Place Royale
Hier beginnt alles. Am 3. Juli 1608 kam der französische Seefahrer Samuel de Champlain an diese Stelle und ließ einen befestigten Handelsposten errichten, die Habitation de Québec. Das erste Gebäude war aus Holz, umgeben von einem Graben und einer Palisade, und diente vor allem dem Pelzhandel mit den Ureinwohnern. Ab 1624 ersetzte Champlain es an derselben Stelle durch einen Steinbau. Aus diesem Posten wuchs über die Jahrhunderte die heutige Unterstadt, deshalb nennt man den Platz die Wiege der französischen Zivilisation in Amerika.
Schau dir die Steinhäuser rund um den Platz genau an. Sie wirken wie aus dem 18. Jahrhundert, sind aber zum großen Teil rekonstruiert. Grundlage waren archäologische Grabungen, vor allem zwischen 1975 und 1977, bei denen man auch die Grundmauern von Champlains Steinbau fand. Die Brandmauern zwischen den Häusern sind eine Lehre aus dem großen Brand von 1682. Ab 1686 stand hier eine Statue Ludwigs XIV., daher der Name Place Royale. An der Südseite steht Notre-Dame-des-Victoires, zwischen 1687 und 1723 erbaut und die älteste Steinkirche Nordamerikas.
1759 belagerte die britische Armee unter General James Wolfe die Stadt drei Monate lang, das Bombardement zerstörte auch diesen Platz. Im 19. Jahrhundert verlor er seine Bedeutung für den Handel, das Viertel verfiel. Ab 1967 ließ die Provinzregierung es sanieren, mit Restaurierungen, Abrissen und Neubauten. Das war umstritten, weil dabei kräftig in die gewachsene Bausubstanz eingegriffen wurde. Wenn du über den Platz gehst, lohnt die Frage: Was ist alt, was ist nachgebaut?
Von hier sind es 460 m, etwa 10 Minuten, hinauf in die Oberstadt zum Château Frontenac. Du wechselst damit von der Händlerstadt am Fluss in die Stadt der Gouverneure auf dem Felsen.




















