Ring
Der Ring ist bis heute der Mittelpunkt der Bieler Altstadt, und das merkst du sofort: Obergässli, Untergässli, Kirchgässli und Obergasse laufen hier zusammen, der Platz selbst hat im Grundriss die Form eines Trapezes. Rundherum stehen die Stadtkirche, der Vennerbrunnen und mehrere ehemalige Zunfthäuser, unten öffnen sich die Laubenbogen. Wenn bei Stadtfesten hier Musik spielt, trägt der Platz den Klang gut.
Gehandelt wurde an dieser Stelle vermutlich schon, bevor es die Stadt überhaupt gab. 1230 taucht der Markt auf dem Ring zum ersten Mal in einer Urkunde auf, 1235 die Kornmasse. Die erste Stadt war kaum mehr als ein Kranz aus Häusern um den Platz und eine Kirche, außen an der Kirche lag der Friedhof. Eine erste Mauer mit wohl vier Toren umschloss das Ganze; Grabungen auf dem Grundstück Obergasse 4 haben sie nachgewiesen. Das erste Rathaus stand dort, wo heute die Alte Krone am Ausgang des Rings steht.
Stell dir die frühen Häuser als einfache zweigeschossige Holzständerbauten vor, manche mit nur einem Raum. Im Erdgeschoss brannte eine offene Feuerstelle, der Rauch zog durch Obergeschoss und Dach ab, vor den Fenstern hielten Tierhäute oder in Öl getränkte Tücher den Wind draußen. Erst im 13. Jahrhundert kamen vereinzelte Steinbauten und Kachelöfen auf. Wasser lieferte die Brunnquelle, später Römerquelle genannt: In Holzröhren gefasst, speiste sie einen Brunnen auf dem Ring. Gelebt hat die Stadt vom Weinbau und vom Fischfang, dazu siedelten sich Handwerker aus der Region an.
Vom Ring sind es 900 m, rund 12 Minuten, bis zum Stadtpark Biel. Unterwegs gehst du durch die Altstadt Biel/Bienne und am Burgplatz-Markt vorbei.












