Leipzig auf eigene Faust: Bach, Rathäuser und Denkmal

Vom Renaissance-Rathaus am Markt zu Bachs Grab, hinaus zum 91 Meter hohen Völkerschlachtdenkmal und zurück zur Kirche der Montagsdemonstrationen.

11 Stationen 10,3 km ~2 Std. 24 Min. Gehzeit
Route der Tour durch Leipzig
Stopp 1 von 11
110 m·1 Min.
Altes Rathaus
Halte dich südlich, Richtung Mädlerpassage
Willkommen in Leipzig. Ich bin Alex, und in einer Kirche dieser Stadt verwandelten sich Gebete in eine friedliche Massenbewegung.
Diese Tour mit Alex ausprobieren
Diese Tour mit Alex ausprobieren

Die Route im Überblick: elf Stationen durch Leipzig

Elf Stationen, 10,3 km, reine Gehzeit 2 Std. 24 Min. Start: Altes Rathaus, Ziel: Naschmarkt, dazwischen der lange Abstecher hinaus zum Völkerschlachtdenkmal. Mit Bach-Museum Leipzig und dem Denkmal von innen brauchst du realistisch knapp sieben Stunden.

Kirchen, Plätze und Passage kosten nichts, Eintritt verlangen das Bach-Museum, das Denkmal und die Museen. Route, Karte und GPS-Navigation im Browser sind kostenlos, der AI Tour Guide erzählt auf Wunsch dazu.

Kostenloses GPS & optionalen AI Tour Guide öffnen
Blick auf Leipzig

Die Route

Leipzig Stadtrundgang Karte: vom Markt hinaus zum Völkerschlachtdenkmal

11 Stopps 10,3 km 2 Std. 24 Min. Gehzeit
Tippen, um die interaktive Karte zu laden

Die 11 Stationen auf dieser Route

  1. Altes Rathaus in Leipzig, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    1Altes Rathaus
  2. Mädlerpassage in Leipzig, Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    2Mädlerpassage
  3. Thomaskirche in Leipzig, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    3Thomaskirche
  4. Bach-Museum Leipzig, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    4Bach-Museum Leipzig
  5. Neues Rathaus in Leipzig, Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    5Neues Rathaus
  6. Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    6Völkerschlachtdenkmal
  7. Grassimuseum in Leipzig, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    7Grassimuseum
  8. Augustusplatz in Leipzig, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    8Augustusplatz
  9. Nikolaikirche in Leipzig, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    9Nikolaikirche
  10. Museum der bildenden Künste in Leipzig, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    10Museum der bildenden Künste
  11. Naschmarkt in Leipzig, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    11Naschmarkt
  12. Das ist die ganze Route.

    Geh sie mit dem AI Tour Guide, der dich durch jede dieser Straßen führt.

    Kostenlos im Browser starten
    Geschafft

Dein Leipzig Rundgang, Station für Station von Bach bis zu den Montagsdemonstrationen

  1. 1

    Altes Rathaus

    Altes Rathaus in Leipzig, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Du stehst auf dem Markt, und die ganze Ostseite gehört einem einzigen Haus. Das Alte Rathaus gilt als einer der bedeutendsten weltlichen Renaissancebauten Deutschlands. Seine Wirkung kommt aus Länge, Farbe und Proportion: nur zwei Geschosse, aber mehr als 90 Meter lang, darüber ein steiles Dach, dessen Traufe so tief sitzt, dass es kräftig zur Höhe beiträgt. Die Reihe der Zwerchhäuser, sechs zum Markt, sieben zur Rückseite, zieht den Blick wieder in die Waagerechte.

    Achte auf die Farben, es sind nur zwei: der warme Ton des Rochlitzer Porphyrs und ein passendes Beige oder Ocker im Putz. Die steinernen Arkaden zur Marktseite kamen erst zwischen 1906 und 1909 dazu und ziehen eine weitere lange Linie. Unterbrochen wird das Ganze vom achteckigen Turm neben dem Hauptportal. Durch dieses Portal kommst du vom Markt hinüber auf den Naschmarkt.

    Am Portal tragen zwei ionische Säulen, daneben sitzen sogenannte Gaffköpfe, die die Baumeister darstellen sollen. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt steinerne Kastenerker an den Giebelseiten, verzierte Schlusssteine, Zierbrunnen und Gedenktafeln. Das älteste Stück ist ein Fensterpfosten an der Südseite, datiert auf 1230, vermutlich ein Rest eines Wohnturms, der hier vorher stand. Und trotz aller Symmetrie steckt der Bau voller kleiner Unregelmäßigkeiten, die man erst beim zweiten Blick bemerkt.

