Piazza IV Novembre
Hier läuft Perugia seit jeher zusammen. Die Piazza IV Novembre ist kein regelmäßiges Rechteck, sie folgt dem natürlichen Gefälle des Hügels, und das merkst du beim Überqueren. Fünf Hauptachsen der mittelalterlichen Stadt treffen hier aufeinander, die sogenannten Vie Regali. Rundherum stehen die großen Bauten der Stadt: in der Mitte die Fontana Maggiore, dazu der Palazzo dei Priori und die Längsseite des Doms.
Der Platz ist älter als alles, was du siehst. Schon die Römer hatten hier ihr Forum, und im frühen Mittelalter wurde er zum Ausgangspunkt der fünf Königswege. Im 10. Jahrhundert zog der Bischofssitz in die neue Kirche San Lorenzo, später kam die Regierung der freien Kommune dazu. Seitdem stehen geistliche und weltliche Macht hier Seite an Seite.
Sein heutiges Gesicht bekam der Platz durch einen gezielten Umbau der Kommune zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert. 1253 begann man, ihn mit Ziegeln zu pflastern, man erweiterte die Kathedrale und baute den Palazzo dei Priori. 1591 ließ der päpstliche Legat Domenico Pinelli eine neue, breitere Zufahrt schlagen, die heutige Via Calderini.
Der Name erinnert an den 4. November 1860: Nach der Schlacht von Castelfidardo stimmten Umbrien und die Marken in einer Volksabstimmung für den Anschluss an das entstehende Königreich Italien. Der Chronist Serafino Siepi nannte den Platz den schönsten und ältesten der Stadt. Den Brunnen in der Mitte erreichst du ohne einen einzigen Schritt Umweg, er ist der nächste Stopp.






















