Barbakan
Du stehst vor einem runden Backsteinbollwerk mit Wassergraben, sieben Türmchen und Mauern, die drei Meter dick sind. In ihnen stecken 130 Schießscharten, und der Innenhof misst gut 24 Meter im Durchmesser. Der Barbakan ist einer von nur drei solchen Vorposten, die in Europa noch stehen, und der am besten erhaltene.
Gebaut wurde er um 1498 aus Angst. König Johann I. Albrecht hatte im Buchenwald von Cosmin eine schwere Niederlage gegen die Osmanen erlitten, kurz darauf fielen Tataren und Osmanen in den Südosten Polens ein, plünderten Rotruthenien und Podolien und verschleppten bis zu hunderttausend Menschen. Krakau verstärkte seine Mauern, und vor dem Stadttor entstand dieses Bollwerk.
Ein überdachter Gang verband den Barbakan mit dem Florianstor; wer in die Stadt wollte, musste hier durch die Kontrolle. Gebraucht wurde er tatsächlich: 1587 gegen Erzherzog Maximilian III., bei den Belagerungen 1655 und 1657 und 1792 gegen russische Truppen.
Innen zeigt das Historische Museum der Stadt, wie sich Krakaus Befestigungen entwickelten. Für Fans von Burgen und Belagerungen lohnen der Eintritt und eine halbe Stunde; allen anderen reicht der Blick in den Graben. Vom Barbakan sind es nur 110 m bis zum Florianstor, genau die Linie des alten Verbindungsgangs.




























