Neues Rathaus
Vor dir steht ein Rathaus, das eher nach Schloss aussieht: ein eklektischer Prachtbau aus der Zeit Wilhelms II., eingebettet in den Maschpark am Südrand der Innenstadt. Zwölf Jahre wurde gebaut, am 20. Juni 1913 war Eröffnung. Weil der Boden weich ist, ruht das Ganze auf 6.026 Buchenpfählen; entworfen haben es Hermann Eggert und Gustav Halmhuber.
Zur Einweihung kam der Kaiser selbst, und Stadtdirektor Heinrich Tramm soll ihm stolz gemeldet haben: zehn Millionen Mark, Majestät, und alles bar bezahlt. Der Platz vor dem Haus trug lange Tramms Namen. Seit dem 23. September 2024 heißt er Platz der Menschenrechte, weil Tramm heute als Wegbereiter des Nationalsozialismus gilt. Ein Blick auf das Straßenschild erzählt also gleich ein Stück Stadtgeschichte.
Geh hinein, die Halle ist frei zugänglich. Sie ist 38 Meter hoch, und hier wurde 1946 das Land Niedersachsen ausgerufen. Im Erdgeschoss stehen vier Stadtmodelle, die zeigen, wie Hannover gewachsen ist und wie viel der Bombenkrieg zerstört hat. Gerade vor dem Rundgang lohnen sie sich, weil du danach die Altstadt mit anderen Augen siehst.
Das eigentliche Erlebnis ist der Kuppelaufzug. Er folgt im 50 Meter langen Schacht der gebogenen Form der Kuppel und neigt sich dabei bis zu 17 Grad, das gibt es laut Beschreibung sonst nirgends auf der Welt. Oben auf der Galerie der knapp 98 Meter hohen Kuppel reicht der Blick bei guter Sicht bis zum Harz. Die Fahrt kostet Eintritt, lohnt sich aber für alle, die Hannover von oben verstehen wollen.
Von hier sind es 500 Meter, etwa 7 Minuten, hinüber zur Markthalle am Rand der Altstadt.






















