Kathedrale Sankt Peter
Die Kathedrale Sankt Peter steht auf dem Hügel Saint-Pierre, und an genau dieser Stelle beginnt die Geschichte der Stadt. Schon die Allobroger hatten hier eine befestigte Siedlung, von der aus sie die Schifffahrt auf der Rhône kontrollierten. Von außen fällt dir zuerst die klassizistische Hauptfassade auf; sie kam erst im 18. Jahrhundert dazu. Dahinter steht eine gotische Kirche, die um 1160 unter dem Fürstbischof Arducius de Faucigny begonnen wurde.
Darunter liegen noch ältere Schichten. Zwischen 350 und 375 entstand auf den Ruinen eines römischen Heiligtums der erste christliche Bau, Genf war da schon Bischofssitz. Nach einem Brand im Jahr 500 ließ König Sigismund von Burgund die Kirche neu errichten und bat Papst Symmachus um Reliquien des heiligen Petrus; daher der Name. Unter der Kathedrale liegt heute eine archäologische Stätte, in der unter anderem das Grab eines allobrogischen Stammesfürsten aus dem 1. Jahrhundert vor Christus zu sehen ist.
Seit 1535 ist Sankt Peter die Hauptkirche der Protestantischen Kirche Genfs, Johannes Calvin hat hier gepredigt. Mit der Reformation verschwanden Lettner, Seitenkapellen und alle Kunstwerke, nur die Glasfenster blieben. Auch der Petrusaltar, den Konrad Witz 1444 malte, ging fort. Sein wunderbarer Fischzug zeigt eine echte Ansicht des Genfersees und gilt als früheste bekannte ortsgetreue Landschaft der westlichen Malerei.
Geh unbedingt hinein: Das Kirchenschiff ist frei, und erst drinnen spürst du, wie radikal diese weite, schlichte Halle sich von katholisch gebliebenen mittelalterlichen Kirchen unterscheidet. Den Turmbesuch, der Eintritt kostet, nimm mit, wenn du Zeit hast. Danach sind es nur 20 Meter bis zum Museum der Reformation, das genau dort steht, wo die Genfer sich für den neuen Glauben entschieden.
























