Benediktinerstift Melk
Das Benediktinerstift Melk steht auf einem Felsvorsprung über der Stadt und blickt auf die Donau, dort, wo die Wachau beginnt. Was du heute siehst, ist der barocke Neubau, der zwischen 1702 und 1736 nach Plänen von Jakob Prandtauer entstand. Nimm dir in der Stiftskirche Zeit für die Decken: Die Fresken stammen von Johann Michael Rottmayr und Paul Troger.
Die Geschichte reicht viel weiter zurück. 1089 schenkte Markgraf Leopold II. eine seiner Burgen Benediktinermönchen aus dem Kloster Lambach. In der Kirche liegt das Grab des heiligen Koloman, dazu ruhen hier Angehörige der Babenberger, der ersten Herrscherfamilie Österreichs. Im zwölften Jahrhundert kam eine Klosterschule dazu, und die Bibliothek wurde bald berühmt für ihre Handschriften, viele davon mit Musik. Im fünfzehnten Jahrhundert ging von hier die Melker Reform aus, die das Klosterleben in Österreich und Süddeutschland neu belebte.
Später wurde Melk ein Ort der Aufklärung und des geistigen Austauschs, einige Mönche waren sogar Freimaurer und hatten eine eigene Loge. Sein Ruf rettete das Stift, als Kaiser Joseph II. zwischen 1780 und 1790 viele österreichische Klöster auflösen ließ. Es überstand auch die Napoleonischen Kriege und die Zeit nach dem Anschluss 1938, als der Staat die Schule und große Teile des Hauses beschlagnahmte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Schule zurück, heute lernen hier fast 900 Mädchen und Buben. Und wer Umberto Eco gelesen hat, kennt den Namen: Adson von Melk aus „Der Name der Rose“ ist eine Verbeugung vor diesem Kloster.
Hinein lohnt sich, ganz klar: Das Stift ist der Grund, warum Melk berühmt ist, und das Ticket schließt die Stiftsgärten gleich mit ein. Wer die Geschichten lieber erzählt bekommt, bucht die Führung gegen Aufpreis dazu.
Danach geht es 1120 m und rund 17 Minuten zu Fuß weiter zu den Gärten des Stifts.








