Halle (Saale) auf eigene Faust: Salz, Händel, Burg

Vom Marktplatz über einen Renaissance-Friedhof, ein Zimmer aus Schokolade und die Burg Giebichenstein zur Himmelsscheibe von Nebra und zurück zu den fünf Türmen.

11 Stationen 14,3 km ~3 Std. 16 Min. Gehzeit
Route der Tour durch Halle (Saale)
Stopp 1 von 11
690 m·9 min
Marktplatz
Geh nach Osten Richtung Stadtgottesacker.
Willkommen in Halle. Ich bin Alex, und Halles berühmtester Himmel passt auf eine 3.600 Jahre alte Bronzescheibe.
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Überblick: Halle in elf Stationen

Elf Stationen, Start am Marktplatz, Ziel ist das Wahrzeichen Roter Turm: 14,3 km, reine Gehzeit 3 Std. 16 Min. Mit den lohnenden Innenbesuchen kommst du auf knapp zwölf Stunden, deshalb teilst du die Strecke am besten auf zwei Tage.

Frei sind der Marktplatz, der Stadtgottesacker und die Marktkirche Unser Lieben Frauen; Museen, Burg und Turmführung kosten Eintritt. Route, Karte und GPS-Navigation von Stopp zu Stopp laufen kostenlos im Browser, der AI Tour Guide kommt auf Wunsch dazu.

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Blick auf Halle (Saale)

Die Route

Karte zum Halle (Saale) Stadtrundgang

11 Stopps 14,3 km 3 Std. 16 Min. Gehzeit
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Die 11 Stationen auf dieser Route

  1. Marktplatz in Halle (Saale), Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    1Marktplatz
  2. Stadtgottesacker in Halle (Saale), Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    2Stadtgottesacker
  3. Halloren Schokoladenmuseum in Halle (Saale), Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    3Halloren Schokoladenmuseum
  4. Franckesche Stiftungen in Halle (Saale), Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    4Franckesche Stiftungen
  5. Halloren- und Salinemuseum in Halle (Saale), Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    5Halloren- und Salinemuseum
  6. Burg Giebichenstein in Halle (Saale), Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    6Burg Giebichenstein
  7. Landesmuseum für Vorgeschichte Halle in Halle (Saale), Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    7Landesmuseum für Vorgeschichte Halle
  8. Kunstmuseum Moritzburg Halle in Halle (Saale), Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    8Kunstmuseum Moritzburg Halle
  9. Händel-Haus in Halle (Saale), Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    9Händel-Haus
  10. Marktkirche Unser Lieben Frauen in Halle (Saale), Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    10Marktkirche Unser Lieben Frauen
  11. Roter Turm in Halle (Saale), Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    11Roter Turm
  12. Das ist die ganze Route.

    Geh sie mit dem AI Tour Guide, der dich durch jede dieser Straßen führt.

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    Geschafft

Station für Station durch Halle (Saale): vom Marktplatz zum Roten Turm

  1. 1

    Marktplatz

    Marktplatz in Halle (Saale), Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Du stehst auf einem der größten Marktplätze Deutschlands, und fast alles, was Halle ausmacht, ist von hier zu sehen: der freistehende Rote Turm, die vier Türme der Marktkirche, das Stadthaus, der Ratshof, das Kaufhaus Lewin, das Marktschlößchen und das Händel-Denkmal. Die fünf Türme zusammen geben Halle seinen Beinamen „Stadt der fünf Türme“.

    Neben dem Hallmarkt ist der Platz einer der beiden mittelalterlichen Kerne der Stadt. Achte auf die Südostseite: Sie ist seit 1945 unvollständig. Zwischen Stadthaus, Händel-Denkmal und Ratshof standen einst die Ratswaage und das Alte Rathaus, und die Lücke erzählt bis heute vom Krieg.

    Nahe der Marktkirche findest du das Geoskop, einen Guckkasten, durch den du auf die Hallesche Marktplatzverwerfung blickst, die unter dem Platz verläuft. Das ist mehr als eine geologische Kuriosität: An dieser Bruchzone traten die Solequellen zutage, auf denen Halles Salzreichtum gründete. Den Faden nimmst du später am Salinemuseum wieder auf.

