Venedig auf eigene Faust: Von San Marco bis Rialto

Vom Markusplatz über die Salute und die Campi von Dorsoduro zum Rialtomarkt und zurück: eine Runde, die große Namen mit stillen Plätzen verbindet.

15 Stationen 5,8 km ~1 Std. 24 Min. Gehzeit
Route der Tour durch Venedig
Stopp 1 von 15
160 m·2 min
Markusplatz
Geh nach Osten in Richtung des Markusdoms.
Willkommen in Venedig. Ich bin Alex, und hier in Venedigs stilleren Gassen verbirgt eine Kirche ein ungewöhnliches Spiel aus Wasser und Stein.
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Die Runde im Überblick: 15 Stationen, 5,8 km

Die Runde hat 15 Stationen, beginnt und endet am Markusplatz und führt über Santa Maria della Salute und Dorsoduro bis zur Rialtobrücke. Sie misst 5,8 km, die reine Gehzeit beträgt 1 Std. 24 Min. Ohne Innenbesuche brauchst du rund dreieinhalb Stunden, mit Markusdom und Dogenpalast einen langen Tag.

Plätze, Brücken, der Mercato di Rialto und mehrere Kirchen sind frei; Eintritt kosten Markusdom, Dogenpalast, Gallerie dell'Accademia und Ca' Rezzonico. Route und GPS-Navigation von Stopp zu Stopp sind kostenlos, der AI Tour Guide ist optional.

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Das Video zeigt Highlights der Route. Alle 15 Stationen findest du weiter unten.

Die Route

Venedig Stadtrundgang Karte: alle 15 Stationen auf einen Blick

15 Stopps 5,8 km 1 Std. 24 Min. Gehzeit
Tippen, um die interaktive Karte zu laden

Die 15 Stationen auf dieser Route

  1. Markusplatz in Venedig, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    1Markusplatz
  2. Markusdom in Venedig, Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    2Markusdom
  3. Dogenpalast in Venedig, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    3Dogenpalast
  4. Seufzerbrücke in Venedig, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    4Seufzerbrücke
  5. San Zaccaria in Venedig, Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    5San Zaccaria
  6. Santa Maria della Salute in Venedig, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    6Santa Maria della Salute
  7. Gallerie dell'Accademia in Venedig, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    7Gallerie dell'Accademia
  8. Ponte dell'Accademia in Venedig, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    8Ponte dell'Accademia
  9. Dorsoduro in Venedig, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    9Dorsoduro
  10. Ca' Rezzonico in Venedig, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    10Ca' Rezzonico
  11. Campo Santa Margherita in Venedig, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    11Campo Santa Margherita
  12. Campo San Polo in Venedig, Station 12 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    12Campo San Polo
  13. Mercato di Rialto in Venedig, Station 13 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    13Mercato di Rialto
  14. Chiesa di San Giacomo di Rialto in Venedig, Station 14 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    14Chiesa di San Giacomo di Rialto
  15. Rialtobrücke in Venedig, Station 15 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    15Rialtobrücke
  16. Das ist die ganze Runde.

    Geh sie mit dem AI Tour Guide, der dich durch jede dieser Straßen führt.

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    Geschafft

Dein Venedig Rundgang: jede Station mit Geschichte und Tipps

  1. 1

    Markusplatz

    Markusplatz in Venedig, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Hier beginnt die Runde, auf dem Platz, den die Venezianer einfach „la Piazza“ nennen. Zusammen mit der Piazzetta, die sich in der Ecke beim Becken von San Marco zum Wasser hin öffnet, war er das politische, religiöse und gesellschaftliche Zentrum der Republik. Das berühmte Wort vom „Salon Europas“ wird gern Napoleon zugeschrieben; einen Beleg dafür gibt es allerdings nicht.

    Stell dich ans Ende des Platzes und schau nach Osten: Die Fassade des Markusdoms beherrscht alles, mit großen Bögen, Marmor, romanischen Reliefs um das Mittelportal und den vier Pferden darüber. Für Venedig waren sie Symbole von Stolz und Macht. 1379 erklärten die Genuesen, Frieden könne es erst geben, wenn diese Pferde gezäumt seien. Vierhundert Jahre später ließ Napoleon sie nach der Eroberung Venedigs abnehmen und nach Paris schaffen.

    Links neben der Kirche liegt die Piazzetta dei Leoncini, benannt nach den zwei Marmorlöwen, die Doge Alvise Mocenigo 1722 stiftete; offiziell heißt sie heute Piazzetta San Giovanni XXIII. Daneben steht der klassizistische Palazzo Patriarcale, Sitz des Patriarchen von Venedig, und dahinter der Uhrturm, die Torre dell'Orologio, 1499 vollendet. Unter seinem Torbogen beginnt die Merceria, die Hauptgeschäftsstraße, die durch Ladengassen bis zum Rialto führt, dem alten Handels- und Finanzzentrum, wo diese Runde später ankommt. Rechts vom Uhrturm siehst du die geschlossene Kirche San Basso, 1675 von Baldassarre Longhena entworfen und nur ab und zu für Ausstellungen geöffnet.

    Bevor du weitergehst: Der Campanile und die Gärten der Giardini Reali liegen gleich hier am Platz. Zum Eingang des Markusdoms sind es nur 160 m, zwei Minuten.

    Name vor Ort
    Piazza San Marco
    Öffnungszeiten
    Immer zugänglich (öffentlicher Platz, rund um die Uhr geöffnet)
    Preis
    Kostenlos
  2. 2

    Markusdom

    Markusdom in Venedig, Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der Markusdom ist die Kathedrale Venedigs und bewahrt die Reliquien des Evangelisten Markus, des Stadtpatrons. Bis zum Ende der Republik war er aber vor allem die Palastkirche des Dogen, geleitet von einem Primicerius, den der Doge selbst ernannte. Das heutige Gebäude ist schon die dritte Kirche an dieser Stelle, vermutlich ab 1063 gebaut, um das wachsende Selbstbewusstsein der Stadt zu zeigen. Vorbild war, wie bei den beiden Vorgängern, die Apostelkirche in Konstantinopel aus dem 6. Jahrhundert.

