Beethoven-Haus
Die Bonngasse 20 ist der Anfang von allem: Hinter der barocken Steinfassade, um 1700 auf einem älteren Gewölbekeller errichtet, kam Ludwig van Beethoven zur Welt. Das Haus gehört zu den wenigen Bürgerhäusern, die aus der Zeit der Kurfürsten erhalten sind. Damals wohnten in dieser Gegend vor allem Leute, die bei Hof arbeiteten, mitten in der Stadt zwischen Schloss, Rathaus mit Markt und Rheinufer. Heute ist die Gasse Fußgängerzone, nahe der Beethovenhalle und der Oper.
Dass hier einmal ein Gedenkort entstehen würde, war lange nicht abzusehen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebten zeitweise fünf Familien in Vorder- und Hinterhaus, dazu hatten drei Schneider und ein Schuhmacher hier ihre Werkstätten. 1836 wurde die Haustür verbreitert und durch eine Toreinfahrt ersetzt. Erst um 1840 erkannten Beethovens Freund, der Arzt Franz Gerhard Wegeler, und der Lehrer Carl Moritz Kneisel den hinteren Hausteil als Geburtsort.
Der nächste Besitzer machte daraus ein Geschäft: 1873 eröffnete er im Erdgeschoss ein Lokal mit dem Namen „Beethovens Geburtshaus“, 1887 kam im Hof eine Bier- und Konzerthalle dazu. Ein Lebensmittelhändler kaufte das Haus 1888 und verkaufte es ein Jahr später wieder. Erst der 1889 gegründete Verein Beethoven-Haus bewahrte es vor dem Abriss. Er trägt die Einrichtung bis heute, zusammen mit öffentlichen Mitteln; in den Nachbarhäusern sitzen Archiv, Bibliothek, Verlag und ein Kammermusiksaal, wo sich Musikliebhaber und Fachleute aus aller Welt treffen.
Das Museum im Geburtshaus kostet Eintritt. Wenn du wegen Beethoven nach Bonn gekommen bist, plane hier eine Stunde ein; reizt dich vor allem die Geschichte des Hauses, nimmst du sie auch von der Gasse aus mit. Zum Alten Zoll am Rhein sind es 750 m, rund 10 Minuten.




