    Regiert wird hier längst nicht mehr: Bürgermeister und Verwaltung sind 1905 ins Neue Rathaus gezogen, das du später auf der Route siehst. Das Haus kostet keinen Eintritt, ein kurzer Blick hinein passt also in jeden Plan.

    Zur Mädlerpassage sind es nur 110 Meter, eine Minute zu Fuß, vorbei am Zeitgeschichtlichen Forum.

    Öffnungszeiten
    Di–So und Feiertage 10:00–18:00, Mo geschlossen; 24.12. und 31.12. geschlossen
    Preis
    Kostenfrei (frei)
  2. 2

    Mädlerpassage

    Mädlerpassage in Leipzig, Station 2 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Glasdach, Ladenfronten, Stein: Die Mädlerpassage ist die letzte vollständig erhaltene historische Einkaufspassage mit durchgehendem Glasdach in Leipzigs Innenstadt. Ihr Vorbild war die Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand, und das merkst du an den Straßenfassaden, die gleichsam nach innen gezogen wurden. Im ersten, rund 75 Meter langen Arm von der Grimmaischen Straße spannt sich ein Glasdach aus Stahlrippen in etwa 13 Metern Höhe über den gut sechs Meter breiten Gang, darüber liegen noch zwei Geschosse.

    Die Passage wuchs in Etappen. Zuerst entstand dieser lange Arm bis zur Rotunde, einem Achteck von rund 12 Metern Durchmesser. Kurz danach folgte der Arm zum Neumarkt, aus dem Grundriss wurde ein L. Den dritten Arm zur Petersstraße gab es erst Mitte der 1960er Jahre, als das Messehaus am Markt gebaut wurde; so entstand das heutige T. Diesen jüngsten Teil erkennst du sofort: Er ist nur erdgeschosshoch und künstlich beleuchtet.

    Im ersten Abschnitt geht es hinunter in Auerbachs Keller. Davor stehen zwei Bronzegruppen von Mathieu Molitor, auf der einen Seite Faust und Mephisto, auf der anderen eine Runde verzauberter Studenten, ein Zitat aus der Szene in Auerbachs Keller in Goethes Faust. Schon seit 1530 stand auf dem Grundstück der Gebäudekomplex Auerbachs Hof, der erst 1911 der Passage wich.

    Über 20 kleine Läden und Restaurants reihen sich hier aneinander, in den oberen Etagen sitzen Büros, das Kabarett Sanftwut und ein Kunstraum. Zum Durchschlendern und Fotografieren reichen zehn Minuten.

    Zur Thomaskirche gehst du 260 Meter, rund drei Minuten.

    Öffnungszeiten
    Mo–Fr: 10:00–19:00 | Sa: 10:00–18:00 | So: Geschlossen (Auerbachs Keller restaurant geöffnet täglich)
    Preis
    Kostenlos
  3. 3

    Thomaskirche

    Thomaskirche in Leipzig, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Hier wirkte Johann Sebastian Bach als Thomaskantor, von 1723 bis zu seinem Tod 1750, und hier ist er begraben. Das allein bringt Menschen aus aller Welt in diese Kirche. Von außen und innen zeigt sie trotz vieler Umbauten und der Schäden durch Brandbomben 1943 vor allem den Charakter einer spätgotischen Hallenkirche.

    Gebetet wird an dieser Stelle seit mindestens dem 12. Jahrhundert; unter Chor und Vierung fand man Fundamente eines romanischen Baus. Ab 1212 wurde die Kirche zum Sitz eines neuen Augustiner-Chorherrenstifts, gegründet von Markgraf Dietrich von Meißen. Aus diesem Stift ging später der Kern der Universität Leipzig hervor. 1217 vermachte der Minnesänger Heinrich von Morungen der Kirche eine Reliquie des heiligen Thomas, als er nach einer angeblichen Reise nach Indien in den Orden eintrat.

    Der Bau, den du heute siehst, ist Silbergeld zu verdanken: Mit dem Reichtum aus dem Erzgebirge ließ die Stadt das romanische Schiff abreißen und durch die spätgotische Halle ersetzen, geweiht am 10. April 1496. Zu Pfingsten 1539 predigte Martin Luther hier. Der Turm stammt von 1537 und wurde 1702 neu aufgebaut. Und dann ist da der Thomanerchor, wahrscheinlich ebenfalls 1212 gegründet und heute ein international bekannter Knabenchor.

    Der Eintritt ist frei. Eine kostenpflichtige Kirchenführung lohnt sich, wenn du mehr als Bachs Grab sehen willst.

