Bischofsburg Haapsalu
Die Bischofsburg Haapsalu ist der Grund, warum es diese Stadt gibt. Im 13. Jahrhundert wurde sie als Sitz des Bistums Ösel-Wiek gegründet, zu dem Läänemaa, Saaremaa und Hiiumaa gehörten. Haapsalu war dabei schon die dritte Wahl: Der erste Bischofssitz lag in Lihula, der zweite in Perona, wo Litauer ihn niederbrannten. Erst danach begann man hier mit Festung und Domkirche.
Gebaut wurde rund drei Jahrhunderte lang, und mit jeder neuen Waffentechnik veränderte sich die Anlage. Ihre endgültige Größe erreichte sie unter Bischof Johannes IV. Kievel: mehr als 30.000 Quadratmeter Fläche, Mauern zwischen 1,2 und 1,8 Meter dick, später auf 15 Meter erhöht. Achte auf der Westseite auf den 29 Meter hohen Wachturm aus dem 13. Jahrhundert, der später als Glockenturm diente. Die inneren Gräben und Unterstände für Kanonen stammen aus dem Livländischen Krieg, der die Festung schwer beschädigte; Teile der kleinen Burg und der äußeren Befestigung blieben seither Ruine.
Die bekannteste Geschichte der Burg ist die der Weißen Dame: Der Legende nach erscheint in Vollmondnächten im August das Bild einer jungen Frau an der Innenwand der Kapelle. Wer im August hier ist, hat also einen Grund, abends noch einmal vorbeizuschauen.
Der Innenbesuch lohnt sich für alle, die mehr als Mauern von außen sehen wollen, und mit dem Familienticket auch für Eltern mit Kindern. Danach sind es nur 80 m, etwa eine Minute, in den Park hinter der Burg.














