Villa Koliba
Die Villa Koliba an der Kościeliska-Straße ist das erste Gebäude, das überhaupt im Zakopane-Stil errichtet wurde. Den Entwurf lieferte Stanisław Witkiewicz, damals schon ein bekannter Künstler, Zeichner und Dramatiker. Seine Skizzen stammen von 1891, gebaut haben das Haus einheimische Handwerker in den Jahren 1892 und 1893. Seit 1983 steht es unter Denkmalschutz. Der Name verrät, woher die Idee kommt: Koliba heißt in der Mundart der Goralen Hirtenhütte.
Bauherr war Zygmunt Gnatowski, der einen Ort für seine Sammlung volkskundlicher Gegenstände brauchte. Eigentlich wollte er eine schlichte Hütte nach dem Vorbild der Bauten im Podhale. Witkiewicz überredete ihn, stattdessen ein Haus im neuen Stil zu bauen, den er gerade erst entwickelte.
Dahinter steckte ein Anliegen: Witkiewicz hatte bemerkt, dass wohlhabende Leute im Ort sich Häuser im Schweizer Landhausstil bauen ließen. Er wollte Polen eine eigene, nationale Spielart ländlicher Architektur geben und griff dafür auf die Schmuckmotive der Region zurück. Was du hier siehst, ist also der Prototyp für alles, was dir heute an Zakopane-Stil begegnet.
Seit dem 4. Dezember 1993 ist die Villa das Museum des Zakopane-Stils, eine Abteilung des Tatramuseums. Die fünf Räume im ursprünglichen Teil sind so eingerichtet wie zu Gnatowskis Zeit: im Erdgeschoss Speisezimmer, Salon und Schlafzimmer, im Obergeschoss Gnatowskis Zimmer und die Kammer des Dienstboten. In der „Stube des Tatra-Goralen“ steht seine Sammlung: Möbel, Hausrat und Handwerksstücke im Zakopane-Stil vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, viele nach Witkiewiczs Entwürfen. Wenn du nur ein Museum von innen sehen willst, nimm dieses, denn es erklärt den Rest der Route.
Zum Karol-Szymanowski-Museum gehst du 1340 m, etwa 19 Minuten. Dort wartet ein Haus, das nur zwei Jahre nach der Koliba im selben Stil entstand.