    Kirche und Turm hebst du dir für das Finale auf. Jetzt geht es 690 m, rund 11 Minuten, zum Stadtgottesacker; läuft gerade der Wochenmarkt auf dem Marktplatz, kommst du dabei an seinen Ständen vorbei.

    Öffnungszeiten
    24/7
    Preis
    Kostenlos
    Website
    halle.de ↗
  2. 2

    Stadtgottesacker

    Stadtgottesacker in Halle (Saale), Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Hinter der Mauer öffnet sich ein Geviert aus Arkaden, das als Meisterwerk der Renaissance nördlich der Alpen gilt. Vorbild waren die italienischen Camposanto-Anlagen: ein ummauertes Feld, an dessen Innenseite sich Bogen an Bogen reiht. 94 dieser Schwibbögen entstanden ab 1557 nach Entwürfen des Stadtbaumeisters und Steinmetzen Nickel Hoffmann, in über dreißig Jahren Bauzeit.

    Die Geschichte beginnt mit Kardinal Albrecht, der 1529 anordnete, die Begräbnisplätze in der Stadt aufzulösen. Man wählte den Martinsberg, damals noch vor der Stadt, wo bis 1547 die Martinskapelle stand und wo schon seit 1350 Pesttote in Massengräbern lagen.

    Schau dir die Bögen genau an. Wer sie gemeißelt hat, lässt sich nach den Zerstörungen von 1945 und dem Verfall danach nicht mehr sagen; 1882 zählte man 92 verschiedene Steinmetzzeichen, 1986 waren nur noch 50 zu erkennen. In den Arkaden lagen bis zu vier Meter tiefe Grüfte, hinter geschmiedeten Eisen- oder Holzgittern, und die Särge standen dort anfangs sichtbar auf dem Boden. Erst 1862 füllte man die meisten Grüfte aus hygienischen Gründen mit Erde. Sie sind durchnummeriert, gehörten der Stadt und wurden an Bürger vermietet oder verkauft.

    Im Innenfeld wird erst seit 1822 bestattet; später wurde der Friedhof zur letzten Adresse von Industriellen, Professoren, Beamten und Offizieren. Heute gibt es etwa 2.000 Grabstellen. Der Eintritt ist frei. Weiter geht es 2570 m, gut eine halbe Stunde, zur Schokoladenfabrik.

    Öffnungszeiten
    Täglich: Jan–Feb 08:00–17:00, Mär 08:00–18:00, Apr 08:00–19:00, Mai–Aug 08:00–20:00, Sep 08:00–19:00, Okt 08:00–18:00, Nov 08:00–17:00, Dez 08:00–16:30
    Preis
    Eintritt kostenlos
    Website
    halle.de ↗
  3. 3

    Halloren Schokoladenmuseum

    Halloren Schokoladenmuseum in Halle (Saale), Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Halloren Schokoladenmuseum sitzt mitten im Gebäudekomplex der Halloren-Schokoladenfabrik, und das merkst du: Durch ein Panoramaschaufenster schaust du direkt in die laufende Produktion. Gegründet 2002, ist das Museum seither stetig gewachsen und zeigt heute auf 900 m² die Geschichte der Schokolade und der Firma, die sich auf das Gründungsjahr 1804 beruft.

    Der Grund, hineinzugehen, ist das Schokoladenzimmer: rund 17 m², komplett aus Schokolade, als Kunstwerk dieser Art in Deutschland einzigartig. Seit März 2017 zeigt es das Arbeitszimmer von Ernst David, der 1879 mit seinem Bruder das Unternehmen vom Vater übernahm, in der Zeit kurz nach dem Umzug in die neue Fabrik an der Delitzscher Straße. Ernst David sitzt lebensgroß am Schreibtisch, und allein Figur, Tisch und Stuhl verschlangen fast 400 kg Schokolade.

    Umgesetzt hat das der österreichische Schokoladenkünstler Gerhard Petzl mit den hauseigenen Chocolatiers um Claudia Heimann: etwa 1,5 Tonnen Schokolade, ungefähr 5000 Arbeitsstunden. Such das Cembalo, das Bücherregal, die Katze auf dem Kissen und den Kamin mit Feuer. Seit 2012 gehört außerdem ein Relief der Stadt Halle aus Schokolade zur Ausstellung.