    Achte auf die Mischung: Mittelbyzantinisches, Romanisches und Islamisches stehen nebeneinander, gotische Elemente kamen später dazu. Ursprünglich waren die Fassaden aus Ziegeln. Vor allem im 13. Jahrhundert wurden sie mit seltenem Marmor und kostbaren Steinen verkleidet, und viele Säulen, Reliefs und Skulpturen sind schlicht Beute: Nach dem Vierten Kreuzzug brachten die Venezianer sie aus Kirchen und Palästen Konstantinopels mit, darunter auch die vier Bronzepferde über dem Eingang.

    Innen sind Kuppeln, Gewölbe und obere Wände nach und nach mit Mosaiken auf Goldgrund überzogen worden: Heilige, Propheten, biblische Szenen. Genau dafür lohnt sich der Besuch, und dafür reicht das Basisticket. Seit Juli 2025 musst du online vorab buchen; tu das direkt auf der offiziellen Seite. Das lohnendste Extra ist die Loggia dei Cavalli, der Balkon über dem Platz, wo die Pferde als Kopien stehen. Die Pala d'Oro ist nur ein kurzer Abstecher, die große Kombi lohnt sich vor allem für Kunstfans.

    Über die Porta dei Fiori an der Piazzetta dei Leoncini kommst du zum Beten kostenlos hinein, allerdings nur in einen kleinen Bereich vor einem Seitenaltar. Für einen kurzen Blick ist das in Ordnung, einen Rundgang unter den Mosaiken ersetzt es nicht. Vom Dom zum Dogenpalast, der direkt an die Kirche anschließt, sind es 170 m.

    Name vor Ort
    Basilica di San Marco
    Öffnungszeiten
    Mo–Sa 9:30–17:00 (letzter Einlass 16:45); So und Feiertage 14:00–16:30 (letzter Einlass 16:15) für Touristenbesuche, Vormittage für die Messe reserviert.
    Preis
    10 EUR Nur-Basilika-Online-Ticket („Biglietto Margherita“, seit 1. Juli 2025 mit Pflicht-Vorab-Buchung; zuvor 6 EUR online/3 EUR vor Ort); 20 EUR Basilika+Pala d’Oro oder Basilika+Museum; 30 EUR Komplett-Kombi (Basilika+Pala d’Oro+Museum+Loggia Cavalli); sonntags 9:30-14:00 nur Museum/Loggia dei Cavalli geöffnet, 7 EUR. Freier Eintritt für Gebet/Messe über die Porta dei Fiori (Piazzetta dei Leoncini, Nordseite) jederzeit; kostenlos für Einwohner der Diözesan-Gemeinden, Kinder unter 10/11, Besucher mit Behinderung+Begleitperson, Geistliche, Polizei, akkreditierte Guides; 50 % Ermäßigung 10-18 Jahre/Studierende unter 26/65+.
  3. 3

    Dogenpalast

    Dogenpalast in Venedig, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Jahrhundertelang hieß dieses Gebäude einfach „il Palazzo“, denn es war das einzige, das so genannt wurde. Alle anderen repräsentativen Adelshäuser der Stadt waren nur „Ca'“, Haus. Hier saßen der Doge und die Behörden der Republik. Gegründet 811, mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut, hat der Palast die ganze Geschichte der Serenissima begleitet, von den Anfängen bis zum Ende. Nach dem Anschluss Venedigs an das Königreich Italien wurde er Museum.

    Schau dir die Fassade genau an, sie ist ein Hauptwerk der venezianischen Gotik und lebt von einem Trick: Der schwere Baukörper oben ruht auf Säulengängen, die fast zierlich wirken. Byzantinische und orientalische Anklänge zeigen, wie eng Venedig mit dem östlichen Mittelmeer handelte und sich austauschte.

    Drinnen ist vieles von der einstigen Ausstattung verloren, aber die Gemäldesammlung ist groß: Jacopo und Domenico Tintoretto, Tizian, Veronese, Francesco Bassano, Palma il Giovane und andere. Für Erstbesucher lohnt sich der Innenbesuch: der Große Ratssaal mit Tintorettos Paradies, die Säle mit Veronese. Waffenkammer und Kartensaal kannst du zügig durchlaufen, wenn die Zeit knapp wird. Wer Venedig schon kennt, kann ihn auslassen. 2022 kamen über 1,1 Millionen Besucher, damit war er das drittmeistbesuchte Museum Italiens.

    Das Ticket gilt für die Museen am Markusplatz, also auch Museo Correr, Archäologisches Museum und Biblioteca Marciana, und drei Tage lang. Wer mindestens 30 Tage vorher online bucht, zahlt etwas weniger; wichtiger ist, dass ein fester Slot dir die Warteschlange erspart. Die Seufzerbrücke liegt nur 40 m entfernt, und wenn du drinnen bist, gehst du ohnehin über sie.

    Name vor Ort
    Palazzo Ducale
    Öffnungszeiten
    1. Apr.–31. Okt.: täglich 9:00–19:00 (letzter Einlass 18:00); 1. Nov.–31. März: täglich 9:00–18:00 (letzter Einlass 17:00); verlängerte Zeiten 1. Mai–26. Sept. 2026 Fr/Sa bis 23:00 (letzter Einlass 22:00); 19. Dez.–3. Jan. Fr/Sa bis 21:00.
    Preis
    35 EUR Standard-Ticket für die Museen des Markusplatzes inkl. Dogenpalast; 30 EUR online mindestens 30 Tage vor dem Besuch; 15 EUR ermäßigt
  4. 4

    Seufzerbrücke

    Seufzerbrücke in Venedig, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Den besten Blick hast du gratis von der Ponte della Paglia: Die geschlossene Brücke aus weißem istrischem Kalkstein spannt sich über den Rio di Palazzo und verbindet den Dogenpalast mit den Prigioni Nuove, den „neuen Gefängnissen“. Die brauchte man, weil die Zellen im Palast selbst, die Pozzi, zu klein geworden waren. Ab 1580 plante Gianantonio Rusconi den Neubau; nach seinem Tod übernahm Antonio da Ponte, der auch die Südfassade zum Wasser hin entwarf, die einzige geschmückte Wand eines sonst völlig schmucklosen Gebäudes. Das festungsartige Aussehen übernahm er von Sansovinos Münze, der Zecca, an der Piazzetta.

    Die Brücke selbst entstand kurz nach 1600 und stammt von Antonio Contin, da Pontes Neffen und Schüler. Innen verlaufen zwei Gänge, getrennt durch eine Mauer: So begegneten die Verurteilten auf dem Weg in die Zellen nicht denen, die gerade erst vor Gericht geführt wurden.

