St.-Johannis-Kirche
Die St.-Johannis-Kirche setzt gleich zu Beginn den Maßstab: Sie gilt als bedeutendste mittelalterliche Basilika Lettlands außerhalb Rigas. Vor dir steht Backsteingotik, gebaut aus Dolomit und Backstein. Achte außen auf die kräftigen Strebepfeiler, die erst im 18. Jahrhundert dazukamen, und auf den neugotischen Turm, an dem ab 1853 gebaut wurde. Die ursprüngliche Basilika hatte weder Turm noch erhöhtes Mittelschiff; was du heute siehst, ist das Ergebnis vieler Umbauten nach Kriegen und Bränden.
Den Bau vereinbarten Ordensmeister Wilhelm von Nindorf und der Bischof von Riga, so berichtet es die Livländische Chronik des Hermann von Wartberge. Historiker setzen die Grundsteinlegung auf 1284. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche lutherisch und ein Zentrum der Reformation. Nach schweren Schäden im Livländischen Krieg wurde sie wieder katholisch und Sitz des Bistums Wenden; Bischof Otto von Schenking ließ die 1613 als „sehr zerfallen“ beschriebene Kirche erneuern. Erst als Schweden im Dreißigjährigen Krieg Livland eroberte, kehrte sie in den 1620er Jahren zum Luthertum zurück.
Ruhig blieb es danach nicht: Nach einem Blitzschlag 1663 stand die Kirche rund hundert Jahre kurz vor dem Verfall. Gepredigt wurde bis 1855 nur auf Deutsch, danach teilten sich lettische und deutsche Gemeinde das Gotteshaus bis 1939.
Hinein lohnt sich für alle, die Details mögen: Es gibt eine mittelalterliche Sonnenuhr, Wandmalereien, Grabplatten sowie eingemauerte Wappen und Inschriften zu entdecken. Der Eintritt ist eine Spende, für den Turm brauchst du ein eigenes, günstiges Ticket.
Zur Altstadt von Cēsis sind es nur 150 m, rund 2 Minuten; unterwegs passierst du die Cēsu Maize Bakery.










