Burgplatz
Du stehst im geschichtlichen und geografischen Herz Braunschweigs. In der Mitte des Platzes wacht der Braunschweiger Löwe, seit etwa 1166 an genau dieser Stelle. Rundherum schließen sich der Palas der Burg Dankwarderode an der Ostseite, der Dom, das klassizistische Vieweghaus, das Veltheimsche Haus und das Huneborstelsche Haus zu einem Ensemble. Der Grundriss ist noch der mittelalterliche, und der Platz gehört zu den fünf sogenannten Traditionsinseln der Stadt.
Seit dem 9. Jahrhundert saßen hier die Brunonen, auf einer natürlichen Insel in der Oker, in einer Burg mitten im flachen Land. Heinrich der Löwe baute den Ort im 12. Jahrhundert zum Zentrum der welfischen Macht aus. Vieles von damals ist verschwunden: Bis ins späte 19. Jahrhundert begrenzte die Oker den Platz im Osten, wo heute Straßen mit großen öffentlichen Gebäuden verlaufen. Auch der Graben im Westen und die Mauer ringsum sind weg. An die Adelshöfe im Norden erinnert nur noch das Veltheimsche Haus von 1573.
Schau dir die Burg genau an: Sie ist ein Neubau, errichtet zwischen 1887 und 1889. Eine Ähnlichkeit mit den Bauten Heinrichs des Löwen braucht viel guten Willen. Der Flügel zum Dom hin ist historisierende Fantasie, samt einer absichtlich gebauten Ruine an der Südostecke. Echt belegt ist dagegen ein erhöhter Übergang von der Burg in die Stiftskirche, den Mauerfunde dort nachweisen. Was Heinrich selbst an Bauten vorfand, weiß niemand mehr.
Den Dom hebst du dir für den Schluss auf, die Runde kehrt hierher zurück. Jetzt geht es 570 m, etwa 8 Minuten, zum Altstadtrathaus; unterwegs passierst du das Braunschweigische Landesmuseum.