    Achte auf die Details: Am unteren Bogen sitzen elf gemeißelte Köpfe, in der Mitte ein Löwe, in den Zwickeln liegende Figuren. Die Dachlinie mit ihren Voluten wirkt für eine Gefängnisbrücke erstaunlich verspielt, als kündige sie schon den Barock an. Auf jeder Seite gibt es zwei Fenster mit steinernem Gitterwerk aus vier achtblättrigen Blüten.

    Ein eigenes Ticket für die Brücke gibt es nicht. Innen überquerst du sie nur als Teil des Rundgangs durch den Dogenpalast, nach den Gefängnisräumen, und meist bleiben dir im Gedränge ein paar Sekunden am vergitterten Fenster. Die Brücke allein ist also kein Grund für das Palastticket. Weiter geht es 260 m, vier Minuten, zur Kirche San Zaccaria, die gleich abseits der Uferpromenade liegt.

    Name vor Ort
    Ponte dei Sospiri
    Öffnungszeiten
    Außenbereich: jederzeit sichtbar/zugänglich (öffentliche Brücken-/Kanalansicht). Innenüberquerung: gleiche Zeiten wie der Dogenpalast (siehe Stopp 3).
    Preis
    Kostenlos von außen zu sehen/fotografieren (von der Ponte della Paglia). Die Überquerung des Inneren ist KEIN separates Ticket, sie ist Teil der regulären Besichtigungs-Route des Dogenpalasts (siehe Stopp 3: 35 EUR Vollpreis / 30 EUR online / 15 EUR ermäßigt), die Besucher nach den Gefängnisräumen überqueren.
  5. 5

    San Zaccaria

    San Zaccaria in Venedig, Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Nur ein paar Schritte vom Trubel am Wasser entfernt stehst du vor einer der ältesten Gründungen der Stadt. Die erste Kirche ließ Doge Giustiniano Participazio im frühen 9. Jahrhundert bauen, für die Gebeine des heiligen Zacharias, des Vaters von Johannes dem Täufer. Sie waren ein Geschenk des byzantinischen Kaisers Leo V. und liegen bis heute unter dem zweiten Altar rechts. In der Krypta sind mehrere Dogen bestattet.

    Die Fassade, die du jetzt siehst, ist eine typisch venezianische Mischung aus Spätgotik und Renaissance. 1458 begann Antonio Gambello gotisch, Jahrzehnte später vollendete Mauro Codussi den oberen Teil mit den Rundbogenfenstern und Säulen im Stil der Frührenaissance; 1515 war die Kirche fertig. Die Vorgängerkirche wurde nicht abgerissen, der Neubau entstand daneben, und ihre Reste stehen noch.

    Spannend ist das Kloster dahinter: Benediktinerinnen, meist aus den vornehmsten Familien der Stadt, die Äbtissin oft mit dem Dogen verwandt. Die Nonnen hatten den Ruf, es mit der Klausur nicht allzu genau zu nehmen. 855 fand Papst Benedikt III. hier Zuflucht vor seinem Rivalen Anastasius und dankte mit einer großen Reliquiensammlung, darunter Reliquien des Athanasius und ein Stück vom Kreuz Christi. 1105 zerstörte ein Brand den gesamten Klosterkomplex.

    Die Hauptkirche ist frei und reicht für einen Besuch völlig. Kapellen und Krypta kosten ein kleines Zusatzticket; die Krypta steht oft unter Wasser, in dem sich die Säulen spiegeln, ein schönes Extra, aber kein Muss. Jetzt kommt die längste Etappe der Runde: 970 m, eine Viertelstunde, hinüber zur Salute.

    Öffnungszeiten
    Mo–Sa 10:00–12:00 und 16:00–18:00; So 16:00–18:00. Während der Messe nicht besuchbar (Mo–Sa 18:30, So 10:00 und 18:30).
    Preis
    Hauptkirche: kostenlos. Kapelle des Sant'Atanasio, Goldene Kapelle und Krypta: 1,50 EUR Kombiticket.
  6. 6

    Santa Maria della Salute

    Santa Maria della Salute in Venedig, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die Salute steht auf der schmalen Landzunge der Punta della Dogana, zwischen Canal Grande und Giudecca-Kanal, am Becken von San Marco. Deshalb ist sie das Bild, das jeder sieht, der vom Wasser aus auf den Markusplatz zufährt. Ihre Kuppel wurde schnell zum Wahrzeichen der Stadt: Canaletto und Francesco Guardi haben sie gemalt, später auch Besucher wie Turner und John Singer Sargent.

    Ihre Geschichte beginnt mit einer Katastrophe. Ab dem Sommer 1630 wütete die Pest in Venedig und tötete bis 1631 fast ein Drittel der Bevölkerung: 46.000 Tote in der Stadt, in der Lagune weit mehr. Prozessionen und Gebete hatten nichts geholfen. Am 22. Oktober 1630 beschloss der Senat, eine Kirche zu bauen, wie schon nach der Pest von 1575, als Palladio den Redentore entwarf. Diesmal sollte sie nicht einem Pestheiligen geweiht sein, sondern der Jungfrau Maria, der Beschützerin der Republik: Santa Maria della Salute, Maria der Gesundheit.

    Den Entwurf lieferte Baldassarre Longhena, ein Schüler Scamozzis, im damals modernen Barock; 1631 begann der Bau. Es ist die jüngste der venezianischen Pestkirchen, und die meisten Kunstwerke darin nehmen Bezug auf den Schwarzen Tod. Achte beim Hineingehen darauf.

    Die große Rotunde ist frei, ohne Ticket, ohne Spende. Nur die Sakristei kostet Eintritt; sie lohnt sich für alle, die mehr Zeit für Kunst haben. Von hier sind es 620 m, neun Minuten, zur Gallerie dell'Accademia.

