Porta Nigra
Da steht sie, die Porta, wie die Trierer ihr Tor schlicht nennen: ein mächtiger Block aus grauem Sandstein, über die Jahrhunderte so nachgedunkelt, dass man ihm im Mittelalter den Namen „schwarzes Tor“ gab. Wie die Römer es nannten, weiß niemand mehr. Gebaut wurde es nach 170 n. Chr., ein Stadttor mit zwei viergeschossigen Türmen, die nach außen fast halbrund vorspringen, dazwischen ein schmaler Hof hinter den beiden Tordurchgängen.
Schau dir die Nordseite genau an, die frühere Außenseite. Die Steine dort wurden nie glatt geschliffen, sie stehen noch roh hervor. Das Tor blieb aus unbekannten Gründen unvollendet; mit diesen Vorsprüngen hätte man nicht einmal bewegliche Torflügel einbauen können. Trotzdem diente es bis zum Ende der Römerzeit als Stadteingang. Auf derselben Seite siehst du auch die Löcher, aus denen im frühen Mittelalter Eisen- und Bleiklammern herausgebrochen wurden, um sie wiederzuverwenden.
Die Porta Nigra bewachte den nördlichen Zugang. Drei weitere Tore schlossen das rechteckige Römertrier ab: die Porta Alba im Osten, die Porta Media im Süden und die Porta Inclyta im Westen an der Moselbrücke. Nur dieses hier hat überlebt, auch dank eines ungewöhnlichen Bewohners: Nach 1028 zog der griechische Mönch Simeon als Einsiedler in die Ruine.
Das Tor gehört zum UNESCO-Welterbe und kostet Eintritt. Hinein lohnt sich, wenn du römische Baukunst aus der Nähe erleben willst; wer nur das Bild braucht, sieht von außen das Wesentliche. Danach sind es 530 m und 7 Minuten zum Dom, unterwegs kommst du am Weinstand am Hauptmarkt vorbei.




















