimm dir ein paar Minuten am Brunnen, dann dreh dich um: Das Alte Rathaus liegt nur 20 Meter entfernt, eine Minute zu Fuß.


