    Öffnungszeiten
    Basilika: 1. Apr–31. Okt täglich 09:00–12:00, 15:00–17:30; 1. Nov–31. Mär täglich 09:30–12:30, 15:00–17:30. Freier Zugang zur Basilika; eigene Zeiten für kostenpflichtige Sakristei und Kuppel. Gottesdienste können den Zugang einschränken.
    Preis
    Hauptbasilika (rotonda maggiore): kostenlos, kein Ticket oder Opfer nötig. Sakristei (Sacrestia Maggiore / Museum): 4 EUR Vollpreis, 2 EUR ermäßigt (Studierende, Venedig-Bewohner, 65+, Journalisten, FAI/ICOM/UNESCO-Mitglieder, Gruppen von 5-35, Besucher die auch die Pinacoteca Manfrediniana sehen).
  7. 7

    Gallerie dell'Accademia

    Gallerie dell'Accademia in Venedig, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Hier hängt venezianische Kunst aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert, in einem Komplex, der einmal aus Scuola Grande, Kirche und Kloster von Santa Maria della Carità bestand. Dass die Sammlung hier gelandet ist, verdankt sie Napoleon: Seine Verwaltung löste in Venedig viele Kirchen, Klöster und Scuole auf, und 1807 zog die per Dekret neu gegründete Akademie in die leer gewordenen Gebäude.

    Die Akademie selbst ist älter. Gegründet wurde sie 1750, erster Direktor war der Maler Giovanni Battista Piazzetta, erster Präsident Giambattista Tiepolo nach seiner Rückkehr aus Würzburg. Schon ab 1777 lehrte man hier mit Pietro Edwards Restaurierung, als eine der ersten Einrichtungen überhaupt. Am 10. August 1817 öffneten die Sammlungen erstmals für das Publikum; 1879 wurde die Galerie von der Kunstschule unabhängig, die bis 2004 im selben Gebäude blieb.

    Ein berühmtes Blatt besitzt die Galerie, das du sehr wahrscheinlich nicht sehen wirst: Leonardos Vitruvianischen Menschen. Aus konservatorischen Gründen wird die Zeichnung nur alle sechs Jahre für wenige Wochen gezeigt.

    Lohnt sich der Eintritt? Für alle, die venezianische Malerei mögen, ja, plane etwa eineinhalb Stunden ein. Wer heute schon im Dogenpalast war, hat vielleicht genug Gemälde gesehen und spart sich die Galerie für einen anderen Tag. Zur Brücke, die nach der Akademie benannt ist, sind es 240 m, fünf Minuten.

    Öffnungszeiten
    Di–So 9:00–19:00 (Ticketverkauf bis 18:00); MONTAGS GESCHLOSSEN.
    Preis
    20 EUR Vollpreis; 2 EUR ermäßigt (EU-Bürger 18-25); unter 18 kostenlos. Gruppen (10-25 Erwachsene) 17 EUR; „Arteritivo“ 26-35 Jahre Fr 17:15-19:00 15 EUR; Dorsoduro-Museum-Mile-Inhaber 17 EUR. Kostenlos am ersten Sonntag jedes Monats und an festgelegten nationalen Feiertagen 2026; kostenlos für ICOM-Mitglieder und Museums-Karteninhaber.
  8. 8

    Ponte dell'Accademia

    Ponte dell'Accademia in Venedig, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die Ponte dell'Accademia ist die südlichste der vier Brücken über den Canal Grande und verbindet San Vidal mit der einstigen Kirche Santa Maria della Carità. Dass es sie gibt, ist jünger, als man denkt: Dreihundert Jahre lang war die Rialtobrücke die einzige Möglichkeit, den Canal Grande zu Fuß zu überqueren.

    Erst unter österreichischer Herrschaft im 19. Jahrhundert wollte man zwei weitere Übergänge, einen am neuen Bahnhof, einen hier am anderen Ende des Kanals. 1838 schlug der Architekt Giuseppe Salvadori sogar einen Tunnel unter dem Wasser vor, damit Schiffe mit Masten ungehindert durchkämen. Nach dem Aufstand von 1848 gegen Österreich ruhte alles, bis der englische Ingenieur Alfred Neville 1852 eine eiserne Brücke mit einer einzigen Spannweite von 50 m vorschlug.

    Am 20. November 1854 wurde sie eröffnet, als Ponte della Carità und gegen Maut. Die Venezianer mochten sie nicht: Der industrielle Stil passte nicht zur Stadt, und mit nur 4 m Höhe behinderte sie die Boote. Benutzt wurde sie trotzdem, der Fußgängerverkehr gewöhnte sich schnell an den neuen Weg. Nach einigen Jahren zeigte die Konstruktion Schwächen, und in der Zeit des Faschismus war sie sichtbar verrostet und marode.

    Bleib oben einen Moment stehen und schau über den Kanal. Weiter geht es 290 m, vier Minuten, in die Gassen von Dorsoduro.

    Öffnungszeiten
    Immer zugänglich (öffentliche Brücke, rund um die Uhr geöffnet)
    Preis
    Kostenlos
  9. 9

    Dorsoduro

    Dorsoduro in Venedig, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Dorsoduro ist einer der sechs Stadtteile Venedigs, der Sestiere im Süden der Altstadt. Der Name heißt „harter Rücken“ und erzählt vom Boden: Anders als anderswo in der Lagune bauten die Venezianer hier auf festem, teils felsigem Untergrund. Zum Stadtteil gehören auch die Giudecca und die kleinen Inseln Sacca Fisola und Sacca San Biagio; insgesamt leben hier knapp 11.000 Menschen.

    Die Salute, an der du gerade warst, gehört übrigens zur Pfarrei der Gesuati, einer der Pfarreien, die sich von Westen nach Osten durch den Hauptteil des Viertels ziehen, von San Pantalon über San Trovaso und die Carmini bis San Nicolò dei Mendicoli.

    Dorsoduro ist reich an Kirchen und Palästen, weil Bauherren und Architekten hier zwei lange Uferstreifen zur Verfügung hatten, den Canal Grande und die Zattere. Ein Beispiel ist der Palazzo Dario am Canal Grande, am Beginn des Rio delle Torreselle: 1479 bei Pietro Lombardo in Auftrag gegeben, 1487 fertig, im Kern gotisch, zur Kanalseite mit einer Fassade im Renaissance-Stil. Er gilt als einer der charakteristischsten Paläste der Stadt.

    Lass dir hier ruhig Zeit, das Viertel ist kostenlos und rund um die Uhr zugänglich; Eintritt kosten nur einzelne Museen wie die Accademia und Ca' Rezzonico. Zu Letzterem sind es 540 m, sieben Minuten.

