Elisabethkirche
Du beginnst an einem Grab. Elisabeth von Ungarn gründete 1228 in Marburg ein Hospital für Kranke und Bedürftige und weihte es Franz von Assisi. Als sie 1231 dort starb, legte man sie in ein schlichtes Grab in der kleinen Franziskuskapelle des Hospitals. Sofort kamen Pilger, man erzählte von Heilungswundern, und aus dem Armenhospital wurde ein Wallfahrtsziel.
1234 schenkte Konrad von Thüringen das Hospital dem Deutschen Orden, und die Ritter dachten groß. 1235 wurde Elisabeth heiliggesprochen, Papst Gregor IX. gewährte der Kirche am 30. Mai das Recht, Ablässe zu erteilen, und am 14. August lag der Grundstein. Das Grab selbst blieb, wo es war: Die Nordapsis steht genau über der alten Hospitalkapelle. Am 1. Mai 1236 wurden Elisabeths Gebeine im Beisein von Kaiser Friedrich II. feierlich in einen neuen, mit Edelsteinen besetzten Schrein übertragen.
Der Bau wirkt wie aus einem Guss, und das hat einen Grund: Alles stand auf einem einheitlichen Fundament, also ging es schnell. Vierung und Dreikonchenchor waren in den 1240er Jahren fertig, die zweigeschossige Sakristei 1261, geweiht wurde 1283. Nur die Türme ließen sich Zeit und standen erst 1340. Damit gehört die Kirche zu den frühesten gotischen Kirchen in Deutschland. Später wurden hier die Landgrafen von Hessen bestattet; nachdem Landgraf Philipp I. im 16. Jahrhundert übergetreten war, wurde die Kirche evangelisch und ist es bis heute.
Hinein solltest du auf jeden Fall, der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Wer Schrein und Grablege genauer verstehen will, bucht eine günstige Führung. In der Nachbarschaft stehen noch Gebäude des Ordens, darunter das Deutschhausgut mit der Mineraliensammlung und der Geographie der Philipps-Universität.
Von hier gehst du 960 Meter, rund 14 Minuten, durch die Marburger Oberstadt zur Alten Universität.


















