Schloss Mirabell
Du stehst vor einem Schloss mit einer Liebesgeschichte. Um 1606 ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau es am Ufer der Salzach errichten, nördlich der mittelalterlichen Stadtmauern. Er litt an Gicht, hatte im Jahr zuvor einen Schlaganfall erlitten und wollte den engen Gassen der Stadt entkommen. So entstand ein Lustschloss für ihn und seine Lebensgefährtin Salome Alt, angeblich in nur sechs Monaten nach italienischen und französischen Vorbildern. Sein erster Name war Schloss Altenau.
Das Glück hielt nicht. 1612 wurde Wolf Dietrich abgesetzt und auf der Festung Hohensalzburg festgesetzt, die du später auf dieser Route besuchst. Sein Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems warf Salome Alt und ihre Familie hinaus und gab dem Haus den heutigen Namen, abgeleitet aus dem Italienischen „mirabile“ und „bella“, wunderbar und schön.
Was du heute siehst, ist mehrfach überformt: Zwischen 1721 und 1727 baute Johann Lukas von Hildebrandt das Schloss prachtvoll barock um, nach einem Brand erhielt es um 1818 sein heutiges klassizistisches Gesicht. Am 1. Juni 1815 kam hier der spätere König Otto von Griechenland zur Welt, sein Vater Ludwig I. von Bayern war damals Statthalter in Salzburg. 1866 kaufte die Stadt das Schloss, seit dem Zweiten Weltkrieg sitzen hier der Bürgermeister und Teile der Verwaltung.
Der Mirabellgarten ist frei zugänglich und gehört wie das Schloss zum UNESCO-Welterbe der Salzburger Altstadt. Im Marmorsaal finden die Salzburger Schlosskonzerte statt, und er ist ein beliebter Ort für Hochzeiten; wenn du eine Brautgesellschaft siehst, weißt du, wohin sie will.
Vom Schloss sind es 400 m und rund 5 Min. zum Mozart-Wohnhaus, wo die Familie Mozart ihre zweite Salzburger Adresse hatte.




