    Der Eintritt ist günstig, und das Museum ist ein kurzweiliger Halt, besonders mit Kindern oder als Kontrast zum Friedhof. Danach folgt eine längere Etappe: 2830 m, 39 Minuten, zu den Franckeschen Stiftungen.

    Öffnungszeiten
    Mo–Sa 09:00–18:00, So und Feiertage geschlossen (letzter Museumseinlass 45 Min. vor Schluss)
    Preis
    Erwachsene und Kinder ab 9 Jahren: 5,00 EUR | Kinder bis 8 Jahre: kostenlos
  4. 4

    Franckesche Stiftungen

    Franckesche Stiftungen in Halle (Saale), Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Was du hier siehst, ist eine ganze Schulstadt aus historischen Bauten, und sie ist bis heute in Betrieb: Kindergärten, vier Schulen, ein Haus der Generationen, Bibliotheken, Archive, Museen und Forschungseinrichtungen. Mehr als 4.000 Menschen lernen, lehren, arbeiten und wohnen hier. Seit 1999 stehen die Stiftungen auf der deutschen Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe.

    Angefangen hat alles mit einem Pfarrer und Professor, August Hermann Francke. Donnerstags, am Almosentag der Stadt, gab er den Armen etwas, wollte ihnen aber auch Bildung verschaffen. Lange änderte das wenig, bis 1695 eine kleine Spende aus sieben Münzen kam. Francke nannte sie ein schönes Kapital, mit dem er etwas Großes tun müsse, und gründete eine Schule für Arme. Unterrichtet wurde von Studenten der Universität.

    Die Schule bekam einen so guten Ruf, dass bald auch Bürger ihre Kinder schickten. Noch im Frühjahr 1695 kam das Pädagogium für Kinder aus Adel und Bürgertum dazu, 1697 die Lateinschule, und 1698 begann der Bau des Waisenhauses für Jungen, 1701 fertig und für ein solches Haus ungewöhnlich prächtig.

    Die Museen der Stiftungen kosten Eintritt, und du solltest dir anderthalb Stunden für sie nehmen; wer sich für Bildungs- und Sozialgeschichte interessiert, wird sie nicht bereuen. Dann sind es 1450 m, 20 Minuten, zum Salinemuseum.

    Öffnungszeiten
    Di–So und Feiertage 10:00–17:00, Mo geschlossen
    Preis
    Erwachsene: 8 EUR | Ermäßigt: 5 EUR | Kinder und Jugendliche unter 18: kostenlos
  5. 5

    Halloren- und Salinemuseum

    Halloren- und Salinemuseum in Halle (Saale), Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Halloren- und Salinemuseum ist derzeit geschlossen, du siehst es also nur von außen. Es lohnt trotzdem, kurz stehen zu bleiben: Die Gebäude gehörten zur Königlich-Preußischen Saline, die König Friedrich Wilhelm I. 1721 auf einer Insel in der Saale gründete. Seit 1967 ist hier das Museum untergebracht.

    Halles Salzgeschichte reicht bis in die Bronzezeit. Vier Solequellen traten an der Marktplatzverwerfung zutage, die du durch das Geoskop gesehen hast, genutzt über Brunnen am Hallmarkt: der Meteritzbrunnen, 803 angelegt, dazu Gutjahr, Hacke und Deutscher Born. Nur der Gutjahrbrunnen existiert noch, unter einem Haus in der Oleariusstraße, seit den 1950er Jahren abgedeckt. Gesotten wurde in einfachen Hütten, der Pfännerschaftlichen Saline im Thal, die 1869 ihr Ende fand. Die Halloren waren die Bruderschaft der Salzarbeiter.

    Die preußische Saline hier war zunächst Konkurrenz, wurde 1868 von der Pfännerschaft übernommen und 1964 stillgelegt. Von hier führt die längste Etappe der Route, 3170 m und 43 Minuten, hinauf zur Burg Giebichenstein.

    Status
    Derzeit geschlossen
  6. 6

    Burg Giebichenstein

    Burg Giebichenstein in Halle (Saale), Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Auf dem Felsen thront eine Burg, die zur Straße der Romanik gehört und deren Geschichte bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht. Damals ein Burgward, wurde Giebichenstein Königssitz Ottos I., der die Burg dem Erzbistum Magdeburg schenkte, das er 968 gegründet hatte.

