Marktplatz von Kazimierz Dolny
Du stehst auf dem Platz, um den sich Kazimierz seit dem Mittelalter ordnet. Angelegt wurde der Marktplatz vermutlich um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert. Eine Gründungsurkunde ist nicht erhalten: Nach polnischem Recht bestand der Ort schon unter Władysław Łokietek, rechtlich festgeschrieben wurde er erst unter Kasimir dem Großen. Am 28. Februar 1406 stellte Władysław Jagiełło die Stadt auf Magdeburger Recht, ein klarer Aufstieg, und richtete einen Samstagsmarkt ein. Später kam ein Mittwochsmarkt dazu, und am 9. Juli 1558 wanderte der Samstagsmarkt auf den Montag.
Was du an den Platzwänden siehst, ist das Ergebnis vieler Neuanfänge. Um 1560 und noch einmal 1585 vernichteten Brände die hölzerne Bebauung; um die Wende zum 17. Jahrhundert baute man im Stil der Renaissance neu. 1627 standen am Markt 21 Häuser, darunter Häuser des Patriziats. 1656 verwüsteten die Schweden Stadt und Burg, und am 12. April 1657 legten sie Feuer: Die Bebauung von der Lubelska bis zur Pfarrkirche brannte nieder.
Achte auf die Laubenhäuser mit ihren Bogengängen. Der Zeichner Michał Elwiro Andriolli hielt diese niedrigen, gemauerten und hölzernen Häuser fest, und seine Blätter dienten als Vorlage, als man die Zerstörungen beider Weltkriege wieder aufbaute. Ein Historiker vermutet sogar, dass der Markt im Lauf der Zeit gewandert ist: Im 15. Jahrhundert reichte er von der Pfarrkirche bis zur Lubelska, später von dort hinunter zum Bach Grodarz.
Der Platz ist rund um die Uhr frei zugänglich. Zum Spichrz Ulanowskich gehst du 860 Meter, rund 11 Minuten: die längste Etappe der Route, hinaus an die Weichsel.