    Das Bach-Museum Leipzig liegt nur 70 Meter entfernt, eine Minute über den Kirchhof.

    Öffnungszeiten
    Mo–Do 10:00–18:00, Fr 10:00–16:00, Sa 10:00–13:30 und 16:30–18:00, So 11:30–17:30
    Preis
    Eintritt frei; Kirchenführungen 3 EUR
  4. 4

    Bach-Museum Leipzig

    Bach-Museum Leipzig, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Gegenüber der Thomaskirche steht das Bosehaus, ein Barockhaus am Thomaskirchhof. Darin sitzen das Bach-Archiv und das Bach-Museum Leipzig, das sich ganz Leben und Werk des Komponisten widmet. Die Vorläufer waren kleine Ausstellungen im Gohliser Schlösschen, wo das Archiv bis 1985 untergebracht war. 1973 entstand in der Eingangshalle des Bosehauses eine erste kleine Gedenkstätte.

    Eröffnet wurde das Museum am 21. März 1985, zu Bachs 300. Geburtstag. Seitdem wurde es mehrfach umgebaut, zuletzt grundlegend zwischen 2008 und 2010. Dabei kam ein klimatisierter Anbau mit Sonderausstellungsraum und Schatzkammer dazu, dazu ein kleiner neu angelegter Lustgarten am historischen Südflügel. Heute verteilt sich die Ausstellung auf 450 Quadratmeter.

    Zwölf thematisch gegliederte Räume erzählen von Bachs Leben, seinem Werk, seiner Familie und der Forschung über ihn, multimedial und zum Mitmachen. Der Höhepunkt ist die Schatzkammer mit originalen Bach-Handschriften. Das Museum legt besonderen Wert auf Angebote für Kinder und Jugendliche und auf die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen.

    Lohnt es sich? Wenn du Bach eben in der Thomaskirche begegnet bist, ist das hier die logische Fortsetzung, und eine Stunde ist gut angelegt. Wer mit Musik wenig anfangen kann und den ganzen Rundgang plant, spart sich die Zeit lieber für das Völkerschlachtdenkmal.

    Zum Neuen Rathaus sind es 440 Meter, etwa sechs Minuten.

    Öffnungszeiten
    Di–So und Feiertage 10:00–18:00, Mo geschlossen
    Preis
    Erwachsene 14 EUR, ermäßigt 9 EUR, Kinder unter 18 frei (am ersten Dienstag im Monat Eintritt frei)
  5. 5

    Neues Rathaus

    Neues Rathaus in Leipzig, Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Mit diesem Bau zeigte die Stadt um 1900 ihr Selbstbewusstsein. Der Hauptturm ist 114,8 Meter hoch, der höchste Rathausturm Deutschlands, und mit 1.708 Räumen gilt das Haus als das größte Rathaus der Welt. Seit 1905 sitzt hier die Leipziger Stadtverwaltung, denn das Alte Rathaus am Markt war für die boomende Stadt längst zu klein geworden.

    Der Bauplatz hat Geschichte: 1895 überließ das Königreich Sachsen der Stadt das Gelände der Pleißenburg. Im Architektenwettbewerb war vorgeschrieben, die Turmsilhouette der alten Burg zu erhalten, und tatsächlich steht der heutige Turm auf dem Sockel des alten Pleißenburgturms. Den Zuschlag bekam 1897 der Stadtbaudirektor Hugo Licht, sein Motto: „Arx nova surgit“, eine neue Burg erhebt sich. Der Grundstein wurde am 19. Oktober 1899 gelegt, für den Bildschmuck war Georg Wrba zuständig.

    Der Komplex aus hellgrauem mainfränkischem Muschelkalk bildet ein unregelmäßiges Fünfeck auf über 10.000 Quadratmetern. An der Südwestfassade stehen fünf Figuren für Handwerk, Gerechtigkeit, Buchkunst, Wissenschaft und Musik. Schau zur Uhr hinauf: Dort steht MORS CERTA, HORA INCERTA, der Tod ist gewiss, die Stunde ungewiss. Im Volksmund heißt das, die Uhr geht bestimmt falsch. Die Frauenfigur im Giebel darüber verkörpert die Wahrheit. In den letzten Tagen des Dritten Reichs war das Haus Schauplatz zahlreicher Selbstmorde.

    Hinein kannst du kostenlos. Eine Turmführung kostet extra und bringt dich hinauf zum oberen Turmumgang mit Aussicht.

    Jetzt folgt die längste Etappe: 4.260 Meter, rund 61 Minuten zu Fuß hinaus zum Völkerschlachtdenkmal, unterwegs vorbei am Bayerischen Bahnhof.

