Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck
Hier beginnt Koblenz, und zwar dort, wo die Mosel in den Rhein mündet. Die Landzunge heißt Deutsches Eck, und auf ihr steht das Reiterstandbild Wilhelms I., des ersten Deutschen Kaisers, 1897 eingeweiht als Dank für seine Rolle bei der Einigung Deutschlands. Der Platz ist frei zugänglich und kostet nichts, also nimm dir Zeit: erst das Denkmal, dann der Blick auf die beiden Flüsse, die hier zusammenkommen.
Mit dem Kaiser hat der Name nichts zu tun. 1216 holte der Erzbischof von Trier die Ritter des Deutschen Ordens nach Koblenz und stattete sie mit Gütern rund um St. Kastor aus, der Kirche, an der dein Rundgang endet. Die Ritter widmeten sich vor allem der Krankenpflege und gründeten bald eine Kommende; ab 1279 wuchs um das Deutschherrenhaus das Anwesen, das man Deutsches Eck nannte. Um 1600 verlegte der Komtur seinen Sitz rheinabwärts nach Köln.
1794 eroberten französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer, ab 1802 wurde der Kirchenbesitz säkularisiert, und die Preußen bauten das Gelände in ihre Festung Koblenz ein. Die Landzunge unter deinen Füßen gibt es in dieser Form erst seit dem 19. Jahrhundert: Damals verband man das Eck über eine Mole mit einer Sandbank flussabwärts.
Nach dem Tod Wilhelms I. 1888 wollte sein Enkel Wilhelm II. einen Kult um den „Reichsgründer“ entfachen, und in der preußischen Rheinprovinz entstanden zahlreiche Kaiser-Wilhelm-Denkmäler. Das Koblenzer Standbild ließ die französische Militärregierung gleich nach dem Zweiten Weltkrieg abbauen; nur der Sockel blieb als Mahnmal. Erst nach der Wiedervereinigung kam 1993, nach heftigen Debatten, eine Nachbildung zurück. Wenn du hinaufschaust, siehst du also eine Kopie mit einer langen politischen Geschichte.
Von hier gehst du 760 Meter, etwa 11 Minuten, hinein in die Altstadt zum Florinsmarkt.




















