Burg Trausnitz
Hier oben beginnt Landshut, ganz wörtlich: 1204 gründete Herzog Ludwig I., genannt der Kelheimer, die Burg und zugleich die Stadt darunter. Zwischen 1255 und 1503 war die Trausnitz die Residenz der Wittelsbacher für Niederbayern, danach Sitz der Erbherrscher über ganz Bayern. Was du vor dir hast, ist kein romantischer Nachbau, sondern ein Herrschersitz, an dem über Jahrhunderte weitergebaut wurde.
Das älteste Herzstück ist der Rittersaal, um 1260/70 schon vorhanden. Er misst 245 Quadratmeter, ist in zwei Schiffe mit je vier Jochen geteilt und folgt der sogenannten Zisterziensergotik. Heute finden dort Festbankette und kurze Ausstellungen statt. Direkt darüber, im Dürnitztrakt, liegt der Weiße Saal, zwei Geschosse hoch und rund 240 Quadratmeter groß. Vermutlich als Ballsaal geplant, wurde er offenbar nie vollendet: Spuren von Malereien, wie sie damals in der Burg üblich waren, fehlen völlig.
Achte auf die Loggia, die schon 1493 so hieß und im 16. Jahrhundert fertig wurde. Von der Turmterrasse blickst du durch die Rundbögen über die Stadt, und die Holzdecke mit geformten Rosetten stammt aus der Zeit Wilhelms V. Auf der Südseite des Raums steht eine gemauerte Musikbühne; der Söller fasst heute höchstens 99 Personen.
Lohnt sich der Eintritt? Wenn dich mittelalterliche Säle und die Geschichte der Wittelsbacher interessieren, ja; plane etwa eine Stunde ein. Wer nur Stadtbild sucht, kann die Burg von außen nehmen und gleich weitergehen.
Bevor du hinuntergehst, liegen gleich an der Burg das Schanzl und die Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz mit ihrer Sammlung seltener und wunderlicher Dinge nach Renaissance-Art. Dann sind es 970 m und etwa 14 Minuten bis in den Hofgarten.
