    Die Mauern haben viel gesehen. Drei Bischöfe starben hier oder wurden hier aufgebahrt: Adalbert 981, Tagino 1012 und im selben Jahr Walthard. König Heinrich II. nutzte die Burg als Staatsgefängnis für den Hochadel; eingesperrt waren unter anderem Heinrich von Schweinfurt, Ezzo von Este und Ernst von Schwaben. Auch Ludwig der Springer soll hier gesessen haben, doch das ist Legende ohne historischen Beleg. 1064 war Heinrich IV. hier, 1157 rief Friedrich Barbarossa eine Fürstenversammlung auf die Burg.

    Was du heute auf der Oberburg siehst, geht auf Erzbischof Wichmann zurück, der ab 1154 hier Urkunden ausstellte. Unter ihm entstanden auf dem bis dahin unbebauten Felsen ein Torturm, eine Ringmauer und ein Südturm; der schmale Zugang durch den romanischen Torturm ist noch heute der Weg hinein. 1215 soll Friedrich II. die Burg belagert haben, im Thronstreit mit dem Welfen Otto IV.

    Der Eintritt lohnt sich für jeden, der Mittelalter vor Ort spüren will. Die Burg hat allerdings nur saisonal geöffnet. Zum Landesmuseum gehst du 1180 m, 17 Minuten.

    Öffnungszeiten
    Mi–Fr 12:00–18:00, Sa–So und Feiertage 11:00–19:00 (Sep–Okt bis 18:00), Mo–Di geschlossen (Saison: 04. April bis 31. Oktober 2026)
    Preis
    Erwachsene: 4,00 EUR | Ermäßigt: 2,50 EUR | Kinder bis 14 Jahre: kostenlos
  7. 7

    Landesmuseum für Vorgeschichte Halle

    Landesmuseum für Vorgeschichte Halle in Halle (Saale), Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Schon der Bau ist eine Ansage: Architekt Wilhelm Kreis orientierte sich an der Porta Nigra in Trier. Zwischen 1911 und 1913 entstand hier das erste Museumsgebäude für Vorgeschichte in Deutschland, auf einem Grundstück, das die Stadt kostenlos überließ; eingeweiht wurde es am 9. Oktober 1918.

    Der Grund, warum die meisten kommen, liegt seit dem 23. Mai 2008 in der Dauerausstellung: die Himmelsscheibe von Nebra. Sie ist Teil einer Sammlung von mehr als 15 Millionen Funden, einer der ältesten und bedeutendsten archäologischen Sammlungen Deutschlands. Nimm dir auch Zeit für den Reiterstein von Hornhausen, die Familiengräber von Eulau, den Waldelefanten von Gröbern und die Schamanin von Bad Dürrenberg.

    Die Sammlung hat einen weiten Weg hinter sich. Sie begann 1819 bei einem Altertumsverein in Naumburg, kam 1823 nach Halle und 1825 in den Prachtsaal der Neuen Residenz. 1884 bekam das neue Provinzialmuseum mit Hans von Borries seinen ersten Direktor, und mit ihm begann die amtliche Bodendenkmalpflege in der Provinz Sachsen.

    Das ist der teuerste Eintritt der Route, aber auch der, für den viele nach Halle reisen. Plane anderthalb Stunden ein. Zur Moritzburg sind es 1580 m, 21 Minuten.

    Öffnungszeiten
    Di–Fr 09:00–17:00, Sa, So und Feiertage 10:00–18:00, Mo geschlossen (außer für vorab gebuchte Gruppen)
    Preis
    Erwachsene: 12,00 EUR | Ermäßigt: 9,00 EUR | Kinder 6-18 Jahre: 3,00 EUR | Kinder 0-5 Jahre: kostenlos
  8. 8

    Kunstmuseum Moritzburg Halle

    Kunstmuseum Moritzburg Halle in Halle (Saale), Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die Moritzburg war einst Residenz der Erzbischöfe und lag seit dem 17. Jahrhundert teilweise in Trümmern. Seit 1904 ist in ihr das Kunstmuseum Moritzburg Halle zu Hause, das Kunstmuseum des Landes und eines der wichtigsten Häuser für bildende und angewandte Kunst der Moderne in Deutschland.