    Öffnungszeiten
    Immer zugänglich (öffentliches Quartier, rund um die Uhr geöffnet)
    Preis
    Kostenlos (Stadtteil/Quartier; einzelne Museen darin verlangen eigenen Eintritt, z. B. Gallerie dell'Accademia und Ca' Rezzonico oben)
  10. 10

    Ca' Rezzonico

    Ca' Rezzonico in Venedig, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Ca' Rezzonico steht am Canal Grande, genau dort, wo der Rio di San Barnaba einmündet. Heute ist der Palast das Museum des venezianischen 18. Jahrhunderts, eines von elf Häusern der städtischen Museen, und selbst ein Paradebeispiel für Barock und Rokoko in Architektur und Ausstattung. Gezeigt werden Gemälde der führenden Maler jener Zeit, darunter Francesco Guardi und Giambattista Tiepolo.

    Die Baugeschichte ist eine Geschichte vom Geldmangel. An der Stelle standen einst zwei Häuser der Patrizierfamilie Bon, um 1650 schon heruntergekommen. 1649 beschloss Filippo Bon, Prokurator und Kunstmäzen, daraus einen großen Palast zu machen, und holte dafür Baldassarre Longhena, denselben Architekten, dessen Salute-Kuppel du eben gesehen hast. Bis 1661 hatte Longhena die beiden Häuser zusammengefasst, die Fassade zum Kanal war bis zum Piano nobile gediehen.

    Dann ging es nicht weiter. Longhena starb 1682, und Filippo Bon war von den Kosten ruiniert und musste den Bau stoppen. Er starb 1712; Söhne und Enkel erbten einen unvollendeten, schon wieder verfallenden Palast, und keiner hatte das Geld, ihn fertigzustellen.

    Der Innenbesuch lohnt sich vor allem, wenn dich das Venedig des 18. Jahrhunderts interessiert, Möbel, Räume, Malerei einer ganzen Epoche; plane rund eine Stunde ein. Zum Campo Santa Margherita sind es nur 120 m, zwei Minuten.

    Öffnungszeiten
    1. Apr.–31. Okt.: 10:00–18:00 (letzter Einlass 17:00); 1. Nov.–31. März: 10:00–17:00 (letzter Einlass 16:00); GANZJÄHRIG DIENSTAGS GESCHLOSSEN; verlängerte Fr/Sa-Zeiten bis 20:00 (letzter Einlass 19:00) vom 1. Mai–26. Sept. 2026.
    Preis
    15 EUR Vollpreis; 7,50 EUR ermäßigt (Kinder 6-14, Studierende 15-25, 65+, Karteninhaber). Kombinierter „Musei del Settecento Veneziano“-Pass (Ca' Rezzonico + Palazzo Mocenigo + Casa di Carlo Goldoni): 20 EUR Vollpreis / 10 EUR ermäßigt. Musei-Civici-Venezia-Alle-Museen-Pass: 50 EUR Vollpreis / 25 EUR ermäßigt.
  11. 11

    Campo Santa Margherita

    Campo Santa Margherita in Venedig, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Nach so viel Prunk tut dieser Platz gut. Der Campo Santa Margherita ist nach dem Campo San Polo der zweitgrößte Platz diesseits des Canal Grande und eines der wenigen Zentren des studentischen Lebens in Venedig. Kunsthistorisch ist er eher bescheiden, die Häuser lagen einst am äußersten Stadtrand, und genau das macht ihn so alltäglich und lebendig.

    Benannt ist er nach der heiligen Margareta von Antiochia. Ihre Pfarrkirche wurde unter Napoleon entweiht und dient heute der Universität als Hörsaal. Vom Glockenturm siehst du nur noch einen Stumpf: 1880 wurde er wegen Einsturzgefahr teilweise abgetragen. Der Palazzetto Corner Foscolo stammt aus dem 13. Jahrhundert, wurde aber so oft restauriert, dass er eher späteren Vorstellungen vom Mittelalter entspricht.

    Achte auf das Haus mitten auf dem Platz: Die Scuola dei Varoteri von 1725 stand ursprünglich am Rand, am Rio della Scoazzera. Erst als dieser Kanal 1863 zugeschüttet wurde, rückte sie in die Mitte. Eine Inschrift erinnert daran: „Colmato il Rio / A maggior ampiezza / MDCCCLXIII / Podestà Bembo“, der Kanal wurde für mehr Weite zugeschüttet. Am Westende liegt die barocke Scuola Grande dei Carmini, von Longhena vollendet, deren Ausstattung samt Gemälden von Tiepolo erhalten ist.

    Hier ist ein guter Moment für eine Pause. Danach geht es 830 m, zwölf Minuten, zum Campo San Polo.

    Öffnungszeiten
    Immer zugänglich (öffentlicher Platz, rund um die Uhr geöffnet)
    Preis
    Kostenlos
  12. 12

    Campo San Polo

    Campo San Polo in Venedig, Station 12 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der Campo San Polo ist der größte Campo Venedigs, nur die Piazza San Marco ist weiter. Der Name kommt von der Kirche San Polo, also San Paolo, die ihm in der Südwestecke ihre Apsis zuwendet. Lange war hier Acker- und Weideland. 1493 wurde der Platz vollständig gepflastert und bekam den Brunnen in der Mitte, danach fanden hier Märkte, Messen und große Versammlungen statt.

    Um 1600 wurden sogar die Märkte der Armen vom Markusplatz hierher verlegt, wichtiger als der große Rialtomarkt wurde San Polo aber nie. Stattdessen wurde der Campo zum Ort der Vergnügungen: öffentliche Feste, Ballspiele, Stierhatzen. Irgendwann reichte es den Anwohnern. 1611 wurden auf dem Platz alle Spiele und der Warenverkauf verboten; die Tafel, die das festhält, siehst du noch heute außen an der Kirche.

    Es gibt auch dunkle Kapitel. 1548 wurde hier Lorenzino de' Medici von zwei Mördern im Auftrag Cosimos I. erstochen. Und nach einer alten Theorie über den römischen Ursprung Venedigs soll der Campo die Arena der Römerstadt gewesen sein, später nach und nach als Baumaterial abgetragen.

    Schau dir die Paläste rundum an: Palazzo Maffetti Tiepolo, Palazzo Soranzo, Palazzo Donà, Palazzo Corner Mocenigo. In einem großen Familienhaus am Platz wurde Franco Basaglia geboren, der Psychiater, dessen Ideen zum Gesetz 180 führten und zur Schließung der psychiatrischen Anstalten in Italien. Zum Mercato di Rialto sind es 590 m, acht Minuten.

