Vrijthof
Der Vrijthof ist ein weiter Platz, gesäumt von denkmalgeschützten Häusern, Museen, einem Theater, Hotels, Restaurants und Bars. Schau zuerst auf die Westseite der Kirchen: Dort stehen die Sint-Janskerk und die Servaasbasiliek Seite an Seite, eine evangelisch, eine katholisch. Hauptplatz der Stadt wurde der Vrijthof erst im 19. Jahrhundert; vorher gehörte er halb privat dem Stift des heiligen Servatius.
Unter deinen Füßen liegt ein Friedhof. Schon in spätrömischer Zeit wurde hier bestattet, und als man 1969 und 1970 die Tiefgarage baute, kamen mehrere große Gräberfelder aus dem frühen Mittelalter zum Vorschein. Tausende Fundstücke wurden geborgen, ihre Veröffentlichung hat gerade erst begonnen. Grabungen auf der Nordseite fanden 2003 dreizehn übereinanderliegende Schichten der Via Belgica, der römischen Fernstraße vom Ärmelkanal an den Rhein.
Der Name Vrijthof taucht 1223 zum ersten Mal auf, als Kaiser Friedrich II. das Gelände dem Kapitel von Sankt Servatius übertrug. Danach war der Platz ummauert, mit eisernen Toren an den Ecken. Nur während der zwei Wochen der siebenjährlichen Heiligtumsfahrt riss man die Mauern ein, weil die Menge der Pilger zu groß war. Sie drängten sich um die Apsis der Servaasbasiliek, wo die Reliquien aus der Zwerggalerie gezeigt wurden, und schöpften am Servatiusbrunnen in der Platzmitte Wasser, das aus dem Tal der Jeker hergeleitet wurde.
An der Nordostecke lagen im 14. und 15. Jahrhundert berühmte Gasthäuser, dort stand ab 1292 auch der Perron, das Zeichen der Gerichtsbarkeit des Fürstbischofs. Neben dem Nordostportal entstand im 15. Jahrhundert die gotische Königskapelle, daneben der Armenfriedhof. Der Platz kostet nichts und ist immer offen. Zur Sint-Janskerk sind es nur 130 m, zwei Minuten.




















