Kulturpalast
Du startest vor einem Gebäude, das niemand in Warschau übersehen kann: dem Kulturpalast, mit Antenne 237 Meter hoch und damit das zweithöchste Gebäude Polens. Er war offiziell ein „Geschenk des sowjetischen Volkes an das polnische Volk“ und trug bis 1956 sogar Stalins Namen. Gebaut wurde er von 1952 bis 1955 nach Plänen des sowjetischen Architekten Lew Rudniew.
Schau dir die Silhouette an: Rudniew orientierte sich an den Moskauer Hochhäusern, die man im Westen die Sieben Schwestern nennt, und die wiederum hatten amerikanische Art-déco-Wolkenkratzer zum Vorbild. Heraus kam eine Mischung aus sozialistischem Realismus und Historismus. Vor dem Haupteingang an der Marszałkowska stehen zwei Skulpturen: Adam Mickiewicz von Stanisław Horno-Popławski und Nikolaus Kopernikus von Ludwika Nitschowa.
Innen ist der Palast eine kleine Stadt für sich. Hier tagt der Warschauer Stadtrat im Warschauer Saal, es gibt vier Theater, das Technikmuseum, das Evolutionsmuseum, das Kino Kinoteka, eine Universität und einen Jugendpalast mit Schwimmbad. Seit 1958 lief hier über viele Jahre die Internationale Buchmesse. Der Kongresssaal für 3000 Menschen ist dagegen seit 2014 geschlossen. Seit 2007 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.
Wer Warschau einmal von oben sehen will, bevor es losgeht, fährt auf die Aussichtsterrasse; sie kostet Eintritt und lohnt sich vor allem, wenn du die Route vorab im Stadtbild verorten möchtest. Danach gehst du 1390 Meter, rund 19 Minuten, zur Heilig-Kreuz Kirche und kommst dabei am Museum of Modern Art vorbei.






















