Linzer Schloss
Hier oben über der Donau beginnt Linz im Wortsinn: Das Linzer Schloss steht auf dem Platz des römischen Kastells Lentia, und die erste bekannte Erwähnung stammt vom 20. Juni 799. Achte auf das Friedrichstor. Es ist noch erhalten aus der Zeit, als Kaiser Friedrich III. die Burg ab 1477 zum Schloss umbauen ließ und hier zwischen 1489 und 1493 residierte.
Danach wurde das Schloss zum Familiensitz der Habsburger. Maximilian I. war oft hier. Sein Enkel, der spätere Kaiser Ferdinand I., ließ es nach seiner Hochzeit in Linz für seine Frau Anna von Böhmen und Ungarn erweitern und prächtig ausstatten; ihre Kinder Elisabeth (1526) und Ferdinand II. (1529) kamen hier zur Welt. Eine Tochter, Katharina, zog nach der Trennung vom polnischen König Sigismund II. August im Oktober 1567 mit ihrem Hofstaat ein und lebte hier bis zu ihrem Tod 1572.
Was du heute siehst, geht auf Kaiser Rudolf II. zurück. Er ließ den Bau ab 1600 abreißen und nach Plänen des Antwerpener Baumeisters Anton de Moys neu errichten: ein mächtiger vierstöckiger Block mit zwei Innenhöfen, dazu 1604 das Rudolfstor als Haupttor zur Stadt. In der bayerischen Zeit residierte Statthalter Adam von Herberstorff hier und verstärkte die Befestigungen, und 1626 belagerten aufständische Bauern das Schloss. Als in Wien die Pest wütete, zog Kaiser Ferdinand III. 1644 mit dem Hof ein und blieb zwei Jahre.
Im Schloss ist heute ein Museum, das Eintritt kostet. Eine Stunde lohnt sich, wenn du die Kaiserresidenz nicht nur von außen sehen willst; wer nur die Geschichte sucht, hat sie mit den beiden Toren schon vor Augen. Von hier sind es 300 m, rund 4 Minuten, zur Martinskirche, die am selben Tag im Jahr 799 erstmals urkundlich auftaucht.


