    Öffnungszeiten
    Immer zugänglich (öffentlicher Platz, rund um die Uhr geöffnet)
    Preis
    Kostenlos
  13. 13

    Mercato di Rialto

    Mercato di Rialto in Venedig, Station 13 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der Mercato di Rialto war über Jahrhunderte der wichtigste Handelsplatz Venedigs. Der Name kommt von „rivo alto“, hohes Ufer: Es war einer der ersten Orte der Lagune, die besiedelt wurden, und von Anfang an bündelten sich hier Handel und Verkehr. Heute teilt er sich in die Erbaria mit Obst und Gemüse und die Pescheria, den Fischmarkt. Stöbern kostet nichts.

    Ursprünglich hielt Venedig seinen Markt samstags in Castello ab. Als sich im 9. Jahrhundert die Regierung am Rialto niederließ, wurde er zum Motor des Handels; der Fisch- und Gemüsemarkt war das sichtbare Zeichen dafür. Ende des 15. Jahrhunderts gab es nur drei große Märkte in der Stadt, abwechselnd auf San Polo, San Marco und dem Campo San Giovanni in Bragora, doch der Rialto blieb der wichtigste.

    Hier wurde nicht nur eingekauft. Man handelte große Partien, setzte Preise fest, regelte Ein- und Ausfuhr und vermietete Schiffe; an einer Rohstoffbörse ging es um Gold und Silber. Der Staat überwachte alles. Im staatlichen Mehlmagazin, dem Fondaco della Farina, durften Familien nur den Bedarf für einen Monat kaufen, damit niemand hamsterte oder spekulierte. Den Händlern vermietete der Staat ein „stazio“: einen Stand im Freien mit einem Tresen vorn, einem Holzverschlag hinten und einem Segel als Dach.

    Der Markt lebt am Vormittag; wer ihn in Betrieb sehen will, kommt früh oder beginnt die Runde hier. Zur Kirche San Giacomo di Rialto sind es 190 m, drei Minuten.

    Öffnungszeiten
    Erbaria (Obst-/Gemüsestände): Mo–Sa ca. 7:30–13:30. Pescheria (Fischmarkt): Di–Sa ca. 7:30–12:00. Sonntag geschlossen; Fischabteilung auch montags geschlossen (einige Obst- und Gemüsestände erscheinen ggf. dennoch montags).
    Preis
    Kostenlos stöbern (öffentlicher Markt; Preise nur für gekaufte Ware)
  14. 14

    Chiesa di San Giacomo di Rialto

    Chiesa di San Giacomo di Rialto in Venedig, Station 14 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die kleine Chiesa di San Giacomo di Rialto, von den Venezianern liebevoll San Giacometto genannt, steht mitten im alten Handelsviertel. Gebaut wurde sie wohl im späten 11. oder frühen 12. Jahrhundert. Die Renaissance aber hielt sie für viel älter: Mit ihrer legendären Grundsteinlegung am 25. März 421 sollte Venedig selbst gegründet worden sein, und man sah in ihr das Vorbild für San Marco.

    Ihr Alltag war eng mit dem Markt verbunden. 1393 bekam der Glockenturm eine neue Räderuhr mit einem dreimal so großen Klöppel wie zuvor, 1394 eine neue Glocke, die „Rialtina“: Ihr Läuten zeigte in der ganzen Stadt Beginn und Ende der Arbeit an. Der Platz davor sollte neu gepflastert werden, weil sich hier Händler, Adlige und Fremde trafen, und eine gedeckte Halle sollte entstehen, damit die Geschäfte auch bei schlechtem Wetter weiterlaufen konnten. Die Stadt sollte, so heißt es in den alten Beschlüssen, „schön“, „groß“ und „geschmückt“ sein.

    Nach den Bränden am Rialto 1531 und 1601 wurde die Kirche jeweils erneuert. Der heutige Bau von 1601 kopiert die mittelalterliche Anlage und verwendet die alten Säulen wieder. Den Boden hob man dabei deutlich an, zum Schutz vor Hochwasser; verloren gingen die reichen Gewölbemosaiken. Achte auf die große Uhr aus dem 15. Jahrhundert, für die die Kirche bekannt ist.

    Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen; ein kurzer Blick hinein lohnt sich für die alten Säulen. Zur Rialtobrücke sind es 200 m, fünf Minuten.

    Öffnungszeiten
    Mo: 09:00–17:00 | Di: Geschlossen | Mi–So: 09:00–17:00
    Preis
    Kostenlos (Kirche für Gottesdienst geöffnet; Spenden willkommen)
  15. 15

    Rialtobrücke

    Rialtobrücke in Venedig, Station 15 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die Rialtobrücke ist die älteste der vier Brücken über den Canal Grande und verbindet San Marco mit San Polo. Die erste trockene Querung war im 12. Jahrhundert eine Pontonbrücke, die Ponte della Moneta, benannt wohl nach der Münze an ihrem östlichen Ende. Weil der Rialtomarkt immer mehr Verkehr anzog, ersetzte man sie 1255 durch eine Holzbrücke mit zwei Rampen und einem beweglichen Mittelteil, das sich für hohe Schiffe anheben ließ.

    Die Holzbrücke hatte ein bewegtes Leben. Beim Aufstand des Bajamonte Tiepolo 1310 brannte sie teilweise ab. 1444 brach sie unter einer Menschenmenge zusammen, die die Hochzeit des Markgrafen von Ferrara sehen wollte, und 1524 stürzte sie erneut ein. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hatte man an beiden Seiten Läden gebaut; ihre Miete floss in die Staatskasse und half, die Brücke zu unterhalten.

    1503 kam erstmals die Idee einer Steinbrücke auf, doch es dauerte Jahrzehnte. Den Zuschlag bekam schließlich Antonio da Ponte, derselbe Baumeister, der nach dem Brand von 1574 den Dogenpalast wiederaufgebaut und das Gefängnis an der Seufzerbrücke vollendet hat. Gebaut wurde 1588 begonnen, 1591 war die Brücke fertig: ein einziger Bogen, zwei Rampen, die zu einem Portikus in der Mitte führen, auf beiden Seiten überdachte Ladenreihen. Vincenzo Scamozzi hielt die Konstruktion für so gewagt, dass er ihren Einsturz vorhersagte. Sie steht bis heute.

    Geh bis zur Mitte, schau über den Kanal und dann zurück auf die Läden. Von hier sind es 580 m, acht Minuten, zurück zum Markusplatz, wo sich die Runde schließt.

