Kurhaus Wiesbaden
Hier beginnt Wiesbaden als Kurstadt. Das Kurhaus ist bis heute das gesellschaftliche Zentrum der Stadt und zugleich ihr Kongresshaus: Unter seinem Dach liegen ein großer und ein kleiner Saal, ein Restaurant und die Spielbank. Vor dem Haupteingang breitet sich das Bowling Green aus, eine Rasenfläche mit zwei Brunnen, die ihren Namen britischen Kurgästen verdankt. Zwei Säulenhallen rahmen den Platz: im Süden die Theaterkolonnade, im Norden die Kurhauskolonnade. Mit 129 Metern gilt sie als längste Säulenhalle Europas; heute stehen darin die Automaten des Casinos.
Die Spielbank hat literarischen Ruhm. Fjodor Dostojewski soll hier die Anregung zu seinem Roman „Der Spieler“ bekommen haben, und noch 2005 galt das Wiesbadener Roulette als das mit den höchsten Einsätzen in Deutschland.
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Schon die Römer kannten die heißen Quellen, und der Stadtname geht auf Wisibada zurück, den Badeort in den Wiesen. 1810 baute Christian Zais das erste Kurhaus, ein klassizistisches, eher bescheidenes Gebäude mit Säulenportikus, das Goethe bei einem seiner vielen Besuche lobte. Dann kamen die Kurgäste in Scharen: 1840 waren es 20.000, bis 1910 hatte sich die Zahl verzehnfacht. Ein größeres, prächtigeres Haus musste her, und vor dem stehst du jetzt.
Achte auch auf den Platz selbst: Zwischen 2004 und 2006 entstand darunter eine Tiefgarage, die alten Platanen an den Seiten wurden dabei durch junge Bäume derselben Art ersetzt. Foyer und Kolonnaden kannst du kostenlos betreten; ein kurzer Blick hinein lohnt sich für jeden. Hinter dem Haus beginnt der Kurpark, 380 Meter, gut fünf Minuten zu Fuß.
























