Cappella degli Scrovegni
Von außen sieht die Cappella degli Scrovegni bescheiden aus: ein kleiner, schlichter Kirchenbau neben dem ehemaligen Kloster der Augustiner-Eremiten. Ihr zweiter Name, Arenakapelle, verrät die Lage. Das Grundstück, das der Bankier Enrico Scrovegni kaufte, grenzte an eine römische Arena, und genau hier wurde schon eine Generation lang unter freiem Himmel eine Prozession mit der Verkündigung an Maria gespielt, bevor die Kapelle stand.
Scrovegni holte Giotto. Geweiht wurde der Bau der Santa Maria della Carità am Fest der Verkündigung 1303, konsekriert 1305; für die Weihe am 25. März 1305 schrieb Marchetto da Padova offenbar eigens eine Motette. Die Marienverehrung zieht sich durch das ganze Bildprogramm, das Marias Rolle für die Erlösung feiert.
Drinnen haben Giotto und seine Werkstatt jede Fläche bemalt, Wände wie Decke. Du siehst die Zyklen vom Leben Christi und vom Leben Mariens, darunter in Grisaille, also einfarbig grau, die Laster und Tugenden. Dreh dich einmal um: Die Eingangswand trägt ein großes Jüngstes Gericht. Der Raum misst nur 20,88 m in der Länge und 8,41 m in der Breite, und doch begann hier um 1305 eine Revolution der Wandmalerei, die Technik, Stil und Inhalt ein ganzes Jahrhundert prägte. Seit 2021 gehört die Kapelle zum UNESCO-Welterbe der Freskenzyklen des 14. Jahrhunderts.
Der Innenbesuch lohnt sich für jeden, auch ohne Kunstkenntnis. Hinein kommst du nur mit einem Ticket für ein festes Zeitfenster, also buche vorher und plane den Tag darum herum. Zur Eremitani-Kirche sind es danach nur 300 m, rund 4 Minuten, vorbei an den Musei Civici, zu denen Kapelle und Kloster heute gehören.




