    Spannend ist, wie das Museum in die Ruine kam. 1885 als städtisches Museum für Kunst und Kunstgewerbe gegründet, bekam es 1904 hier einen zweiten Standort. Dafür baute man im Südflügel eine Nachbildung des Thalamts vom Hallmarkt, des Renaissance-Sitzes des Salzgrafen, der 1881 abgerissen worden war. Die beiden historischen Räume, Festsaal und Gerichtsstube, hatte man gerettet und originalgetreu ins Obergeschoss eingebaut. Sie gelten als einzigartige Beispiele manieristischer Innenausstattung in Mitteldeutschland, und hier schließt sich wieder der Kreis zum Salz.

    Entworfen hatte den Bau Karl Rehorst. Bis 1913 kamen die Südwestbastion und die Wehrgänge im Ostflügel dazu, 1917 der tonnengewölbte Kuppelsaal in der Bastion.

    Die Dauersammlung kostet Eintritt, das Hausticket mit Sonderausstellungen etwas mehr. Eine Stunde reicht für einen guten Eindruck. Nur 450 m, 6 Minuten, sind es bis zum Händel-Haus.

    Öffnungszeiten
    Do–Di 10:00–18:00, Mi geschlossen
    Preis
    Hausticket: 15,00 EUR (ermäßigt 10,00 EUR; ab 21. Sep.: 13,00 EUR / ermäßigt 7,00 EUR) | Nur Dauersammlung: 8,00 EUR (ermäßigt 5,00 EUR) | Kinder und Jugendliche unter 18: kostenlos
  9. 9

    Händel-Haus

    Händel-Haus in Halle (Saale), Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    In diesem Haus wurde Georg Friedrich Händel geboren, und es blieb über 100 Jahre im Besitz seiner Familie. Heute ist das Händel-Haus ein Musikmuseum, seit 2008 eine kommunale Stiftung, und hier sitzen auch die Direktion der Händel-Festspiele und die Händel-Gesellschaft. Seit 2025 leitet Florian Amort Stiftung und Festspiele.

    Der Renaissance-Komplex entstand vor 1558, als er erstmals als „Ratslehen“ erwähnt wird, doch die Grundmauern sind älter. Keller und Fundamente stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, ein teilweise erhaltenes Kreuzgratgewölbe mit romanischen Zügen wohl sogar aus dem 12. Jahrhundert. Achte im Hof auf das Sichtfachwerk am Seitenflügel; drinnen zeugen die Decke des Stammhauses und die gut erhaltene Bohlenstube von der Renaissance.

    Ursprünglich war das ein Bürgerhaus, und die Nachbarschaft passt dazu: Gleich nebenan arbeiten das Musikinstitut der Martin-Luther-Universität und die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik.

    Für Musikliebhaber ist der Besuch Pflicht, für alle anderen ein guter Einblick in ein Bürgerhaus. Von hier gehst du nur 260 m, 4 Minuten, zu der Kirche, in der Händel getauft wurde.

    Öffnungszeiten
    Di–So: Apr–Okt 10:00–18:00, Nov–Mär 10:00–17:00; Mo geschlossen (außer an Feiertagen und Händel-Festival)
    Preis
    Einzelticket: 9,50 EUR | Ermäßigt: 6,00 EUR | Kinder bis 6 Jahre: kostenlos | Familienticket: 20,00 EUR
  10. 10

    Marktkirche Unser Lieben Frauen

    Marktkirche Unser Lieben Frauen in Halle (Saale), Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Warum hat diese Kirche vier Türme? Weil sie zwischen 1529 und 1554 an der Stelle von zwei Vorgängern entstand, deren Türme man in den Neubau einbezog: Im Westen stand St. Gertrud aus dem 11. Jahrhundert, die Kirche der Salzsieder am Hallmarkt, im Osten St. Marien aus dem 12. Jahrhundert, die Pfarrkirche der Kaufleute am Marktplatz. Sie ist die jüngste der mittelalterlichen Kirchen Halles und gilt als einer der wichtigsten spätgotischen Bauten Mitteldeutschlands.