    Öffnungszeiten
    Mo–Do: 07:00–18:00 | Fr: 07:00–16:00 | Sa–So: Geschlossen
    Preis
    Eintritt frei; Turmführungen 5 EUR
  6. 6

    Völkerschlachtdenkmal

    Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Schon von weitem siehst du ihn, den 91 Meter hohen Koloss aus Beton mit Granitverkleidung. Das Völkerschlachtdenkmal erinnert an die Schlacht bei Leipzig von 1813 und wurde 1913 zum hundertsten Jahrestag fertig. Sechs Millionen Goldmark kostete es, bezahlt vor allem aus Spenden und von der Stadt. Es gilt als eines der besten Beispiele wilhelminischer Architektur.

    In der Völkerschlacht wurde Napoleons französische Armee geschlagen, ein entscheidender Schritt zum Ende des Krieges der Sechsten Koalition. Die Heere Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens führten Zar Alexander I. und Fürst Karl Philipp zu Schwarzenberg. Deutsche kämpften auf beiden Seiten, denn auch in Napoleons Truppen standen zwangsrekrutierte Männer vom linken Rheinufer und Soldaten seiner Verbündeten aus dem Rheinbund.

    Das Denkmal soll dort stehen, wo einige der blutigsten Kämpfe tobten und von wo aus Napoleon den Rückzug befahl. 1945 wurde es noch einmal zum Schlachtfeld, als sich NS-Truppen hier ein letztes Gefecht mit US-Soldaten lieferten.

    Ganz oben liegt eine Aussichtsplattform mit Blick über die Stadt und das Umland. Das Ticket schließt das Museum FORUM 1813 ein. Für den Innenbesuch samt Plattform und Museum solltest du anderthalb Stunden einplanen, und es lohnt sich für alle, die den langen Weg schon auf sich genommen haben.

    Zurück Richtung Innenstadt sind es 3.410 Meter, etwa 46 Minuten zum Grassimuseum.

    Öffnungszeiten
    Apr–Okt: Täglich 10:00–18:00 | Nov–Mär: Täglich 10:00–16:00
    Preis
    Erwachsene 12 EUR, ermäßigt 10 EUR (inkl. Museum FORUM 1813)
  7. 7

    Grassimuseum

    Grassimuseum in Leipzig, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Hinter der Fassade mit ihren Elementen aus Neuer Sachlichkeit und Art déco stecken gleich drei Museen: Völkerkunde, Musikinstrumente und Angewandte Kunst. Das Grassimuseum wurde 1925 bis 1929 errichtet, als eines der wenigen neuen Museen der Weimarer Zeit, angelegt um mehrere Innenhöfe auf dem Gelände des alten Johannishospitals.

    Den Namen gab Franz Dominic Grassi, ein Leipziger Kaufmann italienischer Herkunft, der der Stadt bei seinem Tod 1880 über zwei Millionen Mark vermachte. Mit dem Geld entstanden das Gewandhaus, der Mendebrunnen und ein erstes Grassimuseum am heutigen Wilhelm-Leuschner-Platz, in dem jetzt die Stadtbibliothek sitzt. Als dort der Platz nicht mehr reichte, bezahlte das Erbe auch diesen Neubau. Stadtplaner Hubert Ritter sah ihn als Ausgangspunkt für eine Erweiterung der Stadt nach Osten. Die Johanniskirche, die einst dazugehörte, wurde 1963 abgerissen.

    1943 trafen Bomben das Haus, Zehntausende Objekte gingen verloren. Ab 1947 wurde wieder aufgebaut, 1954 gab es die ersten Ausstellungen. Nach einer Komplettsanierung öffnete das Museum ab 2005 wieder, die Angewandte Kunst erst 2007. Heute gehört es zu den rund 20 „Kulturellen Leuchttürmen“ im Blaubuch der Bundesregierung.

    Wenn du nach Thomaskirche und Bach-Museum Leipzig musikalisch gestimmt bist, ist das Musikinstrumentenmuseum die passende Wahl. Auf dem vollen Rundgang reicht nach dem Denkmal aber oft ein Blick in die Höfe.

    Zum Augustusplatz gehst du 610 Meter, rund neun Minuten.

