Naumburger Dom
Der Naumburger Dom ist der Anfang der Route und für viele der Grund, überhaupt nach Naumburg zu kommen. Der Großteil des Baus stammt aus dem 13. Jahrhundert, er ist ein bekanntes Wahrzeichen der deutschen Spätromanik und seit 2018 UNESCO-Welterbe. Geweiht ist er Petrus und Paulus, und er liegt an der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt.
Die Anfänge der Stadt reichen an die Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert zurück; genaue Daten kennt niemand, weil kaum etwas schriftlich überliefert ist. Als Gründer gilt wahrscheinlich Markgraf Ekkehard I. von Meißen, der mächtigste Mann an der Ostgrenze des Reiches. Er ließ auf einem rund 25 Meter hohen Felsen über dem rechten Saaleufer, nahe der Unstrutmündung, eine Residenz errichten. Man nannte sie neweburg, die neue Burg, daraus wurde Naumburg. Der Ort war klug gewählt, denn hier kreuzten sich viel befahrene Handelswege an der Grenze zu den Gebieten slawischer Stämme. Ekkehard wurde 1002 in Pöhlde im Harz ermordet und konnte nicht hier begraben werden, weil weder Burg noch Kloster fertig waren.
1028 wurde der Bischofssitz von Zeitz nach Naumburg verlegt, und neben einer älteren Pfarrkirche entstand die neue Kathedrale. Mit der Reformation wurden Stadt und Dom evangelisch, und das ist der Dom bis heute: eine lebendige Pfarrkirche, kein reines Museum.
Hinein solltest du, auch wenn deine Zeit knapp ist. Im Westchor stehen die zwölf Stifterfiguren, Standbilder der Domgründer, dazu der Lettner. Beides schuf der Naumburger Meister, und beides zählt zu den bedeutendsten frühgotischen Kunstwerken. Der Dom kostet Eintritt, beim Erwachsenenticket ist ein Audioguide dabei. Plane gut eine Stunde ein.
Danach sind es 390 Meter, etwa fünf Minuten, zur Adler-Apotheke: vom geistlichen Zentrum der Bischofsstadt hinein in den Alltag.
















