Teatro romano di Spoleto
Du startest dort, wo Spoleto noch Spoletium hieß. Das Teatro romano di Spoleto stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus; der Bau misst gut 114 Meter im Durchmesser, der Zuschauerraum, die Cavea, rund 70 Meter. Ein Teil der Ränge ruht auf einem halbrunden Umgang mit Tonnengewölbe, aus dem drei Zugänge, die Vomitoria, zu den Sitzplätzen führten. Die Plätze für Magistrate und angesehene Bürger erreichte man dagegen von den Enden der Cavea aus.
Schau auf die Orchestra: Ihr Boden aus farbigen Marmorplatten ist erhalten. Am Proszenium erkennst du die Löcher, in denen einst die Pfosten für den Vorhang steckten. Die Außenfassade bestand aus Arkaden, gegliedert von tuskischen Halbsäulen.
Danach folgt eine lange Kette von Umnutzungen. Schon in der Antike beschädigte ein Erdrutsch, vielleicht nach einem Erdbeben, das Theater, es wurde repariert. Später diente es als Steinbruch. Im 12. Jahrhundert entstand auf einem Teil der Bühne die Kirche Sant'Agata, im 13. und 14. Jahrhundert kamen die Häuser der Familie Corvi dazu. Ende des 14. Jahrhunderts zogen Benediktinerinnen aus der Abtei San Paolo inter vineas ein, erbten den Palazzo Corvi und gründeten ihr Kloster, im 16. Jahrhundert erweitert um einen Kreuzgang auf achteckigen Pfeilern. Ab 1870 war das Kloster ein Frauengefängnis.
Im 16. Jahrhundert zeichnete Baldassarre Peruzzi die Ruinen noch, identifiziert wurde der Ort aber erst 1891 durch den Spoletiner Archäologen Giuseppe Sordini. Gegraben wurde ab 1933, das meiste zwischen 1954 und 1960. Heute beherbergt das Kloster Sant'Agata das Museo archeologico nazionale, und im Theater finden wieder Konzerte und Aufführungen statt, vor allem beim Festival dei Due Mondi. Der Besuch kostet Eintritt und lohnt sich, wenn dich römische Bauten interessieren und du die Orchestra aus der Nähe sehen willst.
Zum Arco di Druso e Germanico sind es 310 Meter, rund 5 Minuten; unterwegs kommst du am Museo Archeologico Nazionale di Spoleto vorbei.
