    Öffnungszeiten
    Immer zugänglich (öffentliche Brücke, rund um die Uhr geöffnet)
    Preis
    Kostenlos
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MarkusplatzMarkusdomDogenpalastSeufzerbrücke+11
Alle 15 Stopps sind schon auf der Karte.
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Die Route kennst du jetzt. Geh sie mit einem Guide im Ohr.

Drück auf Start, wo immer du bist, auch hunderte Kilometer von Venedig entfernt, und der Guide fängt sofort an, seine Geschichten zu erzählen. In der Stadt wählst du jeden der 15 Stopps als Startpunkt: Der Guide führt dich hin und redet dann die ganze Route mit dir, fragt nach, hört zu, merkt sich deine Antworten und passt die Tour daran an.

15Stopps 5,8km 1 Std. 24 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Kürzere Varianten: San Marco, Dorsoduro oder Rialto am Vormittag

Nicht jeder hat einen ganzen Tag. Diese drei Abschnitte funktionieren auch für sich und lassen sich an verschiedenen Tagen gehen.

San Marco kompakt

Stopps: 1, 2, 3, 4, 5

Für alle, die nur einen halben Tag haben und die Höhepunkte der Republik sehen wollen. Gehzeit nur 9 Minuten, der Rest ist Schauen. Eintritt kosten Markusdom und Dogenpalast (mit dem Gang über die Seufzerbrücke); in San Zaccaria ist die Hauptkirche frei, Kapellen und Krypta kosten extra. Mit beiden Innenbesuchen rechne mit rund dreieinhalb Stunden.

Kunst und Campi in Dorsoduro

Stopps: 6, 7, 8, 9, 10, 11

Für Kunstfreunde und alle, die das ruhigere Venedig suchen. Gehzeit 27 Minuten. Die Salute ist frei (nur die Sakristei kostet), Eintritt zahlst du in der Gallerie dell'Accademia und in Ca' Rezzonico. Mit beiden Museen wird daraus ein guter halber Tag, der am Campo Santa Margherita bei einem Spritz endet.

Rialto am Vormittag

Stopps: 13, 14, 15, 1

Für Frühaufsteher, die den Markt in Betrieb erleben wollen. Gehzeit 16 Minuten, alles frei. Du gehst vom Mercato di Rialto über San Giacomo und die Rialtobrücke zurück zum Markusplatz; mit Stöbern am Markt rechne mit gut einer Stunde.

Wie lange dauert dieser Venedig Rundgang mit Dom, Palast und Museen?

Reine Gehzeit für die ganze Runde: 1 Std. 24 Min. auf 5,8 km. Die längste Etappe liegt zwischen San Zaccaria und Santa Maria della Salute (970 m, 15 Minuten), viele andere sind nur ein, zwei Minuten lang. Wenn du an jeder Station kurz stehen bleibst, schaust und liest, kommst du ohne Innenbesuche auf rund dreieinhalb Stunden.

Die Innenbesuche machen den Unterschied: Für den Markusdom rechne mit einer knappen Dreiviertelstunde, für den Dogenpalast mit gut zwei Stunden. Damit bist du bei gut sechs Stunden. Nimmst du in Dorsoduro noch die Gallerie dell'Accademia mit (rund eineinhalb Stunden), wird es ein Tag von etwa siebeneinhalb Stunden; Ca' Rezzonico statt Accademia spart eine halbe Stunde. Beide Museen plus Dom und Palast an einem Tag sind zu viel; verteile das lieber auf zwei Tage, die Varianten helfen dabei.

Bevor du am Markusplatz losgehst

  • Start und Ende: Empfohlen ist der Markusplatz, wo die Runde auch endet. Du kannst aber an jeder Station einsteigen; die Reihenfolge hier ist die empfohlene.
  • Tageszeit: Starte früh, wenn du Dom und Palast besuchen willst, und lege deinen Zeitslot für den Markusdom passend zur Route. Der Rialtomarkt lebt am Vormittag: Wer die Stände in Betrieb sehen will, beginnt die Runde am Mercato di Rialto und geht sie von dort im Kreis.
  • Eintritt: Eintritt kosten Markusdom (nur mit Online-Buchung vorab), Dogenpalast (inklusive Gang über die Seufzerbrücke), Gallerie dell'Accademia und Ca' Rezzonico. Kleine Zusatztickets gibt es für Kapellen und Krypta in San Zaccaria und für die Sakristei der Salute. Frei sind alle Plätze und Brücken, der Markt und die Kirchen San Zaccaria, Salute und San Giacomo.
  • Wasser: Nimm eine Flasche mit: Venedig hat 122 Trinkbrunnen, etwa alle 100 m einen. Das Wasser kommt aus demselben Grundwasserleiter wie ein bekanntes italienisches Mineralwasser, und du sparst dir die teuren Flaschen im Lokal.

Essen und Pausen zwischen Bacaro und Campo

Gut und günstig isst du in Venedig im Stehen: ein paar Cicchetti, ein Glas Wein oder ein Spritz im Bacaro statt eines Menüs am großen Platz. Für den Kaffee gilt dasselbe, an der Bar zahlst du einen Bruchteil.

Cicchetti und Spritz im BacaroKleine Häppchen zum Stückpreis und ein Spritz oder Wein an der Theke: Vier, fünf Cicchetti und zwei Gläser kosten dich etwa ein Drittel eines Restaurantessens. Wo die Kundschaft Italienisch spricht, bist du richtig. Am Tisch zahlst du oft das Doppelte oder Dreifache. (rund um den Mercato di Rialto)
Spritz am Campo Santa MargheritaDer Studentenplatz in Dorsoduro gehört zu den günstigsten Orten für einen Spritz in der Stadt. Ein guter Moment für die Pause nach Accademia und Ca' Rezzonico, bevor es weiter Richtung San Polo geht. (Campo Santa Margherita)
Espresso an der Bar am MarkusplatzAm Tisch der Cafés am Markusplatz kommt zum Kaffee ein Musikaufschlag pro Person, wenn das Orchester spielt, und die Rechnung wird schnell absurd. Stell dich wie die Venezianer an die Bar. Ein Espresso an der Bar des Florian ist der Kompromiss: historisches Café, vernünftiger Preis. (Markusplatz)
Dachterrasse im Fondaco dei TedeschiEin kostenloser Blick über Rialto und den Canal Grande: Die Terrasse wird in Zeitfenstern von 15 Minuten für höchstens 50 Personen vergeben, buchbar bis zu 21 Tage im Voraus auf der Seite des Betreibers DFS. Ohne Reservierung wirst du oft abgewiesen.