    Öffnungszeiten
    Di, Do–So und Feiertage 10:00–18:00, Mi 10:00–20:00, Mo geschlossen
    Preis
    Sonderausstellung 10,00 EUR Erwachsene, 7,00 EUR ermäßigt, U18 frei; erster Mittwoch im Monat 3 EUR für das ganze Haus
  8. 8

    Augustusplatz

    Augustusplatz in Leipzig, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Plötzlich wird es weit: Der Augustusplatz ist der größte Platz der Stadt und einer der größten Europas, zugleich Teil des Innenstadtrings und zentraler Knoten der Straßenbahn. Im Norden steht das Opernhaus, im Süden das Neue Gewandhaus mit dem Mendebrunnen, den Grassis Erbe mitfinanziert hat, im Westen die Universität mit dem City-Hochhaus.

    Angelegt wurde er ab 1785 nach Plänen des Stadtbaumeisters Johann Carl Friedrich Dauthe als Platz vor dem Grimmaischen Tor. 1839 bekam er den Namen nach Friedrich August, dem ersten König von Sachsen. Danach wechselte das Schild mehrfach: 1928 machte die sozialdemokratische Stadtregierung daraus den Karl-Marx-Platz, ein Name, den selbst Zeitungen und Stadtpläne ignorierten. 1933 benannten ihn die Nazis zurück, 1953 hieß er wieder Karl-Marx-Platz, und am Tag der Deutschen Einheit 1990 kehrte der alte Name zurück.

    Dass hier kaum etwas historisch aussieht, liegt am Krieg und an der Stadtplanung der DDR. Post, Hotel und Universitätsbauten sind aus Beton und Stahl im Stil der 1960er Jahre und später. Im Mai 1968 wurden das kriegsbeschädigte Augusteum und die kaum beschädigte Universitätskirche, die Paulinerkirche, gesprengt. Ab September 1989 zogen hier die Montagsdemonstrationen über den Platz.

    Für den Platz selbst reichen zehn Minuten. Zur Nikolaikirche sind es 250 Meter, etwa vier Minuten.

    Öffnungszeiten
    Geöffnet 24 Uhr
    Preis
    Kostenlos
  9. 9

    Nikolaikirche

    Nikolaikirche in Leipzig, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Von dieser Kirche ging 1989 eine Revolution aus. Ab dem Herbst kamen Menschen montagabends hierher, und aus den Treffen wurden friedliche Proteste gegen die Regierung. Der Kabarettist Bernd-Lutz Lange hat es später so beschrieben: Es gab keinen Kopf der Revolution, der Kopf war die Nikolaikirche und der Körper die Innenstadt, und die einzige Leitung war ein Termin am Montag um 17 Uhr.

    Die Kirche selbst ist viel älter. Um 1165 begann der Bau im romanischen Stil mit zwei Türmen, benannt nach dem heiligen Nikolaus, Schutzpatron der Reisenden und Kaufleute, passend für eine Handelsstadt. Im frühen 16. Jahrhundert wurde sie zur gotischen Hallenkirche erweitert, 1730 kam der barocke Hauptturm dazu, 1759 das Portal. Seit 1539 ist sie evangelisch, heute darf sie auch die katholische Kirche nutzen.

    Geh unbedingt hinein. Der klassizistische Innenraum entstand zwischen 1784 und 1797 nach Plänen von Johann Carl Friedrich Dauthe, demselben Baumeister, der den Augustusplatz anlegte. Hier wurde am 3. Juli 1646 der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz getauft. Auch Bach war als Thomaskantor für diese Kirche zuständig: Vier der fünf Aufführungen seiner Johannespassion fanden hier statt, die Uraufführung am Karfreitag 1724 eingeschlossen.

    Der Eintritt ist frei, Audioguide und Turmaufstieg kosten extra. Während Gottesdiensten und Veranstaltungen ist kein Besuch möglich.

    Zum Museum der bildenden Künste sind es 560 Meter, rund sieben Minuten.

    Öffnungszeiten
    Mo–Fr 11:00–18:00, Sa 11:00–16:00, So 11:30–14:30 (außerhalb Gottesdienste/Veranstaltungen)
    Preis
    Eintritt frei; Audioguide 3 EUR, Turmbesteigung 5 EUR
  10. 10

    Museum der bildenden Künste

    Museum der bildenden Künste in Leipzig, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Museum der bildenden Künste zeigt Kunst vom späten Mittelalter bis zur Moderne, und seine eigene Geschichte ist eine Geschichte von Bürgersinn und Umzügen. 1837 gründeten Leipziger Sammler und Förderer einen Kunstverein mit dem Ziel eines eigenen Museums. Am 10. Dezember 1848 öffnete das „Städtische Museum“ in der ersten Bürgerschule an der Moritzbastei, mit rund hundert gestifteten Werken damals zeitgenössischer Kunst.

