Dom zu Riga
Der Dom zu Riga ist die evangelisch-lutherische Kathedrale der Stadt, offiziell der Heiligen Maria geweiht und Sitz des Erzbischofs von Riga. Schau zuerst nach oben: Wie alle ältesten Kirchen der Stadt trägt auch der Dom einen Wetterhahn auf der Turmspitze. Den Namen „Domkathedrale“, den du oft hörst, darfst du belächeln: „Dom“ heißt ja schon Kathedrale, doppelt gemoppelt also.
Gegründet hat ihn 1211 Bischof Albert, der aus Niedersachsen kam, nahe am Ufer der Daugava. Der Dom gilt als größte mittelalterliche Kirche des Baltikums und wurde über die Jahrhunderte immer wieder umgebaut. Sein 20. Jahrhundert war unruhig: Nach einer Volksabstimmung 1923 musste die lutherische Kirche ihn mit den Katholiken teilen, eine zweite Abstimmung 1931 gab ihn zurück. Unter sowjetischer Herrschaft waren Gottesdienste verboten, der Dom diente als Konzertsaal, und im Südflügel zog das Museum für Stadtgeschichte und Schifffahrt ein. Erst 1991 wurde hier wieder Gottesdienst gefeiert. 2011 bekam das Kirchenschiff ein neues Kupferdach, 2015 der Turm eine neue Hülle und ein erneuertes Holztragwerk.
Der Grund, hineinzugehen, ist die Orgel. Die Firma Walcker aus Ludwigsburg baute sie 1882 und 1883, eingeweiht wurde sie am 31. Januar 1884: vier Manuale, 116 Stimmen und 6718 Pfeifen. Eine Tonbandaufnahme aus dem Zweiten Weltkrieg, auf der die lettische Komponistin Lūcija Garūta hier eine Kantate spielt, hat im Hintergrund den Lärm der nahen Kämpfe festgehalten. Wer Kirchenmusik oder große Räume liebt, sollte den Eintritt zahlen; wer nur die Altstadt sehen will, kommt mit dem Blick von außen aus.
Vom Dom sind es 370 m, rund 5 Minuten, zum Schwarzhäupterhaus. Du wechselst damit von der Stadt der Bischöfe in die Stadt der Kaufleute.






















