Château Ramezay
Dein Rundgang beginnt an der Rue Notre-Dame in Vieux-Montréal, direkt gegenüber dem Hôtel de Ville. Das Haus vor dir ist ein typisches Stadthaus aus der Zeit der Kolonie Neufrankreich, und es gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden Montreals. Claude de Ramezay, damals Gouverneur von Montreal, ließ es 1705 als private Residenz errichten. Seit 1949 ist es Nationale Historische Stätte.
Wer hier wohnte, erzählt viel über die wechselnden Herren der Stadt. Ramezays Nachkommen verkauften das Haus 1745 an die Französische Westindienkompanie. 1754 richtete ein Brand schwere Schäden an, auf den alten Fundamenten entstand es neu und größer, 1757 war der Wiederaufbau fertig. Nach der britischen Eroberung musste die Kompanie 1764 verkaufen. Der Händler William Grant vermietete das Haus ab 1773 an die Regierung, und fortan wohnte hier der Generalgouverneur, wenn er in Montreal war. Nur während der Invasion durch die Kontinentalarmee 1775/76 zogen amerikanische Kommandeure ein.
Nach dem Auszug des letzten Gouverneurs 1844 wurde das Haus zum Allzweckgebäude: ab 1849 Gericht, ab 1856 über zwei Jahrzehnte eine Grundschule, zeitweise Büros des Bildungsministeriums. Die Université Laval brachte hier ab 1880 ihre medizinische und ab 1883 auch ihre juristische Fakultät unter, zog aber schon 1889 wieder aus. 1895 übernahm die Stadt das Gebäude, seitdem betreibt die Société d'archéologie et de numismatique de Montréal darin ein Museum.
Drinnen erwarten dich eine ethnologische Sammlung und eine Porträtgalerie. Der Besuch lohnt sich vor allem, wenn du das Montreal der Gouverneure und Kaufleute verstehen willst, bevor du am Nachmittag in die Altstadt zurückkehrst. Das Museum kostet Eintritt; eine Dreiviertelstunde reicht. Danach liegt eine der beiden langen Etappen vor dir: 3010 m, rund 44 Minuten, bis zum Mont Royal.




