    Spender wie Maximilian Speck von Sternburg, Alfred Thieme und Adolf Heinrich Schletter ließen die Sammlung wachsen. Adolf Fer schenkte 1853 seine Sammlung unter einer Bedingung: Die Stadt musste binnen fünf Jahren ein Museum bauen. Kurz vor Ablauf der Frist, am 18. Dezember 1858, wurde es am Augustusplatz eröffnet, im Stil der italienischen Renaissance. Wo es stand, ist heute das Gewandhaus. Erweitert hat es übrigens Hugo Licht, der Architekt des Neuen Rathauses.

    1937 beschlagnahmten die Nazis 394 Gemälde und Grafiken, vor allem des Expressionismus, als „entartete Kunst“. In der Nacht zum 4. Dezember 1943 zerstörte ein britischer Luftangriff das Gebäude, der Großteil der Bestände war vorher in Sicherheit gebracht worden. Es folgte eine 61 Jahre lange Wanderschaft: ab 1948 in der ehemaligen Reichsbank in der Petersstraße, ab 1952 im früheren Reichsgericht, ab 1997 im Handelshof. Mitte der 1990er Jahre beschloss die Stadt, dem Museum wieder ein eigenes Haus zu geben.

    Hinein lohnt es sich für alle, die Malerei mögen und noch eine Stunde Energie haben.

    Zum Naschmarkt sind es 320 Meter, etwa vier Minuten, vorbei am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.

    Öffnungszeiten
    Di, Do–So und Feiertage 10:00–18:00, Mi 12:00–20:00, Mo geschlossen; 24.12. und 31.12. geschlossen
    Preis
    Sonderausstellung 12 EUR Erwachsene, 6 EUR ermäßigt, 9 EUR Gruppe p.P.; Abendticket (1 Std. vor Schließung) halber Preis; erster Mittwoch im Monat 3 EUR; unter 19 Jahre frei
    Website
    mdbk.de ↗
  11. 11

    Naschmarkt

    Naschmarkt in Leipzig, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Du bist zurück hinter dem Alten Rathaus, und der Kreis schließt sich. Der Naschmarkt ist ein schmaler Platz, rund 90 Meter lang und etwa 20 Meter breit, der sich nach Norden leicht öffnet. Seinen Namen hat er aus einer Zeit, in der hier Obst gehandelt wurde, und Obst galt damals als Leckerei.

    Entstanden ist der Platz 1556, als für den Bau des Alten Rathauses ganze Häuserzeilen abgerissen wurden. Gehandelt wurden Lebensmittel, bis 1679 standen hier die Heringsbuden, weshalb man ihn auch Heringsmarkt nannte. Daneben gab es öffentliche Aufführungen, etwa von der Theatertruppe der Neuberin. Am 20. Mai 1593, beim sogenannten Calvinistensturm, plünderte eine wütende Menge das Haus des calvinistisch gesinnten Kaufmanns Adolph Weinhaus, das hier am Platz stand.

    An seiner Stelle entstand danach die barocke Alte Handelsbörse am Nordende, schon 1679 im unfertigen Zustand genutzt und 1687 vollendet. Davor, in einer kleinen Grünfläche, steht das Denkmal des jungen Goethe. Am anderen Ende, zur Grimmaischen Straße, plätschert der Löwenbrunnen. Er war ursprünglich ein Herkulesbrunnen von 1688 und wurde um 1820 an den Südrand versetzt und mit Bronzelöwen nach einem Entwurf von Johann Gottfried Schadow umgestaltet.

    Die Ostseite begrenzt der Handelshof, heute das Steigenberger Grandhotel, in dem das Museum der bildenden Künste einst Zwischenstation machte. In den warmen Monaten wird der Platz zum Freiluftrestaurant, vor Weihnachten gehört er zum Weihnachtsmarkt. Zum Schluss nimmst du den Durchgang durch das Alte Rathaus und stehst wieder auf dem Markt, dort, wo dein Rundgang begann.

    Öffnungszeiten
    Geöffnet 24 Uhr
    Preis
    Kostenlos
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Leipzig Route geladen
Altes RathausMädlerpassageThomaskircheBach-Museum Leipzig+7
Alle 11 Stopps sind schon auf der Karte.
Du drückst nur auf Start.
AI Tour Guide

Route gelesen? Dann geh sie jetzt mit einem Guide im Ohr.

Drück auf Start, wo immer du bist, auch hunderte Kilometer von Leipzig entfernt, und der Guide fängt sofort an, seine Geschichten zu erzählen. In der Stadt wählst du jeden der 11 Stopps als Startpunkt: Der Guide führt dich hin und redet dann die ganze Route mit dir, fragt nach, hört zu, merkt sich deine Antworten und passt die Tour daran an.

