Brama Portowa
Du stehst vor einem barocken Stadttor, das heute mitten im Verkehr liegt und einmal Teil der Festungswälle war. Friedrich Wilhelm I. von Preußen ordnete den Bau 1724 an, zwischen 1725 und 1727 wurde es errichtet. Den Entwurf lieferte der Militärarchitekt Gerhard Cornelius van Wallrawe, gemauert hat Hans Jürgen Reinecke, und die reichen Fassadenskulpturen stammen von Bartholomé Damart. Schau genau auf das Material: Die Ziegel kamen aus Lüttich, Fassade und Schmuck sind aus Sandstein, der aus Pirna in Sachsen herangeschafft wurde.
Das Tor war einer der Eingänge in die Stadt, geschützt von der Königs- und der Passauer Bastion. Getauft wurde es als Brandenburger Tor, 1732 hieß es dann Berliner Tor, weil die Straße von hier nach Berlin führte. Den Namen trug vorher ein anderes Tor, das im selben Jahr abgebrochen wurde. Heute heißt es Brama Portowa.
Im 19. Jahrhundert verschwanden die Festungsmauern, das Tor blieb stehen und ging an die Stadt. 1902 kam vor die inzwischen zugemauerte Ostseite der Amphitrite-Brunnen von Reinhold Felderhoff: die griechische Meeresgöttin nackt auf einem Wagen, gezogen von zwei galoppierenden Pferden, über einem großen flachen Becken. Die Nacktheit sorgte für Empörung und Proteste unter konservativ-religiösen Frauen der Stadt.
Heute dient das Tor als Spielstätte für ein Gemeinschaftstheater; der Blick von außen ist frei und jederzeit möglich. Von hier gehst du 1640 m, rund 24 Minuten, zur Philharmonie und wechselst dabei vom Barock direkt ins 21. Jahrhundert.
