    Bauherr war Kardinal Albrecht von Brandenburg, derselbe, der den Stadtgottesacker anordnete. Er brauchte eine repräsentative Kirche für seine Residenzstadt und Platz für seine Sammlung: mehr als 8.100 Reliquien und 42 heilige Skelette, das „Hallesche Heiltum“, eng verbunden mit dem Ablasshandel, der wenige Jahre zuvor die Reformation ausgelöst hatte.

    Ausgerechnet hier führte dann Justus Jonas die Reformation in Halle ein, und sein Freund Martin Luther predigte in der Kirche. Händel wurde hier getauft und bekam seinen ersten Orgelunterricht, Johann Sebastian Bach prüfte die neue Orgel, sein Sohn Wilhelm Friedemann war hier Organist. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Kirche wenig beschädigt.

    Der Eintritt ist frei. Gegen einen kleinen Betrag kannst du außerdem auf die Hausmannstürme steigen. Der Rote Turm steht nur 80 m entfernt, eine Minute zu Fuß.

    Öffnungszeiten
    Sommer (Mär–Dez): Mo–Sa 10:00–17:00, So 15:00–17:00 | Winter (Jan–Feb): Mo–Sa 11:30–16:00, So 11:00–12:00
    Preis
    Kircheintritt: kostenlos | Turmaufstieg (Hausmannstürme): 4,00 EUR (Führung 7,00 EUR / ermäßigt 5,50 EUR)
    Website
    ekmd.de ↗
  11. 11

    Roter Turm

    Roter Turm in Halle (Saale), Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Zum Schluss stehst du wieder auf dem Marktplatz, vor dem 80,7 Meter hohen Roten Turm, dem höchsten Bauwerk des Mittelalters in Halle. Der spätgotische, freistehende Uhr- und Glockenturm war als Campanile der Marienkirche gebaut, ein Glockenturm, der nicht an seiner Kirche klebt. Zusammen mit den vier Türmen der Marktkirche bildet er das Wahrzeichen der Stadt.

    Den Baubeginn kannst du selbst ablesen: In vier Meter Höhe ist eine lateinische Inschrift mit der Jahreszahl 1418 in den Stein gehauen. Fertig war der Turm am 24. Juli 1506, das Datum ist urkundlich belegt. Anfangs hieß er übrigens Neuer Turm; der Name Roter Turm ist erst seit dem 17. Jahrhundert überliefert.

    Am 16. April 1945 brannte er nach Artilleriebeschuss aus und verlor seinen Turmhelm. 1975 wurde er wiederhergestellt, nur die Umbauung am Fuß nicht. Ganz oben sitzt ein vergoldeter Kugelknauf mit 246 Stacheln und 3,60 Meter Umfang, und im Inneren hängt das Europa-Carillon, das größte Glockenspiel Europas.

    Hinein kommst du nur mit einer kostenpflichtigen Führung, und die gibt es nur an wenigen Terminen. Wenn das nicht in deinen Tag passt, reicht der Blick von außen, der jederzeit möglich ist. Hier endet der Rundgang, mitten im Zentrum, wo er begonnen hat.

    Öffnungszeiten
    Nur Führungen: Fr 17:00, Sa 14:00 (weitere Führungen nach vorheriger Absprache; Außenansicht rund um die Uhr am Marktplatz)
    Preis
    Führung: Erwachsene 6,00 EUR | Kinder bis 14 Jahre: 4,50 EUR
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Halle (Saale) Route geladen
MarktplatzStadtgottesackerHalloren SchokoladenmuseumFranckesche Stiftungen+7
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Die Route kennst du jetzt. Geh sie mit einem Guide im Ohr.

Drück auf Start, wo immer du bist, auch hunderte Kilometer von Halle (Saale) entfernt, und der Guide fängt sofort an, seine Geschichten zu erzählen. In der Stadt wählst du jeden der 11 Stopps als Startpunkt: Der Guide führt dich hin und redet dann die ganze Route mit dir, fragt nach, hört zu, merkt sich deine Antworten und passt die Tour daran an.