11Stopps 10,3km 2 Std. 24 Min.Gehzeit 13Sprachen
▶Tour kostenlos starten

Kostenlos starten · Läuft im Browser · Keine App, kein Download

Kürzere Varianten für Leipzig ohne den Weg zum Denkmal

Die beiden langen Etappen hinaus zum Völkerschlachtdenkmal und zurück machen den Großteil der Gehzeit aus. Lässt du sie weg, bleiben zwei kompakte Runden in der Innenstadt.

Bach und die Rathäuser

Stopps: 1, 2, 3, 4, 5

Für einen Vormittag oder für alle, die vor allem wegen Bach kommen: 880 m und nur 11 Minuten reine Gehzeit. Eintritt kostet hier allein das Bach-Museum Leipzig, eine Kirchenführung in der Thomaskirche und eine Turmführung im Neuen Rathaus sind optional.

Museen und Montagsdemonstrationen

Stopps: 7, 8, 9, 10, 11

Für Kunstinteressierte und alle, die die Geschichte von 1989 suchen: gut 1,7 km und 24 Minuten reine Gehzeit vom Grassimuseum bis zum Naschmarkt. Eintritt verlangen Grassimuseum und Museum der bildenden Künste.

Wie lange dauert dieser Leipzig Rundgang mit Völkerschlachtdenkmal?

Die reine Gehzeit liegt bei 2 Std. 24 Min., und fast drei Viertel davon stecken in zwei Etappen: 61 Minuten vom Neuen Rathaus hinaus zum Völkerschlachtdenkmal und 46 Minuten von dort zurück zum Grassimuseum. Alles andere liegt in der Innenstadt, wo die Wege selten länger als sechs oder sieben Minuten sind.

Rechnest du ein Stunde für das Bach-Museum Leipzig, anderthalb Stunden für das Völkerschlachtdenkmal und kurze Halte an den übrigen Stationen ein, kommst du auf knapp sieben Stunden. Wer um 10:00 am Alten Rathaus startet, steht gegen 13:10 am Völkerschlachtdenkmal und gegen 16:50 am Naschmarkt. Jeder weitere Museumsbesuch kostet dich etwa eine Stunde mehr.

Die Runde um Bach und die Rathäuser schaffst du mit Innenbesuchen in gut zwei Stunden, die Runde vom Grassimuseum zum Naschmarkt ohne Museen in knapp einer Stunde, mit einem der beiden Kunstmuseen in rund zwei.

Bevor du am Alten Rathaus losgehst

  • Start und Ziel: Empfohlen ist der Start am Alten Rathaus auf dem Markt, einsteigen kannst du aber an jeder Station. Der Rundgang endet am Naschmarkt, direkt hinter dem Alten Rathaus, also fast wieder am Anfang.
  • Bester Tag: Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. An diesen Tagen lassen sich die Innenbesuche der Route am besten kombinieren.
  • Tageszeit: Starte am Vormittag, wenn Altes Rathaus und Bach-Museum geöffnet haben. Das Völkerschlachtdenkmal liegt in der Reihenfolge gut in der Mitte des Tages.
  • Kosten: Frei sind Altes Rathaus, Mädlerpassage, Thomaskirche, Neues Rathaus, Augustusplatz, Nikolaikirche und Naschmarkt. Eintritt kosten das Bach-Museum Leipzig, das Völkerschlachtdenkmal mit dem Museum FORUM 1813 sowie die Sonderausstellungen im Grassimuseum und im Museum der bildenden Künste, jeweils auch mit ermäßigten Tickets.
  • AI Tour Guide: Route und GPS-Navigation im Browser kosten nichts. Für den AI Tour Guide bekommst du zum Start 100 Gratis-Credits; danach wählst du zwischen 19,99 € für diese Tour ohne Zeitlimit oder 5 € pro Stunde.
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Leipzig
AI Tour Guide

Dein Guide für Leipzig ist bereit, wenn du es bist.

Drück auf Start und ein AI Tour Guide übernimmt ab hier: Er leitet die Route durch Leipzig, erzählt die Geschichten und macht aus deinem Spaziergang ein echtes, lebendiges Gespräch. Keine App, kein Download, läuft im Browser.

