Bremer Rathaus
Du stehst vor dem Haus, das Bremen am meisten über sich selbst erzählt. Das Bremer Rathaus an der Nordostseite des Marktplatzes gilt als eines der wichtigsten Beispiele für Backsteingotik und Weserrenaissance in Europa. Schau dich auf dem Platz um: Gegenüber steht der Schütting, das alte Gildehaus, bis heute Sitz der Handelskammer. An der Südostseite tagt die Bürgerschaft, das Landesparlament. Rathaus, Kaufmannschaft und Parlament schauen sich hier also direkt an.
Der Kern des Baus stammt aus dem 15. Jahrhundert: eine rechteckige, zweigeschossige Halle von 41,5 mal 15,8 Metern. Im Erdgeschoss liegt eine einzige große Halle mit Eichenpfeilern, in der früher Kaufleute handelten und Theater gespielt wurde; im Obergeschoss lag der große Festsaal. Bis heute sitzt hier der Präsident des Senats und Bürgermeister von Bremen. Seit 1973 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, 2004 wurde es gemeinsam mit dem Roland UNESCO-Welterbe, als Zeugnis dafür, wie Bürger im Heiligen Römischen Reich sich selbst regierten.
Schon der Vorgänger hatte eine bewegte Rolle. Das erste Rathaus stand am südlichen Ende des Blocks zwischen Liebfrauenkirchhof, Obernstraße und Sögestraße. 1229 taucht es als „domus theatralis“ auf, als Schauhaus, ab 1251 immer wieder als „domus consularis“, als Haus der Ratsherren. Ein Bogen über die Sögestraße und eine Maurerreparatur deuten auf einen Steinbau hin, noch im romanischen Stil errichtet.
Hinein kommst du nur mit einer kostenpflichtigen Führung, mit der BremenCARD wird sie günstiger. Lohnend ist das vor allem, wenn dich Säle und Stadtgeschichte reizen; wer nur das Ensemble sehen will, hat draußen schon das Wichtigste. Von hier sind es nur 10 Meter bis zu der Figur, die direkt vor der Fassade Wache hält.
















