Triumphpforte
Du beginnst an einem Bogen, der zwei Geschichten gleichzeitig erzählt. 1765 ließ der Hof die Triumphpforte für die Hochzeit von Erzherzog Leopold errichten, dem zweiten Sohn von Maria Theresia und Franz Stephan von Lothringen. Seine Braut war die spanische Prinzessin Maria Ludovica, geheiratet wurde am 5. August 1765. Nur dreizehn Tage später, am 18. August, starb der Bräutigamsvater Franz Stephan völlig unerwartet in Innsbruck.
Deshalb lohnt sich ein Gang einmal ganz um den Bogen herum. Die Südseite feiert das junge Paar, die Nordseite trauert um den Kaiser. Achte auf das Profil von Leopold und Maria Ludovica, auf Maria Theresia und Franz Stephan mit Lorbeerkranz und auf die Staatssymbole: den österreichischen Erzherzogshut mit dem Goldenen Vlies und die böhmische Wenzelskrone mit dem ungarischen Stephansorden.
Ungewöhnlich ist das Material. Triumphbögen für solche Anlässe baute man sonst aus Holz, Innsbruck nahm Stein: Quader aus Höttinger Brekzie, die vom abgebrochenen Vorstadttor stammten. Constantin Walter und Johann Baptist Hagenauer führten den Bau aus, 1774 setzte Balthasar Ferdinand Moll die Stuckreliefs in Sterzinger Marmor um. Der Bogen ist frei zugänglich, ein Innenleben hat er nicht; zehn Minuten reichen.
Die Pforte markiert das südliche Ende der Maria-Theresien-Straße und war lange die Grenze zu Wilten. 300 m und vier Minuten weiter bist du mitten auf der Prachtstraße.




















