Zitadelle Petersberg
Du startest auf dem Petersberg, auf einer der größten und am besten erhaltenen Stadtfestungen Europas. Die Anlage umfasst 36 Hektar und ist von über zwei Kilometern Steinmauern umgeben. Gebaut wurde sie ab 1665, als Erfurt von Kurmainz regiert wurde, auf dem Grund eines mittelalterlichen Benediktinerklosters, dessen älteste Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen.
Spannend ist, wer hier alles das Sagen hatte: Schweden, Preußen, Napoleon, das Kaiserreich, die Nationalsozialisten, die sowjetische Besatzung und die DDR. Jedes dieser Regime nutzte die Zitadelle und baute an ihr weiter. Von 1806 an lagen acht Jahre lang französische Truppen hier, daher der französische Name Citadelle Petersberg. Napoleon kam mehrmals nach Erfurt, 1813 wurde die Festung in einer Schlacht teilweise beschädigt. Militärisch genutzt wurde sie bis 1963.
Seit der Wiedervereinigung ist vieles restauriert. Achte auf die Festungsbäckerei von 1832, die wieder in Betrieb ist, und auf die Untere Kaserne, in der heute Archive der Stasi-Unterlagen liegen. Das Außengelände ist frei zugänglich. Die Ausstellung im Kommandantenhaus kostet Eintritt und lohnt sich, wenn du die vielen Machtwechsel geordnet sehen willst. Wer unterirdische Gänge mag, bucht die kostenpflichtige Horchgangführung und läuft durch das Labyrinth unter den Bastionen.
Zum Augustinerkloster sind es 1260 m, etwa 17 Minuten. Dabei gehst du durch das Andreasviertel mit seinen kleinen Gassen.
























