Salzbergwerk Wieliczka
Hier beginnt alles, und zwar in der Tiefe. Das Salzbergwerk Wieliczka ist eine Steinsalzmine vor den Toren Krakaus, und das Salz, das hier gebrochen wurde, stammt aus dem Miozän, also aus einer Zeit lange vor jeder menschlichen Geschichte. Ab dem 13. Jahrhundert bildete die Mine zusammen mit dem Bergwerk in Bochnia die Krakauer Salinen, die żupy krakowskie, und blieb das bis 1772. Salz war damals Reichtum, und Wieliczka war eine seiner wichtigsten Quellen.
Abgebaut wird hier längst nicht mehr: Am 30. Juni 1996 endete die Förderung endgültig. Der Ruhm kam schon vorher. 1976 kam das Bergwerk ins polnische Denkmalregister, zwei Jahre später stand es auf der allerersten Welterbeliste der UNESCO. 1989 landete es auf der Liste des gefährdeten Welterbes, 1998 wurde es wieder gestrichen. Seit 1994 ist es außerdem ein Geschichtsdenkmal Polens, und bei einer Abstimmung der Zeitung „Rzeczpospolita“ 2007 holte es die meisten Stimmen unter den sieben Wundern Polens.
Wie viele Menschen hierherkommen, zeigen die Zahlen: Rekordjahr war 2019 mit 1,9 Millionen Besuchern, in der Pandemie fiel die Zahl auf etwa 440.000, und 2023 waren es wieder 1,52 Millionen, mehr als die Hälfte davon aus dem Ausland. Im September 2023 überschritt der fünfzigmillionste Besucher seit dem Zweiten Weltkrieg die Schwelle. Zum Bergwerk gehörte übrigens auch die Bohrlochmine Barycz, die zwischen 1924 und 1998 arbeitete; an ihrer Stelle liegt heute eine Mülldeponie.
Lohnt sich die Führung? Für fast jeden, der nach Wieliczka kommt, ist sie der Grund der Reise, und ohne Führung kommst du nicht hinunter. Wenn du Polnisch verstehst, ist die polnische Führung günstiger. Danach geht es 350 m und gut 4 Minuten zu Fuß zum Gradierwerk, wo du die Salzluft nicht unter, sondern über der Erde atmest.










