Tallinna värav
Das Tallinner Tor, auf Estnisch Tallinna värav, ist das einzige Stadttor, das von Pärnus schwedischer Festung erhalten blieb. Schau dir zuerst das Mauerwerk an: Der Kern besteht aus Feldsteinen und Ziegeln, außen ist der Bau mit porösem Rigaer Dolomit verkleidet. Dann geh hinein in den geraden Tunnel. Sein Tonnengewölbe ist in der Mitte 4,95 Meter breit und 6,85 Meter hoch, an beiden Enden ließ er sich mit schweren Torflügeln schließen, und in der Mitte hing ursprünglich ein Fallgitter.
Die Pläne zeichnete der schwedische Festungsingenieur Paul von Essen, ein Mitarbeiter von Erik Dahlberg, dem späteren Generalgouverneur von Livland. Bis 1710 hieß das Bauwerk Königstor oder Carl-Gustav-Tor. Es war eines von drei Toren: dem Rigaer Tor, diesem und dem Wassertor zum Fluss. Vor dir führte einst eine Brücke über den Wallgraben zur Poststraße zwischen Riga und Tallinn.
Die Schweden bauten Pärnu im 17. Jahrhundert zur bastionierten Festung aus und verdreifachten die Stadt dabei nach Süden. Die Bastionen trugen die Namen von Himmelskörpern: Venus, Saturn, Mars, Luna, Jupiter, Merkur und Sol. Das Tor saß im Wall zwischen Merkur und Luna, davor lag ein Vorwerk namens Abendstern, vor dem Rigaer Tor eines namens Morgenstern. Ähnliche Königstore entstanden damals auch in Narva und Riga.
In den 1860er Jahren wurde die Festung abgerissen. Nur dieses Tor, die Wälle und der Graben bis zur Venus-Bastion am Fluss blieben stehen, als Erinnerung. Das Tor ist frei zugänglich und kostet nichts. Von hier gehst du 330 Meter, etwa 5 Minuten, zur Eliisabeti-Kirche.


















