Stift Dürnstein
Schau zuerst nach oben: Der Turm der Stiftskirche mit seiner blau-weißen Färbung gilt als Wahrzeichen der Wachau. Die Kirche ist der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht und dient seit 1745 zugleich als Pfarrkirche von Dürnstein.
Angefangen hat alles klein. 1371 ließ Elsbeth von Wallsee hier eine Kapelle zu Ehren Marias errichten und stiftete mit ihrem Vetter Heidenreich von Meissau drei Kaplanstellen. Hans III. von Maissau fügte 1395 eine vierte hinzu und verfügte, dass täglich ein Choralamt und drei Stille Messen gehalten werden. Um 1400 wurde die Kapelle erweitert und bekam eine Krypta.
Den entscheidenden Schritt machten die Kuenringer, dieselbe Familie, der die Burg über dem Ort gehörte. 1402 legten Otto IV. und Leutold II. von Kuenring mit Zustimmung Herzog Albrechts IV. die Kapelle ihrer Feste mit der Frauenkapelle zusammen; damit war der Unterhalt von zehn Priestern gesichert. Als die Pfarrstelle 1409 an die Frauenkirche fiel, stellte der Passauer Bischof Georg Hohenlohe eine Bedingung: Binnen zwei Jahren musste ein Kollegiatstift entstehen. 1410 war es gegründet.
Fast vier Jahrhunderte später endete die Klosterzeit: Kaiser Joseph II. hob das Stift 1788 auf, die Gebäude kamen an das Augustinerchorherren-Stift Herzogenburg. Lohnt sich der Innenbesuch? Wenn dich Kirchen und Klostergeschichte interessieren, ja, plane dafür rund eine Stunde ein. Wer vor allem Gassen und Burg sucht, nimmt den Turm von außen mit und geht weiter. Im Winter ist das Stift geschlossen.
Von hier sind es nur 140 Meter, zwei Minuten, bis ans Donauufer.








