Mainzer Dom
Du stehst vor einem Bau, der seit rund tausend Jahren das Zentrum von Mainz bildet. Offiziell heißt er Hoher Dom zu Mainz, viele sagen Martinsdom, denn Schutzpatron ist der heilige Martin von Tours; der Ostchor ist dem heiligen Stephan geweiht. Im Kern ist der Dom romanisch, doch über die Jahrhunderte kamen außen immer neue Teile dazu. Achte beim Umrunden darauf, wie sich die Stile mischen: Jede Epoche hat hier ihre Spur hinterlassen.
Der Mann hinter dem Dom ist Erzbischof Willigis. Unter ihm blühte Mainz wirtschaftlich auf, er selbst wurde einer der einflussreichsten Politiker seiner Zeit und führte zwischen 991 und 994 sogar als Regent die Geschäfte des Reiches. Gleich nach seinem Amtsantritt 975 gab er einen Neubau in Auftrag, Teil seiner Vision von Mainz als „zweitem Rom“. Der neue Dom sollte zwei Kirchen ersetzen: den alten Dom und St. Alban, die große Kirche einer Benediktinerabtei, in der Bischöfe und Adlige begraben lagen, darunter Fastrada, eine Frau Karls des Großen.
Willigis plante groß: zwei Chöre, zwei Querhäuser, drei Schiffe und sechs Türme, dazu ein Kreuzgang und eine kleine Marienkirche, die über einen Säulengang angebunden war. Ein Gewölbe gab es zunächst nicht, bei dieser Größe war das damals technisch kaum zu stemmen.
Hinein lohnt sich für jeden, und der Eintritt ist frei. Drinnen liegen die Grabmäler der Kurfürst-Erzbischöfe, die Mainz über Jahrhunderte regierten, dazu Kunst aus einem ganzen Jahrtausend; im Innenhof stehen Figuren des heiligen Bonifatius und der Madonna. Eine halbe Stunde reicht für einen guten Eindruck.
Am Dom liegt auch der Wochenmarkt Mainz. Von hier sind es 620 m und 9 Minuten zum Gutenberg-Museum, unterwegs passierst du das Naturhistorische Museum Mainz.




















