Christkönigskathedrale Kattowitz
Du stehst vor einem gewaltigen Bau in Anlehnung an den Klassizismus: 101 m lang und 50 m breit, die größte Kathedrale Polens und eine der größten Kirchen des Landes. Achte auf die mächtige Kuppel, um die sich beim Entwurf alles drehte. Der Eintritt ist frei, ein Blick ins Innere kostet dich also nichts.
Dass Kattowitz überhaupt einen Dom brauchte, ist eine Folge der Grenzziehung. Bis 1922 gehörte die Stadt zur preußischen Provinz Schlesien und kirchlich zum Fürstbistum Breslau. Als sie an den neuen polnischen Staat fiel, konnte das deutsche Bistum sie nicht mehr verwalten. Zuerst kam ein apostolischer Administrator, 1925 wurde das Bistum Katowice gegründet, und als Behelfskathedrale diente die Pfarrkirche St. Peter und Paul.
Ein Wettbewerb von 1924 brachte kein überzeugendes Ergebnis. Den Zuschlag bekam schließlich der junge Zygmunt Gawlik, dem man den erfahrenen Franciszek Mączyński zur Seite stellte, beide Architekten aus Krakau. Ihr Modell sah eine Kuppel von 106 m bis zur Spitze vor; neben Tschenstochau sollte sie zum höchsten „Turm“ Polens werden.
Der Bau zog sich. Am 5. Mai 1927 begann im Beisein von Bischof Arkadiusz Lisiecki der Aushub, Grundsteinlegung war erst am 4. September 1932. Nach zwei Jahren standen die Mauern 6 m hoch, am 5. Mai 1938 war der Chor fertig und diente als Kirche der neuen Gemeinde. Dann besetzte die Wehrmacht Ostoberschlesien, Geld und Material verschwanden. Erst im Mai 1946 ging es weiter, 1955 war der Dom vollendet. Nimm dir zwanzig Minuten für den Innenraum, es lohnt sich für jeden, der große Kirchenräume mag.
Von hier sind es 1480 m und 22 Minuten zu Fuß bis in den Kościuszko-Park, den grünen Gegenpol zu so viel Stein.