Touristenfallen in Venedig, bei denen du unnötig draufzahlst

  • Touristenmenüs mit versteckten Aufschlägen: Speisekarten mit Fotos in fünf Sprachen sind ein Warnsignal. Prüf vor dem Bestellen, wie hoch der Coperto ist und ob zusätzlich ein Servizio berechnet wird, ohne dass es dasteht. Zwei Gassen weiter, mit ausgeschriebenen Preisen und italienischer Karte zuerst, isst du meist besser und günstiger. (rund um Markusplatz und Rialto)
  • Skip-the-line-Tickets für den Markusdom: Wiederverkäufer verlangen ein Vielfaches des offiziellen Preises. Den Zeitslot buchst du ohnehin online; tu das direkt auf der offiziellen Seite der Basilika, dann zahlst du keinen Aufschlag. (Markusdom)
  • Gondelfahrt, wenn du nur übersetzen willst: Eine Gondelfahrt kostet pro Boot ein kleines Vermögen. Wer nur das Gefühl einer Gondel will, nimmt ein Traghetto: Die Fähre in Gondelform bringt dich stehend über den Canal Grande, wie es die Venezianer tun, für wenige Euro.
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Venedig
AI Tour Guide

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Drück auf Start und ein AI Tour Guide übernimmt ab hier: Er leitet die Route durch Venedig, erzählt die Geschichten und macht aus deinem Spaziergang ein echtes, lebendiges Gespräch. Keine App, kein Download, läuft im Browser.

15Stopps 5,8km 1 Std. 24 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Was der AI Tour Guide auf dieser Runde anders macht

Auf 5,8 km triffst du immer wieder dieselben Namen: Longhena, Antonio da Ponte, Napoleon. Der AI Tour Guide führt dich als Gespräch durch die Runde, erzählt an jeder Station weiter, stellt dir Fragen und merkt sich, ob dich eher Malerei, Machtpolitik oder Alltag interessiert. Du kannst ihn jederzeit unterbrechen, etwa um zu erfahren, wie die Familie Rezzonico an den unvollendeten Palast der Bon kam oder was Tintorettos Paradies im Großen Ratssaal eigentlich zeigt. Zum Start bekommst du 100 Gratis-Credits; danach wählst du diese Tour all-inclusive für 19,99 € ohne Zeitlimit oder Credits zu 5 € pro Stunde.

Ein echtes Gespräch Ein AI Tour Guide begrüßt dich, leitet die ganze Route und erzählt dir die Geschichten und Fakten, während du gehst, fragt dich, was du sehen willst, und hält ein echtes Gespräch am Laufen. Keine Aufnahme, die du auf Play drückst.
Karten-Navigation Folge der Route auf der Karte und geh in deinem eigenen Tempo. Du entscheidest, wo du startest und wann es zur nächsten Station geht.
Frag einfach Neugierig auf ein Gebäude am Weg? Frag deinen AI Tour Guide direkt vor Ort und das Gespräch geht weiter.
13 Sprachen Jederzeit die Sprache wechseln, keine separate Tour nötig.
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Häufige Fragen zur Runde durch Venedig

Lohnt sich der Chorus Pass für diese Runde?

Nein. Auf der Route kostet nur der Zusatzbereich von San Zaccaria (Kapellen und Krypta) Eintritt über Chorus, die Salute gehört nicht dazu. Der Pass rechnet sich erst ab vier, fünf Kirchen; für einen Tag mit zwei Kirchen reicht das Einzelticket.

Ist die Gallerie dell'Accademia manchmal kostenlos?

Ja, am ersten Sonntag jedes Monats und an einigen nationalen Feiertagen. Dann ist es entsprechend voll. Verschieb deinen Besuch nur darauf, wenn der Termin ohnehin passt; unter 18 ist der Eintritt immer frei.

Lohnt sich der Campanile am Markusplatz?

Eine Alternative ist der Turm von San Giorgio Maggiore: weniger Andrang, und du siehst von dort auf den Markusplatz, was vom Campanile aus naturgemäß nicht geht. Dafür brauchst du eine Vaporetto-Fahrt; die Kirche selbst ist frei. Wer gratis von oben schauen will, bucht die Terrasse im Fondaco dei Tedeschi.

Welche Städte eignen sich für einen weiteren Rundgang in der Nähe?

Am nächsten liegen Treviso mit 27 km und Padua mit 36 km. Etwas weiter sind Vicenza mit seinen Bauten des Palladio-Umfelds und Verona; für beide gibt es eine eigene Route.

Ist der Rundgang wirklich kostenlos?

Ja. Die ganze Tour ist kostenlos: Route, interaktive Karte und GPS-Navigation kosten dich nichts. Optional und kostenpflichtig ist nur der AI Tour Guide, der dich per Stimme durch die Tour führt und mit dir ins Gespräch kommt. Du testest ihn mit 100 kostenlosen Credits, danach zahlst du 5 € pro Stunde oder 19,99 € für diese ganze Tour, ohne Zeitlimit. Nicht enthalten ist der Eintritt bei 4 der 15 Stopps: Markusdom, Dogenpalast, Gallerie dell'Accademia und Ca' Rezzonico verlangen eigenen Eintritt.

Muss ich eine App herunterladen?

Nein. Alles läuft im Browser deines Smartphones. Öffne die Route und lauf los, ohne Download und ohne Anmeldung.

Muss ich den Rundgang vorab buchen?

Keine Buchung nötig. Dieser selbstgeführte Rundgang ist jederzeit verfügbar. Öffne einfach die Route im Browser und lauf los. Der AI Tour Guide funktioniert sofort, ohne App, ohne Reservierung.

In welchen Sprachen ist der AI Tour Guide verfügbar?

Der AI Tour Guide spricht 13 Sprachen. Du machst die Tour in deiner eigenen Sprache und kannst jederzeit wechseln.

Kann ich Stationen überspringen oder die Route ändern?

Klar. Es ist deine Tour. Überspring Stationen, bleib länger an Orten, die dir gefallen, oder starte an einem beliebigen Punkt der Route. Du bestimmst das Tempo.
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