11Stopps 10,3km 2 Std. 24 Min.Gehzeit 13Sprachen
▶Tour kostenlos starten

Kostenlos starten · Läuft im Browser · Keine App, kein Download

Was der AI Tour Guide auf dem Weg zum Völkerschlachtdenkmal anders macht

Auf dieser Route bist du lange unterwegs, allein die Etappen hinaus zum Denkmal und zurück dauern fast zwei Stunden. Der AI Tour Guide füllt genau diese Strecken: Er erzählt, wie ein Alltag als Thomaskantor ausgesehen haben mag, wie die Schlacht von 1813 rund um die Stadt verlief oder wie es sich an einem Montagabend 1989 in der Nikolaikirche angefühlt haben könnte. Er fragt, was dich mehr reizt, Musik, Krieg oder Revolution, und vertieft das, während die GPS-Navigation dich von Station zu Station führt.

Ein echtes Gespräch Ein AI Tour Guide begrüßt dich, leitet die ganze Route und erzählt dir die Geschichten und Fakten, während du gehst, fragt dich, was du sehen willst, und hält ein echtes Gespräch am Laufen. Keine Aufnahme, die du auf Play drückst.
Karten-Navigation Folge der Route auf der Karte und geh in deinem eigenen Tempo. Du entscheidest, wo du startest und wann es zur nächsten Station geht.
Frag einfach Neugierig auf ein Gebäude am Weg? Frag deinen AI Tour Guide direkt vor Ort und das Gespräch geht weiter.
13 Sprachen Jederzeit die Sprache wechseln, keine separate Tour nötig.
Tour kostenlos starten

Häufige Fragen zum Rundgang durch Leipzig

Gibt es auf dieser Route günstigere Museumsbesuche?

Ja. Das Bach-Museum Leipzig, das Grassimuseum und das Museum der bildenden Künste bieten zeitweise freien oder vergünstigten Eintritt, im Museum der bildenden Künste gibt es außerdem ein günstiges Abendticket. Frag am besten an der Kasse nach.

Lohnt sich der Rundgang mit Kindern und Jugendlichen?

Ja, vor allem die Museen: Im Bach-Museum Leipzig und im Grassimuseum zahlen Kinder unter 18 nichts, im Museum der bildenden Künste alle unter 19. Das Bach-Museum legt besonderen Wert auf Angebote für Kinder und Jugendliche. Für kleinere Kinder sind die langen Wege zum Völkerschlachtdenkmal anstrengend, dann ist eine der kurzen Varianten die bessere Wahl.

Kann ich den Rundgang an jedem Wochentag machen?

Die Route selbst kannst du jeden Tag gehen. Bei den Innenbesuchen lohnt sich vorher ein Blick auf die Öffnungszeiten, weil nicht jede Station täglich geöffnet hat. In der Mädlerpassage ist Auerbachs Keller ein verlässlicher Halt.

Welche Ausflüge passen zu einem Leipzig-Besuch?

Nah liegen Halle (Saale) mit 33 km und Naumburg mit 45 km. Etwas weiter sind Wittenberg, Weimar und Dresden, für die es ebenfalls eigene Rundgänge gibt.

Ist der Rundgang wirklich kostenlos?

Ja. Die ganze Tour ist kostenlos: Route, interaktive Karte und GPS-Navigation kosten dich nichts. Optional und kostenpflichtig ist nur der AI Tour Guide, der dich per Stimme durch die Tour führt und mit dir ins Gespräch kommt. Du testest ihn mit 100 kostenlosen Credits, danach zahlst du 5 € pro Stunde oder 19,99 € für diese ganze Tour, ohne Zeitlimit. Nicht enthalten ist der Eintritt bei 4 der 11 Stopps: Bach-Museum Leipzig, Völkerschlachtdenkmal, Grassimuseum und Museum der bildenden Künste verlangen eigenen Eintritt.

Muss ich eine App herunterladen?

Nein. Alles läuft im Browser deines Smartphones. Öffne die Route und lauf los, ohne Download und ohne Anmeldung.

Muss ich den Rundgang vorab buchen?

Keine Buchung nötig. Dieser selbstgeführte Rundgang ist jederzeit verfügbar. Öffne einfach die Route im Browser und lauf los. Der AI Tour Guide funktioniert sofort, ohne App, ohne Reservierung.

In welchen Sprachen ist der AI Tour Guide verfügbar?

Der AI Tour Guide spricht 13 Sprachen. Du machst die Tour in deiner eigenen Sprache und kannst jederzeit wechseln.

Kann ich Stationen überspringen oder die Route ändern?

Klar. Es ist deine Tour. Überspring Stationen, bleib länger an Orten, die dir gefallen, oder starte an einem beliebigen Punkt der Route. Du bestimmst das Tempo.
Bildnachweise
▶ Tour kostenlos starten Läuft im Browser, ohne App, ohne Download