11Stopps 14,3km 3 Std. 16 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Kürzere Varianten für deinen Halle-Rundgang

Die ganze Strecke ist für einen Tag zu viel, wenn du hineingehen willst. Diese Aufteilungen folgen der empfohlenen Reihenfolge.

Südhälfte: Friedhof, Schokolade, Francke und Salz

Stopps: 1, 2, 3, 4, 5

Für alle, die Halles Bürger-, Fabrik- und Sozialgeschichte sehen wollen. 7540 m, reine Gehzeit 1 Std. 45 Min. Eintritt zahlst du nur im Halloren Schokoladenmuseum und in den Franckeschen Stiftungen; das Halloren- und Salinemuseum siehst du derzeit nur von außen.

Nordhälfte: Burg, Himmelsscheibe, Händel und Türme

Stopps: 6, 7, 8, 9, 10, 11

Für Geschichts- und Kunstinteressierte, die ihre Zeit lieber in Museen als auf dem Weg verbringen. 3550 m, reine Gehzeit 49 Min. Eintritt kosten Burg Giebichenstein, Landesmuseum, Moritzburg und Händel-Haus, dazu wahlweise Hausmannstürme oder Turmführung.

Kurzer Altstadtnachmittag

Stopps: 8, 9, 10, 11

Wenn du nur einen halben Tag hast: Moritzburg, Händels Geburtshaus, Marktkirche und Roter Turm liegen auf 790 m, reine Gehzeit 11 Min. Mit drei Innenbesuchen bist du knapp zweieinhalb Stunden unterwegs.

Wie viel Zeit braucht der Rundgang durch Halle (Saale)?

Die 14,3 km gehst du in 3 Std. 16 Min. reiner Gehzeit. Rechnest du für die Museen, die Burg und die Kirchen realistische Besuchszeiten dazu, landest du bei knapp zwölf Stunden. Die Strecke zerfällt praktisch in zwei Hälften: den Süden mit Stadtgottesacker, Schokolade und Francke und den Norden mit Burg, Landesmuseum und Altstadt.

Die Südhälfte passt gut auf einen Samstag: um 10:00 am Marktplatz los, um 10:26 am Stadtgottesacker, von 11:31 an eine Stunde im Schokoladenmuseum, von 13:10 an anderthalb Stunden in den Franckeschen Stiftungen und gegen 15:00 am Salinemuseum.

Für die Nordhälfte suchst du dir am besten einen Tag aus, an dem am späten Nachmittag eine Führung im Roten Turm stattfindet: um 12:00 in die Burg, von 13:02 an im Landesmuseum, von 14:51 an in der Moritzburg, von 15:56 an im Händel-Haus, um 16:44 kurz in die Marktkirche, und eine Minute später stehst du am Turm.

Bevor du am Marktplatz losgehst

  • Start und Ende: Empfohlen ist der Start am Marktplatz, du kannst aber an jedem Stopp einsteigen. Die Route endet am Roten Turm, der selbst auf dem Marktplatz steht.
  • Passende Tage: Donnerstag, Freitag und Samstag sind ideal. Montags haben Franckesche Stiftungen, Burg, Landesmuseum und Händel-Haus zu, dienstags auch die Burg, mittwochs die Moritzburg, sonntags das Schokoladenmuseum.
  • Burg Giebichenstein: Die Burg hat nur saisonal geöffnet. Wenn du sie von innen sehen willst, plane deinen Besuch entsprechend.
  • Kosten: Marktplatz, Stadtgottesacker und Marktkirche kosten nichts. Wer alle Innenbesuche macht, zahlt im Schokoladenmuseum, in den Franckeschen Stiftungen, in der Burg, im Landesmuseum, in der Moritzburg-Sammlung und im Händel-Haus jeweils Eintritt, dazu kommt der Turm nach Wahl.
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Halle (Saale)
AI Tour Guide

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Drück auf Start und ein AI Tour Guide übernimmt ab hier: Er leitet die Route durch Halle (Saale), erzählt die Geschichten und macht aus deinem Spaziergang ein echtes, lebendiges Gespräch. Keine App, kein Download, läuft im Browser.

