Horní náměstí
Der Horní náměstí ist das Herz von Olmütz und gilt als gedachte Mitte der ganzen Stadt. Knapp zwei Hektar misst der Platz, und fast alles, was du hier siehst, gehört zur städtischen Denkmalreservation: das Renaissance-Rathaus mit seiner astronomischen Uhr, die Dreifaltigkeitssäule und ringsum die Häuser, die sich wohlhabende Bürger und Adlige seit dem Mittelalter an den Platz gebaut haben. Diese drei Bauten schaust du dir am Ende des Rundgangs genauer an; jetzt geht es um den Platz selbst.
Wo du stehst, war ursprünglich Sumpf. Er wurde Anfang des 13. Jahrhunderts trockengelegt, und 1261 erlaubte König Přemysl Otakar II. den Bau einer Markthalle, an deren Stelle später das Rathaus entstand. In der Barockzeit kamen zwei wertvolle Stadtbrunnen hinzu, der Caesarbrunnen und der Herkulesbrunnen. Der Arionbrunnen dagegen ist neu: Er stammt aus der Umgestaltung zwischen 1998 und 2001, ebenso wie das plastische Modell der Innenstadt vor der Uhr, an dem du dir die Altstadt einmal von oben ansehen kannst.
Der Platz hat viele Veränderungen gesehen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand an der Westseite das Stadttheater im Empirestil, die Nordseite bekam eine Lindenallee. Ab 1899 fuhr die Straßenbahn quer über den Platz; als sie 1954 verlegt wurde, verschwanden auch die Bäume und wurden nie neu gepflanzt. Ein Denkmal für Kaiser Franz Joseph I. am Rathaus stand nur bis 1919. Auch die Namen wechselten mit den Regimen: Masarykplatz in der Ersten Republik, zwischen 1955 und 1960 Stalinplatz, danach bis 1990 Friedensplatz.
Die neue Pflasterung und Möblierung der Jahrtausendwende fanden nicht alle Olmützer gelungen, Fachleute urteilten überwiegend positiv. Bilde dir selbst ein Urteil, bevor du an der Südostecke hinüber zum Dolní náměstí gehst: 270 Meter, vier Minuten.
















