Maison Blanche
Hier beginnt alles, was La Chaux-de-Fonds später zur Le-Corbusier-Stadt macht. Die Maison Blanche, eigentlich Villa Jeanneret-Perret, ist das erste Haus, das Charles-Édouard Jeanneret als selbständiger Architekt baute: 1912, in der Stadt, in der er 1887 geboren wurde. Bauherren waren seine Eltern, sie zogen im November 1912 ein. Der Sohn war damals 25 und hatte erst im Februar sein eigenes Büro eröffnet.
Sein Weg dorthin führt durch die Stadt selbst. 1903 schrieb er sich an der Kunstgewerbeschule ein, um Graveur zu werden, ab 1905 besuchte er den Kurs von Charles L'Eplattenier, der ihn zur Architektur brachte. Mit diesem Haus löst er sich vom Lehrer und vom regionalen Jugendstil, dem sogenannten Style sapin. Achte auf den neoklassischen Charakter: Darin stecken seine Zeit bei Auguste Perret in Paris, bei Peter Behrens in Berlin und die Orientreise von 1911, auf der er die Bautradition des Mittelmeers kennenlernte.
Wer Le Corbusier nur von seinen späteren Bauten kennt, findet hier die ersten Spuren: Bandfenster, Dachterrasse und die architektonische Promenade, also ein Haus, das sich beim Durchgehen erschließt. Er selbst lebte und arbeitete zwischen 1912 und 1917 immer wieder hier. 1919 verließ die Familie das Haus und verkaufte es, mehrere Besitzer folgten. Im Jahr 2000 kaufte ein Verein die Villa, restaurierte sie und öffnete sie 2005 für Besucher.
Der Innenbesuch lohnt sich für alle, die sich für Architektur interessieren, denn die Promenade durch die Räume erlebst du nur drinnen. Die Öffnungstage sind allerdings knapp, plane den Besuch also gezielt. Die Möbel, die er für seine Eltern entwarf, stehen nicht mehr hier; ein Teil davon gehört heute dem Kunstmuseum.
Von der Maison Blanche sind es 1030 Meter, rund 14 Minuten, zur Villa Schwob, dem Auftrag, mit dem er wenige Jahre später konstruktiv viel weiter ging.














