Raekoja plats
Der Raekoja plats ist der Rathausplatz von Tartu und dein Startpunkt. Hier beginnen die Küüni, die Rüütli und die Kompanii tänav, hinter dem Rathaus verläuft die Ülikooli tänav, und am Rand zum Fluss überspannt der Kaarsild, eine Fußgängerbrücke, den Emajõgi hinüber ins Viertel Ülejõe. Schau dir den Brunnen „Suudlevad tudengid“ an, die küssenden Studenten: ein passender Auftakt für eine Route, die vor allem von der Universität erzählt.
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war hier Markt, deshalb hieß der Platz auch Suurturg, Großer Markt. Einen festen Markt gibt es heute nicht mehr, wohl aber Jahrmärkte: im Frühling den Mailaat, im Herbst den Maarjalaat und während der Hansetage den Hansalaat, dazu Feste und Konzerte aller Art.
Das Rathaus hat eine bewegte Vorgeschichte. Das mittelalterliche ging 1601 im Schwedisch-Polnischen Krieg unter. Die Schweden begannen 1688 nach Plänen von Paul von Essen einen Neubau, am 1. September 1693 tagte man darin zum ersten Mal. 1708 zerstörten russische Truppen die Stadt samt Rathaus, und das hölzerne Behelfsrathaus in den Ruinen verbrannte im großen Stadtbrand von 1775. Den frühklassizistischen Bau, den du heute siehst, entwarf der aus Rostock zugezogene Baumeister Johann Heinrich Bartholomäus Walther; eröffnet wurde er feierlich am 9. Oktober 1786.
Achte auch auf das Eckhaus Raekoja plats 1 an der Ülikooli tänav. 1784 als zweigeschossiges Steinhaus fertig, bekam es bald ein drittes Geschoss mit einer dichten Reihe von Gauben. Ab 1797 war hier rund neun Jahrzehnte lang eine Apotheke untergebracht, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Bank der Tartuer Hausbesitzer. Von hier sind es 340 m, etwa 6 Minuten, auf den Toomemägi zur Sternwarte Dorpat.


















