Kathedrale St. Peter und Paul
Den Turm hast du wahrscheinlich schon gesehen, bevor du hier stehst: 70 Meter ragt er auf, und die Kathedrale ist von allen Straßen, die nach Šiauliai führen, schon von weitem zu erkennen. Bischof Motiejus Valančius nannte sie die prächtigste in ganz Žemaitija. Schau dir zuerst die Front an. Die Erker an der Hauptfassade und die kleinen Türme am Tor des Kirchhofs, mit Schießscharten darin, geben der Kirche das Aussehen einer Festung. Ein solches Kirchhoftor gibt es in Litauen kein zweites Mal.
Das war nicht nur Stil. Die Renaissance liebte solche Formen, aber es gab auch einen handfesten Grund: Kirchenschätze lockten Plünderer an, und bei protestantischen Unruhen traf es oft die Gotteshäuser. Warum die Kirche gerade auf dieser Anhöhe steht, erzählt eine Legende: Einst kam ein gewaltiger Ochse nach Šiauliai, legte sich zur Rast nieder und erwachte nie wieder. Der Wind wehte über die Jahre Erde über ihn, und so entstand der Hügel, auf dem heute die Kathedrale steht.
Die erste Kirche hier war aus Holz, 1445 vom Starosten von Žemaitija, Mykolas Kęsgaila, errichtet. Nach 1617 begann der Bau der steinernen Kirche, für deren Unterhalt König Sigismund Wasa 72 Hufen Land stiftete. 1625 kam eine Sonnenuhr an die Kirchenwand, ein Motiv, das dir am Ende des Rundgangs noch einmal begegnet. Am 8. Oktober 1634 weihte Bischof Jurgis Tiškevičius die Kirche, und diese Weihe gilt als wichtiges Ereignis in der Geschichte des litauischen Schrifttums. 1655 brannte der Bau, 1676 wurde der Pfarrer angewiesen, ihn wiederherzustellen.
Kathedrale ist die Kirche erst seit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. am Berg der Kreuze: Danach wurde das Bistum Šiauliai gegründet. Viele Pilger kommen nach dem Berg der Kreuze hierher, um zu beten. Der Eintritt ist frei, ein Blick hinein kostet dich also nur ein paar Minuten.
Von hier sind es 400 Meter, etwa 5 Minuten, bis zur Vilniaus-Straße; unterwegs kommst du am Photography Museum vorbei.












