Markusplatz
Hier beginnt die Runde, auf dem Platz, den die Venezianer einfach „la Piazza“ nennen. Zusammen mit der Piazzetta, die sich in der Ecke beim Becken von San Marco zum Wasser hin öffnet, war er das politische, religiöse und gesellschaftliche Zentrum der Republik. Das berühmte Wort vom „Salon Europas“ wird gern Napoleon zugeschrieben; einen Beleg dafür gibt es allerdings nicht.
Stell dich ans Ende des Platzes und schau nach Osten: Die Fassade des Markusdoms beherrscht alles, mit großen Bögen, Marmor, romanischen Reliefs um das Mittelportal und den vier Pferden darüber. Für Venedig waren sie Symbole von Stolz und Macht. 1379 erklärten die Genuesen, Frieden könne es erst geben, wenn diese Pferde gezäumt seien. Vierhundert Jahre später ließ Napoleon sie nach der Eroberung Venedigs abnehmen und nach Paris schaffen.
Links neben der Kirche liegt die Piazzetta dei Leoncini, benannt nach den zwei Marmorlöwen, die Doge Alvise Mocenigo 1722 stiftete; offiziell heißt sie heute Piazzetta San Giovanni XXIII. Daneben steht der klassizistische Palazzo Patriarcale, Sitz des Patriarchen von Venedig, und dahinter der Uhrturm, die Torre dell'Orologio, 1499 vollendet. Unter seinem Torbogen beginnt die Merceria, die Hauptgeschäftsstraße, die durch Ladengassen bis zum Rialto führt, dem alten Handels- und Finanzzentrum, wo diese Runde später ankommt. Rechts vom Uhrturm siehst du die geschlossene Kirche San Basso, 1675 von Baldassarre Longhena entworfen und nur ab und zu für Ausstellungen geöffnet.
Bevor du weitergehst: Der Campanile und die Gärten der Giardini Reali liegen gleich hier am Platz. Zum Eingang des Markusdoms sind es nur 160 m, zwei Minuten.






























