Marienkirche
Geh zuerst zum Südportal am Querhaus, denn hier ist der Haupteingang. Es ist reich gegliedert, und zwei seitliche Pfeiler lassen es breiter wirken, als es ist, obwohl es bündig in der Wand sitzt. Schau hinauf zum Scheinbalkon über der Portalmitte: Von dort blicken vier Steinfiguren auf den Platz herab.
Die Marienkirche ist nach dem Erfurter Dom der zweitgrößte Kirchenbau Thüringens, errichtet vor allem im 14. Jahrhundert aus heimischem Travertin. Im Westen stehen drei Türme: zwei Seitentürme von rund 42 m und der Mittelturm mit 86,7 m, der höchste im ganzen Land. Er ist allerdings jung, gebaut zwischen 1898 und 1903, und prägt seither die Silhouette der Stadt.
Um 1525 war hier Thomas Müntzer Pfarrer, der Revolutionär des Bauernkriegs. Am 17. März 1525 gründete er in dieser Kirche den Ewigen Rat. Diese Szene wird dir im Rathaus noch einmal begegnen, allerdings anders erzählt.
Hinein lohnt es sich, plane etwa 45 Minuten ein. Dich erwartet eine fünfschiffige Hallenkirche, deren Mittelschiff doppelt so breit ist wie die Seitenschiffe; vier Reihen mit je fünf schlanken Säulen teilen den Raum in 30 Rechtecke. Im Osten schließen drei Chöre an, im nördlichen lag die Taufkapelle des heiligen Nikolaus. Im Mittelalter beherbergte die Empore eine Bibliothek. Wer Orgeln mag, achtet auf die Sauer-Orgel von 1891, die größte erhaltene Orgel des 19. Jahrhunderts in Thüringen.
Die Thomas-Müntzer-Gedenkstätte liegt gleich am Start. Danach gehst du 300 m, rund 4 Minuten, am Rabenturm vorbei zur Stadtmauer.














