Prinzipalmarkt
Du stehst in der „guten Stube“ Münsters: eine Marktstraße, auf beiden Seiten eingefasst von gereihten Giebelhäusern. Schau genau hin, denn kein Giebel gleicht dem anderen. Manche Architekten haben sich beim Nachbarn etwas abgeschaut, und doch hat jeder seine eigene Idee umgesetzt. Am Nordende schließt der Turm der Lambertikirche die Straße ab, am Südende der Stadthausturm.
Zwei Dinge halten das Bild zusammen: der helle Baumberger Sandstein der Fassaden und die Bogengänge im Erdgeschoss, unter denen du auf beiden Seiten trocken flanieren kannst. Diese Lauben gibt es seit der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert. Die einzige Lücke in den Häuserreihen ist der Michaelisplatz, der Durchbruch zum Domplatz.
Die Geschichte beginnt im 12. Jahrhundert, als Bürger hier am Rand der Domburg ihren Markt anlegten. Um 1280 war die Straße wohl geschlossen bebaut, und seit etwa 1500 sind Parzellen und Häuserzahl fast unverändert. Den Namen Prinzipalmarkt, also Hauptmarkt im Unterschied zu Roggen- und Fischmarkt, trägt sie erst seit dem frühen 17. Jahrhundert.
Was du heute siehst, ist zum großen Teil Wiederaufbau: Im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Häuser völlig zerstört, manche blieben nur bis auf Keller und Laube stehen. Dass der Ensemblecharakter so geschlossen wirkt, verdankt die Straße dem Denkmalschutz für das ganze Ensemble. 2006 wählten Fernsehzuschauer sie bei den Lieblingsorten der Deutschen auf Platz vier.
Das bekannteste Haus der Straße steht nur 70 m weiter, eine Minute zu Fuß: das historische Rathaus, flankiert vom Stadtweinhaus.


















