Stiftskirche St. Servatius
Du startest oben auf dem Schlossberg an der Stiftskirche St. Servatius, die die Quedlinburger einfach ihren Dom nennen. Vor dir steht eine flachgedeckte, dreischiffige Basilika der Hochromanik, geweiht den Heiligen Dionysius und Servatius. Ein Detail täuscht: Die beiden Türme mit ihren spitzen sogenannten rheinischen Helmen sind deutlich jünger als der Rest. Sie kamen erst bei der großen Restaurierung im 19. Jahrhundert unter Ferdinand von Quast dazu.
Die Geschichte dieses Ortes beginnt mit einem Grab. An dieser Stelle stand zuerst die Kapelle einer Burg, und vor ihrem Hauptaltar wurde König Heinrich I. beigesetzt. Nach seinem Tod entstand 936 hier oben ein Damenstift, und die Kirche wurde zu dessen Gotteshaus. Insgesamt drei Vorgängerbauten gab es: Den dritten ließ die Äbtissin Mathilde errichten, geweiht wurde er 1021 im Beisein Kaiser Heinrichs II. Ein Brand zerstörte ihn 1070, bald danach begann der Bau, den du heute siehst. Zu Pfingsten 1129 wurde er in Anwesenheit König Lothars III. geweiht.
Der Grund, hineinzugehen, liegt unter dem Chor. In der Krypta siehst du die Confessio des heiligen Servatius, die schon im zweiten Vorgängerbau eingebaut, bald wieder zugeschüttet und erst im 19. Jahrhundert freigelegt wurde. Daneben liegt die Wegekapelle St. Nicolai in vinculis, vermutlich noch vor 997 entstanden. Achte auf die zwei Säulen: Die stark abgeschrägten Kämpferblöcke sind größer als die schlichten, ionisch angelehnten Kapitelle darunter. Den Hohen Chor ließ die Äbtissin Jutta von Kranichfeld bis 1320 gotisch umbauen.
Der Besuch kostet Eintritt und lohnt sich für alle, die Romanik und die Anfänge des Reiches spüren wollen; wer nur Fassaden sammelt, kann bei St. Wiperti weitermachen. Dorthin geht es 710 m, etwa 10 Minuten, hinab ins Tal, zum Königshof, der zu diesem Berg gehörte.






