11Stopps 14,3km 3 Std. 16 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Was der AI Tour Guide in Halle anders macht

Auf dieser Route hängt vieles zusammen: das Salz unter dem Marktplatz, Kardinal Albrecht hinter Friedhof und Marktkirche, Händel zwischen Geburtshaus und Taufkirche. Der AI Tour Guide führt dich als Gespräch durch diese Fäden, erzählt die Geschichten der Orte, fragt, was dich packt, und vertieft genau das, etwa wie Francke seine Stiftungen nach den ersten Jahren am Leben hielt oder wie der Alltag der Gefangenen auf Giebichenstein aussah. Unterbrechen kannst du ihn jederzeit.

Ein echtes Gespräch Ein AI Tour Guide begrüßt dich, leitet die ganze Route und erzählt dir die Geschichten und Fakten, während du gehst, fragt dich, was du sehen willst, und hält ein echtes Gespräch am Laufen. Keine Aufnahme, die du auf Play drückst.
Karten-Navigation Folge der Route auf der Karte und geh in deinem eigenen Tempo. Du entscheidest, wo du startest und wann es zur nächsten Station geht.
Frag einfach Neugierig auf ein Gebäude am Weg? Frag deinen AI Tour Guide direkt vor Ort und das Gespräch geht weiter.
13 Sprachen Jederzeit die Sprache wechseln, keine separate Tour nötig.
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Häufige Fragen zu Halle (Saale)

Haben alle Stopps jeden Tag geöffnet?

Nein. Die Museen, die Burg und auch das Schokoladenmuseum haben unterschiedliche Ruhetage. Leg die Innenbesuche, die dir am wichtigsten sind, deshalb gezielt auf einen Tag, an dem sie geöffnet haben.

Gibt es Stopps mit eingeschränkten Öffnungszeiten?

Ja. Vor allem die Marktkirche hat an manchen Tagen nur kurz geöffnet, und auch das Schokoladenmuseum hat nicht an jedem Tag der Woche offen. Wenn dir ein Innenbesuch wichtig ist, schau vorher, ob er an deinem Tag möglich ist.

Ist der Rundgang mit Kindern günstig?

Ja. In den Franckeschen Stiftungen, in der Moritzburg, in der Burg und im Schokoladenmuseum zahlen Kinder je nach Alter nichts. Im Landesmuseum zahlen sie weniger, und im Händel-Haus gibt es ein Familienticket.

Lässt sich Halle mit einer Nachbarstadt verbinden?

Leipzig liegt nur 33 km entfernt, Naumburg 39 km. Wer die Sammlungsgeschichte des Landesmuseums mag, findet in Naumburg ihren Ursprung.

Ist der Rundgang wirklich kostenlos?

Ja. Die ganze Tour ist kostenlos: Route, interaktive Karte und GPS-Navigation kosten dich nichts. Optional und kostenpflichtig ist nur der AI Tour Guide, der dich per Stimme durch die Tour führt und mit dir ins Gespräch kommt. Du testest ihn mit 100 kostenlosen Credits, danach zahlst du 5 € pro Stunde oder 19,99 € für diese ganze Tour, ohne Zeitlimit. Nicht enthalten ist der Eintritt bei 6 der 11 Stopps: Halloren Schokoladenmuseum, Franckesche Stiftungen, Burg Giebichenstein, Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, Kunstmuseum Moritzburg Halle und Händel-Haus verlangen eigenen Eintritt.

Muss ich eine App herunterladen?

Nein. Alles läuft im Browser deines Smartphones. Öffne die Route und lauf los, ohne Download und ohne Anmeldung.

Muss ich den Rundgang vorab buchen?

Keine Buchung nötig. Dieser selbstgeführte Rundgang ist jederzeit verfügbar. Öffne einfach die Route im Browser und lauf los. Der AI Tour Guide funktioniert sofort, ohne App, ohne Reservierung.

In welchen Sprachen ist der AI Tour Guide verfügbar?

Der AI Tour Guide spricht 13 Sprachen. Du machst die Tour in deiner eigenen Sprache und kannst jederzeit wechseln.

Kann ich Stationen überspringen oder die Route ändern?

Klar. Es ist deine Tour. Überspring Stationen, bleib länger an Orten, die dir gefallen, oder starte an einem beliebigen Punkt der Route. Du bestimmst das Tempo.
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