Fortezza Albornoz
Den Zugang zur Fortezza Albornoz findest du an der Piazza Cahen, und was dich hinter den alten Mauern erwartet, ist vor allem Grün: In der Festung liegen heute die städtischen Gärten von Orvieto. Erhalten ist nur ein Teil der Anlage, aber genug, um sie zu lesen. Achte auf den Turm und auf das Stück Ringmauer, von dem aus du weit hinunter ins Tal des Paglia schaust. Zwischen den Wegen stehen Bronzearbeiten des amerikanischen Bildhauers Jack Zajac, und innerhalb der Festung steht auch das Geburtshaus des Journalisten Luigi Barzini.
Die Festung entstand 1364, und sie hatte zwei Aufgaben zugleich. Kardinal Egidio Albornoz ordnete damals im Auftrag des Papstes die Macht in Mittelitalien neu und ließ in den Städten, die wieder unter päpstliche Herrschaft kamen, eine Reihe solcher Burgen errichten: militärischer Stützpunkt und sichtbares Zeichen, wer jetzt das Sagen hat. Den Entwurf lieferte der Militärarchitekt Ugolino di Montemarte, dessen Adelsfamilie in der Gegend Besitz hatte. Ursprünglich war es ein Mauergeviert mit breitem Graben und Zugbrücken; der Turm, den du heute siehst, wacht über der Porta Soliana, die später auch Porta Rocca hieß, am östlichen Rand des Felsens.
Für die Burg musste ein ganzes Viertel weichen. Das einfache Wohnquartier San Martino wurde aus Sicherheitsgründen großteils abgerissen, und auf seinen Trümmern begann der Bau. Formal beantragt hatte ihn übrigens die Stadt selbst, nach ihrem „freiwilligen Anschluss“ an den Kirchenstaat, ganz nach der Methode des Kardinals. Weil die öffentlichen Gebäude der Kommune damals fast verlassen waren, wurde die Festung neben dem Dom, an dem noch langsam gebaut wurde, zum zweiten Pol der Stadt.
Der Eintritt ist frei, und genau deshalb lohnt es sich, hier nicht zu hetzen: ein Gang an der Mauer entlang, ein Blick ins Tal, dann bist du eingestimmt. Wenn du die Giardini Comunali verlässt, führen dich 670 Meter, rund 11 Minuten, quer durch die Stadt zum Torre del Moro.














